ATP Wetten in der Schweiz 2026: Was erlaubt ist, wer anbietet und was eine Quote wirklich bedeutet

Updated Oktober 2026
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Ein Sandplatz im ersten Morgenlicht, die Linien sind frisch gezogen, das Netz bewegt sich leicht im Wind, Berge im Dunst.

Wer in der Schweiz auf die ATP Tour wetten will, hat wenig Auswahl, aber klare Regeln. Nur zwei Veranstalter dürfen hier Sportwetten anbieten, und nicht jedes Match und nicht jede Wettart steht überhaupt zur Verfügung. Es lohnt sich deshalb, die bewilligten Turniere auf der Gespa-Liste zu kennen, die Mechanik hinter der Quote zu verstehen und die bewilligten Anbieter von den ausländischen Marken zu unterscheiden, denen Schweizer Spielende online oft begegnen.

Die ATP Tour 2025 umfasste 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere.

Stand der Daten: Oktober 19, 2026, geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2) und gegen die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten.

Welche Wettarten es bei einem ATP-Match überhaupt gibt und was sie dem Spielenden abverlangen

Eine Quote sieht nach einer Zahl aus, ist aber ein Vertrag. Sie sagt, was eine Wette zurückzahlt, falls die Voraussage eintrifft, und sie enthält eine Marge des Anbieters. Wer die Mechanik kennt, sieht die Konsequenz in jedem Preis: dasselbeispiel, nicht dasselbeispiel, in jedem Preis, derselben Mechanik. Eine Quote entspricht deshalb genau der Quote, die im Wettschein steht: Einsatz mal Quote ist der Bruttoertrag, und der Nettogewinn entspricht dem Ertrag minus dem Einsatz.

Eine hohe Schiedsrichterleiter aus Metall steht unbesetzt neben einem Hartplatz, die Abendsonne wirft lange Schatten.
Die ATP Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November; seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen.

Die Sporttip-Spielregeln rechnen den Gewinn aus Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten) und runden ihn zuerst auf zwei Nachkommastellen auf, dann auf fünf Rappen genau ab. Das ist mehr als eine Fussnote, denn bei kleinen Einsätzen entscheidet die Rundung darüber, ob das Trinkgeld nach dem Match tatsächlich passt oder ob es unter dem Strich nur fünf Rappen sind.

Eine Wette kann auf das ganze Match gehen oder auf ein Teilstück davon. Spielsieger, Satzwetten, Handicaps, Über/Unter und Langzeitwetten auf einen Titel verteilen das Risiko sehr unterschiedlich, und nicht jede Wettart steht zu jeder Partie im Wettprogramm. Auf der Gespa-Liste stehen ATP-Turniere als bewilligte Wettbewerbe; was innerhalb eines Spiels erlaubt ist, regelt der Veranstalter in seinem Wettprogramm. Wer eine Wettart sucht, die nicht angeboten wird, kann sie auf der Gespa-Liste prüfen und im Wettprogramm nachsehen, ob sie zum Spiel aufgeschaltet ist.

Die reguläre Spielzeit bei Sporttip umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Tiebreak zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Tiebreak im dritten Satz ist also nicht zwingend Teil der «regulären Spielzeit», und eine Wette auf den Satzstand hängt davon ab, ob das Wettprogramm den Tiebreak mitzählt oder nicht.

Die Quote enthält stets eine Marge des Anbieters. Wie gross diese Marge in einem konkreten Markt ausfällt, zeigt das Rechenbeispiel im nächsten Abschnitt.

Wie die Marge in einer Quote steckt und was eine 1.90/1.90-Wette über den Markt verrät

Eine Wette zu Quote 1.90 auf jeden der beiden Spieler wirkt ausgeglichen, ist es aber nicht. Über zwei Ausgänge addieren sich die impliziten Wahrscheinlichkeiten zu 100 %/1.90 + 100 %/1.90, also 52.63 % + 52.63 % = 105.26 %. Die Auszahlungsquote des Marktes liegt damit bei 1 ÷ 1.0526 = 95.00 %, und die Marge des Anbieters bei 5.00 %.

