Systemwetten-Rechner in der Schweiz: Rechenwege, Limits und was die Arithmetik wirklich kostet

Updated Oktober 2026
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Ein Taschenrechner liegt neben einem Bleistift und einem karierten Blatt mit handgezeichneten Kurven auf einem hellen Holztisch.

Wer eine Systemwette tippt, gibt einen Gesamteinsatz aus, der sich auf viele Teilwetten verteilt; wer eine Kombiwette spielt, vervielfacht die Einzelquoten zu einer Gesamtquote; wer eine Einzelwette setzt, multipliziert Einsatz und Quote zum möglichen Rücklauf. Das ist die ganze Arithmetik, und ein Rechner nimmt einem das Rechnen ab, nicht das Verlieren. Was er zeigt, ist Mechanik; was er nicht zeigt, ist die Marge, die in jeder Quote steckt. Dieser Text beschreibt die Rechenwege für System-, Kombi- und Einzelwetten bei den beiden in der Schweiz zugelassenen Veranstaltern, die Limits, die dabei gelten, und was ein Rechner eben nicht leistet: er macht eine Wette nicht sicher.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Stand der Angaben: Oktober 19, 2026; Lizenzangaben gegen das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) und die Gespa-Liste geprüft.

Wettmärkte und Wettarten: wo der Rechner ansetzt

Was eine Systemwette von einer Kombiwette unterscheidet

Eine Einzelwette trifft eine Voraussage auf ein Ereignis; ihr möglicher Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote. Eine Kombiwette kombiniert mehrere Voraussagen, und die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten: bei zwei Quoten 1.80 und 2.20 ergibt sich eine Gesamtquote von 3.96, und bei einem Einsatz von CHF 10 ein möglicher Gewinn von CHF 39.60. Eine Systemwette fasst mehrere Kombiwetten aus einem gemeinsamen Pool von Voraussagen zu einem Wettschein zusammen; pro Teilwette wird der Einsatz aufgeteilt, und der Gesamteinsatz ist die Summe dieser Anteile. Weil pro Teilwette nur ein Teil der Voraussagen treffen muss, um einen Gewinn auszulösen, liegt der Unterschied in der Risikostreuung – nicht in der Gesamtquote, die für jede Teilkombination nach derselben Regel Produkt der Einzelquoten bleibt.

Was die Rechenmaschine bei Sporttip für eine Systemwette konkret liefert: zuerst den Voraussagen-Pool, dann alle möglichen Kombinationen daraus, dann pro Teilkombination die Gesamtquote als Produkt der enthaltenen Einzelquoten, dann den Anteil des Gesamteinsatzes pro Teilkombination und zuletzt den möglichen Gewinn pro Teilkombination als Anteil mal Gesamtquote. Was sie nicht liefert: die Wahrscheinlichkeit, dass der gewählte Pool tatsächlich aufgeht. Die Mechanik ist deterministisch; die Auszahlung hängt vom Ausgang der Sportereignisse ab.

Welche Wettarten sich kombinieren lassen

Voraussagen aus unterschiedlichen Sportarten und unterschiedlichen Märkten desselben Ereignisses lassen sich zu Kombinationen zusammenfügen. Was nicht geht: voneinander abhängige Voraussagen aus derselben Sportveranstaltung direkt zu kombinieren. Solche Wetten nimmt Sporttip ausschliesslich über die Bet-Builder-Funktion an; nimmt sie eine solche Kombination versehentlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Grund liegt in der gegenseitigen Beeinflussung – wer auf «Heimsieg» und «über 2.5 Tore» desselben Spiels setzt, setzt de facto auf das gleiche Ereignis mit zwei Formulierungen.

Welche Wettarten überhaupt zur Verfügung stehen, ist eine Sache der Gespa-Liste. Diese Liste ist geschlossen: nur die Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, die auf dieser Liste stehen, dürfen überhaupt angeboten werden. Was nicht auf der Liste steht – Eckbälle, Kartenmärkte, Esports – existiert im Schweizer Wettprogramm nicht. Wer solche Märkte anderswo sieht, sieht sie bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung.