Eine Holzbank an einem Seeufer mit Blick auf eine Bergkette im Morgendunst, das Wasser ist spiegelglatt.
Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz.

Das heisst: Von jedem Franken Einsatz, der in diesem Markt platziert wird, wandern rund fünf Rappen in die Marge des Veranstalters, der Rest zurück an die Spielenden. Die Marge ist umso höher, je weiter die Quoten von der «wahren» Wahrscheinlichkeit abweichen, und sie ist über Märkte und Veranstalter hinweg sehr unterschiedlich. Eine 1.95/1.95-Wette zeigt 102.56 % implizite Wahrscheinlichkeit, also rund 2.56 % Marge; eine 1.80/1.80-Wette liegt schon bei 111.11 %, also 11.11 % Marge. Die Spanne ist das, was eine Quote über den Markt verrät, lange bevor das Match beginnt.

Die Sporttip-Quote für ein ATP-Match bewegt sich in der Praxis meist in einem Band von rund 4 bis 8 % Marge auf den Spielsiegermärkten; in kleineren Märkten wie einem Handicap oder einem Über/Unter auf die Gesamtzahl der Spiele kann die Marge höher liegen. Die Auszahlungsquote ist die Kehrseite der Marge: 100 % minus Marge ist der Anteil der Einsätze, den der Markt langfristig an die Spielenden zurückgibt.

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette: was die Form mit dem Risiko macht

Eine Einzelwette setzt auf eine Voraussage. Das Risiko ist genau das, was die Quote zeigt.

Eine Kombinationswette multipliziert die Quoten der Voraussagen zu einer Gesamtquote. Aus drei Voraussagen zu 1.60, 1.90 und 2.20 wird eine Gesamtquote von 1.60 × 1.90 × 2.20 = 6’688; bei einem Einsatz von CHF 10 ist der Bruttoausage CHF 66.88. Eine einzige falsche Voraussage macht die ganze Kombination wertlos, und die Marge wächst mit jeder weiteren Voraussage, weil die Marge jedes Einzelschritts in die Gesamtquote eingerechnet wird.

Eine Systemwette kombiniert mehrere Wetten so, dass ein Teil der Voraussagen falsch sein darf und die Wette trotzdem etwas zurückzahlt. Bei Sporttip ist der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Das ist ein Hinweis auf das Risiko: Eine Systemwette ist teurer im Maximaleinsatz, aber sie verzeiht Fehler.

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert, und der Boost wird bei einem Cash-Out nicht ausbezahlt.

Cash-Out, Livewette und Bet Builder: was die Zusatzfunktion kostet, wenn sie zieht

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist die Konsequenz, wenn die Live-Übertragung eine Sekunde verzögert ist: die Wette kann in genau dem Moment angenommen werden, in dem der Ballwechsel schon entschieden ist, und wird mit Quote 1.00 verrechnet.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Bet Builder ist also nicht nur eine Bequemlichkeit, sondern eine Voraussetzung dafür, dass die Wette überhaupt steht.

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert.

ATP-Saison 2026: Welche Turniere auf der Gespa-Liste stehen und was sie vom Spielkalender unterscheidet

Die ATP Tour wird vom Spielerverband ATP organisiert und gilt als höchste Turnierserie im professionellen Herrentennis, oberhalb der ATP Challenger Tour und der ITF Future Tour. Die vier Grand-Slam-Turniere werden vom Weltverband ITF veranstaltet und gehören nicht zur ATP Tour. Die ATP Finals bilden jeweils im November den Saisonabschluss der ATP Tour für die acht besten Spieler der Saison.

Die ATP Tour 2025 umfasste 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere; Dallas, Doha und München stiegen zu ATP-500-Turnieren auf. Die ATP Tour 2026 beginnt am 2. Januar 2026; Carlos Alcaraz gewann bei den Australian Open 2026 das Herreneinzel-Finale gegen Novak Đoković mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5.

Die ATP Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November; seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen. Die Saison ist also kein Kalenderjahr, sondern ein sportlicher Jahreslauf mit Sommerloch im Hochsommer. Olympische Spiele, Davis Cup und die ITF-Saison liegen teilweise parallel; sie sind eigene Wettbewerbe und stehen auf der Gespa-Liste, soweit sie bewilligt sind.

Die Kategorien erklären, was ein Turnier für die Quote bedeutet. ATP-Masters-1000-Turniere ziehen die Weltspitze an und haben die längste Wettliste, ATP-500-Turniere ein etwas dünneres Feld und ATP-250-Turniere die kürzeste. Auf den unteren Stufen steigt die Marge, weil das Angebot an Wetten kleiner ist und der Veranstalter weniger liquide Märkte anbietet. Auf den Masters-1000-Märkten ist die Auswahl an Handicap- und Über/Unter-Wetten breit; auf ATP-250-Ebene ist sie oft auf den Spielsieger und wenige Nebenmärkte beschränkt.

Die Gespa-Liste führt die ATP-Turniere als bewilligte Wettbewerbe. Wer auf ein bestimmtes ATP-250-Turnier wetten will, prüft auf der Liste, ob es im aktuellen Turnus aufgeführt ist; ist es nicht aufgeführt, ist es in der Schweiz nicht wettbar. Eine Wette, die ein Veranstalter irrtümlich trotzdem anbietet, wird nach den Spielregeln behandelt, in der Regel als Quote 1.00 oder als Storno.

Belag, Form und Head-to-Head: was die Quote über die Spieler verrät, bevor sie über das Match verrät

Ein ATP-Spieler hat auf jedem Belag eine andere Bilanz. Ein Sandplatzspezialist verliert auf Hartplatz gegen einen Allrounder, der auf Hartplatz dominiert; eine Quote, die das ignoriert, ist eine Quote, die der Markt längst korrigiert hat. Die Quoten vor einem Match enthalten die jüngsten Resultate, die Head-to-Head-Bilanz auf dem Belag, die Verletzungslage und die Müdigkeit aus dem Vorprogramm.

Die Form ist über die letzten zehn bis zwanzig Matches aussagekräftig; über drei Matches ist sie Stimmung. Wer eine Quote liest, sieht das Ergebnis dieser Abwägung. Wer gegen die Quote wettet, wettet gegen einen Markt, der mehr Informationen verarbeitet hat, als der einzelne Spielende zur Verfügung hat. Das ist keine Warnung, sondern die Mechanik: Die Marge gehört dem Veranstalter, der Informationsvorsprung meist dem Markt.

Auf Sand ist die Varianz der Resultate höher als auf Hartplatz, weil Ballwechsel länger dauern und der Aufschlag weniger dominiert. Auf Rasen ist die Varianz am höchsten, weil die Saison kurz ist und die Spieler weniger Matches auf dem Belag haben. Eine Wette auf einen klaren Favoriten verliert auf Rasen öfter als auf Hartplatz, und die Quote hat das eingepreist.

Livewette auf der ATP Tour: was die Verzögerung mit der Wette macht

Eine Livewette wird Sekunden nach dem tatsächlichen Spielereignis platziert. Verzögert der Stream um eine Sekunde, ist die Quote eine Sekunde alt; verzögert der Wettserver um eine Sekunde, ist die Wette eine Sekunde zu spät. Bei Sporttip zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Die Konsequenz ist einfach: Wer live wettet, akzeptiert ein Timing-Risiko, das in der Prematch-Wette nicht besteht. Auf schnellen Belägen wie Hartplatz und Rasen ist das Risiko am höchsten, weil der Ballwechsel in zwei Sekunden entschieden sein kann. Auf Sand ist es niedriger, aber es bleibt. Eine Livewette ist kein schnellerer Weg zur gleichen Quote, sondern eine Wette zu einer Quote, die der Markt gerade neu berechnet.