Quotenschlüssel und Marge

Jede Quote enthält eine Marge des Veranstalters. Der Quotenschlüssel, also die Auszahlungsquote des Marktes, ist die Summe der Kehrwerte aller angebotenen Quoten eines Marktes, invertiert: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ). Die Marge ist 100 % minus Auszahlungsquote. Bei einem Drei-Wege-Markt mit 2.10, 3.40 und 3.60 beträgt die Summe der Kehrwerte 0’476 + 0’294 + 0’278 = 1’048, die Auszahlungsquote 95.4 %, die Marge 4.6 %. Bei vier Quoten, etwa einem Handicap-Markt mit 2.30, 3.20, 2.90 und 3.50, addieren sich 0’435 + 0’313 + 0’345 + 0’286 = 1’379, Auszahlungsquote 72.5 %, Marge 27.5 % – ein deutlich grösserer Anteil, weil die vier Wege die Trefferwahrscheinlichkeit weiter auffächern.

Der Rechner zeigt diese Marge nicht. Er rechnet, was zurückkommt, wenn die Wette gewinnt. Was er nicht zeigt: was die Marge über lange Strecke kostet. Bei einer durchschnittlichen Marge von 5 % verliert der Markt langfristig 5 % jedes gesetzten Frankens an die Marge, bevor überhaupt die Trefferwahrscheinlichkeit eingeht.

Grundlagen der Rechnung: Einsatz, Quote, Gesamtquote

Die Grundformel für Einzel- und Kombiwetten

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Bei einer Einzelwette mit Einsatz CHF 10 und Quote 2.40 sind das CHF 24. Bei einer Kombiwette mit drei Voraussagen 1.60, 2.10 und 2.80 und einem Einsatz von CHF 5 ergibt die Gesamtquote 1.60 × 2.10 × 2.80 = 9.41, der mögliche Gewinn CHF 5 × 9.41 = CHF 47.05. Der Nettobetrag, also der Gewinn ohne den Einsatz, ist 9.41 minus 1, mal 5, also CHF 42.05.

Ein Basketball ruht auf dem polierten Parkett einer leeren Halle, Nachmittagslicht fällt durch hohe Fenster.
Bei Sporttip beträgt der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000 und für eine Systemwette CHF 10'000.

Was sich hier zeigt: die Gesamtquote wächst mit jeder weiteren Voraussaga, aber die Wahrscheinlichkeit, dass alle Voraussagen treffen, sinkt. Bei einer angenommenen Trefferquote von 60 % pro Voraussage sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei treffen, auf 21.6 %, bei fünf Voraussagen auf 7.8 %. Das Produkt der Quoten kompensiert diese sinkende Wahrscheinlichkeit nur teilweise – schliesslich enthält jede Quote ihre eigene Marge.

Wie eine Systemwette rechnerisch zerfällt

Ein System «3 aus 4» enthält vier Voraussagen und vier mögliche Dreier-Kombinationen. Ein System «2 aus 4» enthält vier Voraussagen und sechs mögliche Zweier-Kombinationen. Pro Teilkombination berechnet sich die Gesamtquote als Produkt der enthaltenen Einzelquoten, und der Gewinn pro Teilkombination als Anteil des Einsatzes mal Gesamtquote. Bei vier Voraussagen mit Quoten 1.50, 1.80, 2.20 und 2.50 und einem System «2 aus 4» mit Gesamteinsatz CHF 20 entfallen CHF 3.33 auf jede der sechs Teilkombinationen. Die Gesamtquoten der sechs Zweier-Kombinationen betragen 1.50×1.80=2.70, 1.50×2.20=3.30, 1.50×2.50=3.75, 1.80×2.20=3.96, 1.80×2.50=4.50 und 2.20×2.50=5.50; die Gewinne pro Treffer sind CHF 9.00, 11.00, 12.50, 13.20, 15.00 und 18.33.