Cash-Out auf einer Livewette ist eine Funktion auf dieser Mechanik: Der Veranstalter kauft die Wette zurück, sobald sich das Spiel dreht, und der Cash-Out-Betrag folgt der neuen Quote. Cash-Out ist deshalb nicht «Sicherheit», sondern eine andere Form, das gleiche Risiko zu handeln.

Die zehn Anbieter im Vergleich: Wer in der Schweiz was anbieten darf

In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport Sportwetten anbieten. Jede andere Marke ist «ohne Schweizer Bewilligung» und unterliegt nicht der Aufsicht durch die Gespa; ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen und vom DNS der Schweizer Telekomanbieter blockiert werden. Schweizer Spielende können sich dort anmelden, aber ohne Schweizer Schutz, ohne Schweizer Spielsperre und ohne Schweizer Rekurs.

Die folgende Tabelle ordnet die Anbieter nach ihrer Bewilligungslage und zeigt, was sie anbieten dürfen und was nicht.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter und Produkt
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); Produkt Jouez Sport
Rabona ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Schweizer Lizenz nachgewiesen
Jackbit ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Schweizer Lizenz nachgewiesen
Sportuna ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Schweizer Lizenz nachgewiesen
Fezbet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Schweizer Lizenz nachgewiesen
Boomerang Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Schweizer Lizenz nachgewiesen
PowBet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Schweizer Lizenz nachgewiesen
HornetBet ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Schweizer Lizenz nachgewiesen
BetFury ohne Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Schweizer Lizenz nachgewiesen

Die Konsequenz dieser Ordnung ist doppelt: Ein Spieler, der bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung wettet, kann sich nicht an die Gespa wenden, wenn der Anbieter eine Auszahlung verweigert; ein Gewinn aus einem ausländischen Anbieter ist in einigen Kantonen anders zu versteuern als ein Gewinn aus einem bewilligten Veranstalter. Beide Punkte werden in den folgenden Abschnitten vertieft.

Swisslos Sporttip: Die breite Quote im Swisslos-Vertragsgebiet

Swisslos wird von der SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel veranstaltet; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen; wer in Genf oder Waadt wohnt, nicht.

Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz (für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey, Sporthilfe); aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Die Zahlen zeigen, wohin die Marge fliesst: in die Kantone, nicht in eine Privatkasse.

Das Sporttip-Wettprogramm ist die breiteste legale Quelle für ATP-Wetten in der Schweiz; die Tiefe pro Turnier hängt von der Kategorie ab. Auf Masters-1000-Ebene sind Spielsieger, Handicap, Über/Unter auf Spiele und Games, Satzwetten und oft Langzeitwetten auf den Turniersieg im Programm; auf ATP-250-Niveau ist das Programm schmaler. Die Marge ist auf den grossen Märkten enger, auf den kleinen weiteren.

Was die Swisslos-Form kostet, wenn ein Spieler sie reizt: Verlustlimiten werden vom Spieler selbst gesetzt, eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, der Tageshöchstwert liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Das ist ein doppelter Schutz: Die Limite zwingt zu einer Pause zwischen Wunsch und Erhöhung, und sie ist höher als das, was die meisten Spielenden pro Tag riskieren würden. Der Schutz ist ehrlich gemeint, aber er wirkt nur, wenn er vor dem ersten Tipp gesetzt wird.

Loterie Romande Jouez Sport: Die Westschweizer Quote

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen; wer in Zürich wohnt, nicht.

Das Jouez Sport-Programm entspricht in der Struktur dem von Sporttip, weil beide auf der gleichen Gespa-Liste aufsetzen; die Tiefe pro Turnier kann abweichen, weil jeder Veranstalter sein Wettprogramm selbst kuratiert. Auf den grossen Masters-1000-Turnieren sind beide Programme breit; auf kleineren Turnieren kann eines der beiden Programme weniger Märkte anbieten als das andere.

Der Vorteil der Loterie Romande liegt in der Westschweiz: Wer im Vertragsgebiet wohnt, findet hier eine lokale Anlaufstelle mit einer Westschweizer Verkaufsstellenstruktur. Der Nachteil ist die geografische Beschränkung: Wer an der Sprachgrenze wohnt und im anderen Vertragsgebiet arbeiten möchte, kann sich nicht anmelden.

Rabona, Jackbit, Sportuna, Fezbet, Boomerang Bet, PowBet, HornetBet, BetFury: Die ausländische Vergleichsbasis

Die acht ausländischen Marken in der Tabelle haben eines gemeinsam: Sie besitzen keine Schweizer Bewilligung, weil das Geldspielgesetz solche Bewilligungen gar nicht vorsieht. Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer dort ein Konto eröffnet, kann dort wetten, aber:

Diese Marken werden hier genannt, weil Schweizer Spielende ihnen online begegnen; sie werden nicht empfohlen. Wer auf einer dieser Plattformen spielt, tut das ausserhalb des Schweizer Schutzrahmens und ohne Schweizer Aufsicht.

Die Reihenfolge der acht ausländischen Marken folgt keiner qualitativen Hierarchie: Sie haben alle den gleichen Status «ohne Schweizer Bewilligung», und die Plattformen unterscheiden sich in Angebot und Bedingungen, die hier nicht geprüft sind.

Was «bewilligt» in der Schweiz heisst und warum die Liste so kurz ist

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel und unterstehen dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Aufsichtsbehörde ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern; das Geldspielkonkordat ist seit 1. Januar 2021 in Kraft. Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: der Veranstalterbewilligung und der Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21-25 BGS). Die Veranstalterbewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos und Loterie Romande. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Eine Schweizer Bewilligung ist also keine Auszeichnung, die ein Anbieter «auch» hat, sondern die einzige Form, in der eine Schweizer Sportwette legal angeboten werden darf.

Was gewettet werden darf, regelt die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Stand 10.09.2026). Die Liste ist geschlossen: Was nicht draufsteht, ist nicht bewilligt. Auf der Liste stehen ATP-Turniere; was innerhalb eines Spiels erlaubt ist, hängt davon ab, ob die Wettart (zum Beispiel Handicap, Über/Unter, Satzwette) auf der Liste auftaucht. Auf der Liste stehen keine Eckball- oder Kartenmärkte und keine Esports-Sektion.

Online-Konten erfordern Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis im Vertragsgebiet des Veranstalters. Wer aus dem Ausland auf eine Schweizer Plattform zugreift, kann sich nicht anmelden; die Veranstalter prüfen die Adressdaten aus dem hochgeladenen Ausweis gegen Datenbanken.

Wer in der Schweiz überhaupt wettberechtigt ist

Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Wer als Trainer, Physiotherapeut oder Schiedsrichter in einem Match eine Rolle spielt, darf auf dieses Match ebenfalls nicht wetten, weil eine Wette auf eine eigene Partie gegen die Spielregeln verstösst.

Pro Person ist nur ein Konto zulässig. Die Identität wird aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Mehrfachkonten sind unzulässig und führen zur Schliessung des Kontos und zur Einziehung der Gewinne.

Die Registrierung bei Swisslos erfordert mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren.

Spielsperre und Verlustlimiten: Was Spielende selbst in der Hand haben

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Die Spielsperre ist die stärkste Form des Selbstausschlusses, weil sie registerweit gilt. Eine Selbstsperre für 30 Tage ist eine Pause, die nichts kostet, wenn sie eingehalten wird, und die den Zugang zum Konto sperrt. Eine unbefristete Sperre wird nur über eine Fachstelle aufgehoben.

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Die Konsequenz ist, dass die Limite vor dem ersten Tipp steht, nicht erst nach einem Verlust. Wer die Limite später erhöhen will, wartet drei Tage; wer sie senken will, wartet keine Sekunde. Das ist absichtlich asymmetrisch: Senken ist einfach, Erhöhen ist ein bewusster Akt.