Was die Systemwette gegenüber der Kombination bringt: der Gewinn fällt anteilig aus, wenn nur ein Teil der Voraussagen trifft. Bei der Kombination «alle vier treffen» hätte derselbe Gesamteinsatz von CHF 20, gleichmässig auf die eine Vierer-Kombi verteilt, eine Gesamtquote von 1.50×1.80×2.20×2.50=14.85 und einen Gewinn von CHF 297 ergeben – aber nur, wenn alle vier Voraussagen eintreffen. Trifft nur eine, ist die ganze Wette verloren. Bei der Systemwette «2 aus 4» bekommt der Betrag für jede Zweier-Kombination, die trifft, einen Gewinn; der Einsatz der nicht treffenden Kombinationen ist verloren. Das ist Streuung mit Kosten: der Einsatz wird auf mehrere Kombinationen verteilt, von denen bei einem Volltreffer nicht alle gleichzeitig gross auszahlen.

Der Kombiboost und seine Marge

Sporttip bietet online einen Kombiboost, der den Nettogewinn einer Kombiwette prozentual erhöht: 5 % bei vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Der Boost wird auf den Nettogewinn gelegt, nicht auf den Bruttobetrag; er ist also ein Aufschlag auf den Gewinn, nicht auf den Einsatz. Das verändert das Verhältnis von Gewinn und Einsatz nicht fundamental – ein 100 %-Boost auf einen Nettogewinn von CHF 40 verdoppelt diesen auf CHF 80, lässt aber die Marge pro Quote unberührt.

Was sich daran zeigt: der Boost verschiebt das Verhältnis zugunsten des Spielenden nur, wenn er tatsächlich greift, und er greift nur, wenn alle Voraussagen treffen. Bei einer angenommenen Trefferquote von 60 % pro Voraussage sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass alle vier treffen, auf 12.96 %; bei sieben Voraussagen auf 2.79 %. Der Boost ist eine Belohnung für die unwahrscheinliche Variante, nicht eine Korrektur der wahrscheinlichen.

Rundung und ihre Konsequenz

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Das ist ein zweimaliger Schritt: 1’574 wird zuerst auf 1.58 gerundet, dann auf 1.55 abgerundet. Bei grösseren Einsätzen ist das marginal; bei kleinen Einsätzen kann es einen Rappen Unterschied machen. Für den Spielenden ist die Richtung der Rundung relevant: die Aufrundung auf zwei Nachkommastellen vor der Abrundung auf 5 Rappen verschiebt in den meisten Fällen nach unten, weil der zweite Schritt stärkt wiegt.

Der Grund liegt in der Auszahlungsmechanik: 5 Rappen ist die kleinste Schweizer Münze unter dem Franken, und eine Auszahlung in Bruchteilen eines Rappen ist technisch nicht möglich. Die Reihenfolge – zuerst Aufrundung, dann Abrundung – wirkt wie ein doppelter Sicherheitsschritt zugunsten des Veranstalters. Der Rechner zeigt diese Rundung meist transparent; was er nicht zeigt, ist die kumulierte Wirkung über viele Wetten.

Rechtslage in der Schweiz: zwei Veranstalter, eine Liste

Wer in der Schweiz Sportwetten anbieten darf

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel und fallen unter das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Sie werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21-25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt; die Gespa veröffentlicht mit der Sperrliste lediglich die Liste der blockierten ausländischen Domains.

Ein gepflegter Tennisplatz im Morgengrauen, über der Grundlinie hängt leichter Nebel und die Bänke am Rand sind leer.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019.