Werbung, Boni und das, was auf der Seite nicht steht

Werbung für Sportwetten darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht auf Minderjährige oder gesperrte Personen zielen (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS).

Auf Schweizer Werbeplakaten tauchen deshalb keine 100 %-Bonus-Versprechen auf. Die grossen Bonus-Banner im Internet gehören zu Anbietern ohne Schweizer Bewilligung. Wer dort spielt, sieht diese Banner, kann sie aber nicht ohne weiteres einlösen, weil die Plattformen für Schweizer Spielende über DNS blockiert sein können.

Die Verrechnungssteuer auf Gewinnen aus Grossspielen, die Auszahlungsmodalität und die Haltefrist für die Spielquittung sind in den Spielregeln geregelt; sie sind nicht Teil der Werbung. Ein Spieler, der Fragen hat, liest die Spielregeln oder fragt die Kundendienststelle des Veranstalters.

Steuern auf Wettgewinnen

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinnwinn und werden erst darüber besteuert; die bundesrechtliche Schwelle beträgt CHF 1’071’000 ab dem 1. Januar 2026 (CHF 1’070’400 im Jahr 2025). Die kantonale Schwelle weicht ab, weshalb die Faustregel «je nach Kanton» lautet und nicht eine einzelne Zahl lautet.

Über der Schwelle zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die der Spielende über die Steuererklärung zurückholen kann. Ein typischer Wettende gewinnt weit unter der Schwelle und zahlt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn.

Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis, etwa im Thurgau, behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen unabhängig vom Betrag. Das macht die ausländische Plattform nicht «besser», sondern nur anders: Die Spielende trägt das Versteuerungsrisiko selbst und ohne Quellensteuer, die an der Auszahlung abgezogen wird.

Auf den Einsatz fällt keine Schweizer Wettsteuer; die Schweiz kennt keine Wettsteuer auf den Einsatz. Was vom Einsatz abgeht, ist die Marge des Veranstalters, die im Quotenniveau steckt.

Spielerinnen und Spieler in der Verantwortung: Was die Schutzmechanismen leisten und wo sie an Grenzen stossen

Die Verlustlimite und die Spielsperre sind Selbstschutzinstrumente. Sie wirken nur, wenn sie vor dem ersten Tipp gesetzt werden, und sie wirken nur, wenn der Spieler oder die Spielerin sich an sie hält. Die 72-Stunden-Frist für eine Limitenerhöhung ist der eine Hebel; die obligatorische Setzung vor dem ersten Tipp ist der andere.

Die Spielsperre wirkt registerweit: Wer sich bei Swisslos für ein Produkt sperrt, kann sich nicht gleichzeitig bei Loterie Romande anmelden, und umgekehrt; eine Spielsperre in einem Schweizer Online-Casino schliesst die Sportwettenkonten mit ein. Die Sperre wird auf Antrag aufgehoben, frühestens nach drei Monaten, mit Beteiligung einer Fachstelle.

Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt und dabei an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Das ist kein Schutz, der an der Verkaufsstelle hält; er hält nur am Online-Konto, wo die Identität geprüft wird. Wer an einer Verkaufsstelle spielt, sollte wissen, dass die Kontrolle vor Ort lückenhaft sein kann.

Die wichtigste Frage ist nicht «was darf ich wetten», sondern «was ist mein Verlustlimit, und halte ich es ein». Das ist die Frage, die jeder Spieler und jede Spielerin für sich beantworten muss, bevor die erste Wette platziert wird.

Wo Spielende Hilfe finden

Die Fachstellen der Kantone und das Nationale Zentrum für Spielsucht bieten Beratung und Selbsttests. Die Spielsperre wird über die Veranstalter beantragt; eine Aufhebung läuft über die Fachstellen und nicht direkt beim Veranstalter.

Eine Spielsperre im Register gilt schweizweit und in Liechtenstein, und sie wird nicht vom Veranstalter allein aufgehoben. Das ist die Konsequenz aus dem Register: Es ist nicht der Veranstalter, der den Zugang schliesst, sondern die Fachstelle, die den Antrag prüft und die Aufhebung genehmigt.

Häufig gestellte Fragen

Auf welche ATP-Turniere kann in der Schweiz gewettet werden?

Auf alle ATP-Wettten, die auf der Gespa-Liste der bewilligten Wettbewerbe stehen. ATP-Masters-1000, ATP-500 und ATP-250 sind als Kategorien bewilligt; ob ein einzelnes Turnier in der laufenden Saison auf der Liste steht, prüft der Spieler an der Gespa-Liste (Stand 10.09.2026) oder im Wettprogramm von Sporttip bzw. Jouez Sport. Die Grand-Slam-Turniere werden von der ITF veranstaltet und sind ebenfalls bewilligt, aber nicht Teil der ATP Tour.

Wie entsteht die Quote bei einem Tennismatch, und welchen Einfluss hat der Belag?

Die Quote setzt sich aus drei Komponenten zusammen. Erstens die Wahrscheinlichkeit, die der Markt dem Ausgang beimisst; sie ergibt sich aus den jüngsten Resultaten, der Bilanz auf dem Belag und der Formkurve. Zweitens die Marge des Anbieters, die in jeder Quote steckt; sie ist auf grossen Märkten enger, auf kleinen weiteren. Drittens das Wettaufkommen, das die Quote kurz vor Spielbeginn noch verschiebt. Der Belag ist die wichtigste Einflussgrösse: Auf Sand ist die Varianz höher als auf Hartplatz, auf Rasen am höchsten, und die Quote hat das in den Quoten für Favorit und Aussenseiter eingepreist.

Wie wird eine Wette behandelt, wenn ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird?

Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nachgeholt, wird die Wette nach den Spielregeln des Veranstalters behandelt; in der Regel wird der Einsatz zurückerstattet oder die Wette mit Quote 1.00 gewertet, je nach Spielregel und Wettart. Die genauen Bedingungen stehen in den Sporttip-Spielregeln und Teilnahmebedingungen. Der Spieler oder die Spielerin liest die Regelung vor der Platzierung der Wette, weil die Behandlung zwischen Prematch und Livewette und zwischen Einzel- und Kombinationswette unterschiedlich sein kann.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?

Der Gewinn entspricht dem Einsatz mal der Quote. Bei einer Einzelwette zu Quote 2.10 und einem Einsatz von CHF 50 beträgt der Bruttoertrag CHF 105.00, der Nettogewinn CHF 55.00. Bei einer Kombinationswette multiplizieren sich die Quoten der Voraussagen zur Gesamtquote; der Bruttoertrag ist der Einsatz mal die Gesamtquote. Der Gewinn wird bei Sporttip zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet.

Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den beiden Schweizer Veranstaltern?

Bei Sporttip müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage selbst gesetzt werden (Obergrenze CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine Selbstsperre ist für 1 bis 180 Tage möglich, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird ins schweizweite Register eingetragen. Die Loterie Romande bietet vergleichbare Mechanismen unter Jouez Sport an. Wer eine Spielsperre löst, kann sie frühestens nach drei Monaten über eine Fachstelle wieder aufheben lassen.

Sind Gewinne steuerfrei, und was bedeutet «je nach Kanton» beim Steuerfreibetrag?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinnwinn; die bundesrechtliche Schwelle beträgt CHF 1’071’000 ab dem 1. Januar 2026. Die kantonale Schwelle weicht ab, weshalb die Faustregel «je nach Kanton» lautet. Über der Schwelle werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, sind aber im Thurgau voll steuerbar und in anderen Kantonen anders zu behandeln; die kantonale Steuerverwaltung gibt Auskunft über den Einzelfall.

Inhalt erstellt vom Team «rasentenniswetten»