Die beiden Veranstalter bedienen klar getrennte Gebiete. Swisslos mit Sitz in Basel führt Sporttip in den Deutschschweizer Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch; Loterie Romande mit Sitz in Lausanne führt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura durch. Wer in einem dieser Kantone wohnt und ein Online-Konto eröffnen will, kann das nur beim zuständigen Veranstalter tun.

Was auf den Wettschein darf und was nicht

Erlaubt sind nur Sportereignisse; Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind nicht zulässig. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Fassung 10.09.2026, nach Art. 25 BGS und Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden sind nur dann zugelassen, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe nur dann, wenn sie auf der Liste stehen; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet; Trainingsläufe sind nie wetbar. Die Liste zeigt keine Eckball- oder Kartenmärkte und keinen Esports-Bereich; wer solche Märkte sucht, sucht sie anderswo – und zwar nicht bei einem bewilligten Anbieter.

Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Livewetten sind erlaubt, Prematch und Live, wo der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat; das BGS enthält keine gesetzliche Einschränkung bestimmter Live-Märkte. Cash-Out ist nicht gesetzlich geregelt; zu beschreiben ist es nur als Feature des jeweiligen Veranstalters.

Wer mit Online teilnehmen darf

Die Online-Registrierung bei Swisslos verlangt mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Bei Sporttip stehen Wetten Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Das bedeutet praktisch: Wer im Swisslos-Gebiet wohnt, kann ein Konto bei Swisslos eröffnen; wer im Loterie-Romande-Gebiet wohnt, kann ein Konto bei Loterie Romande eröffnen; wer zum Beispiel im Wallis wohnt, hat keinen Zugang zu einem Online-Konto bei Swisslos. Eine Wohnsitznahme wechselt das zuständige Veranstalter, nicht den Zugang zu beiden.

Spielerschutz: Limiten, Sperren und Selbstausschluss

Selbst gesetzte Verlustlimiten

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999; unter 21 Jahren liegt die Oberlimite bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – nicht nach 24 Stunden, wie es das Gesetz vorsieht, weil Swisslos eine strengere Frist anwendet. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Das System setzt diese Limiten selbst, nicht der Staat; die Schweiz kennt keine gesetzlich fixe Einzahlungs-Obergrenze.

Die Logik dahinter: wer eine Systemwette spielt, setzt mehrere Teilwetten gleichzeitig, und der Gesamteinsatz kann rasch grösser werden als geplant. Eine Verlustlimite, die nur einen Teil des Geschehens erfasst, schützt nur teilweise. Bei einer Systemwette «3 aus 5» mit Gesamteinsatz CHF 50 und fünf Voraussagen mit Quoten von 1.80 bis 2.50 enthält der Wettschein zehn Teilkombinationen, und der Gesamtumsatz liegt über dem Wetteinsatz, sobald die Quoten multipliziert werden – nicht im Einsatz, aber im Risiko. Die Verlustlimite wird dadurch relevant, sobald die Wette verloren ist und der Folgeverlust in der Limite zählt.

Spielsperre und Sperrregister

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Sperrungstatbestände sind im BGS geregert (Art. 80-82): der Ausschluss überschuldeter oder spielsüchtiger Personen und der Selbstausschluss, eingetragen in ein gemeinsames Register der ausgeschlossenen Personen. Eine freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Für Systemwetten ist das in zweierlei Hinsicht relevant: erstens, weil die Übersicht über mehrere Teilwetten die Kontrolle über das eigene Spiel erschwert; zweitens, weil das Sperrregister produktbezogen funktioniert – wer sich bei Sporttip sperrt, ist nicht automatisch auch bei Jouez Sport gesperrt. Die produktübergreifende Sperre greift erst bei der unbefristeten Spielsperre.

Testkäufe der Gespa 2025

Die Gespa hat 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt; in 47.5 % von 200 Fällen wurde einem Minderjährigen eine Sportwette verkauft. Das ist kein Resultat, das die Schutzmechanismen an Verkaufsstellen als streng ausweist. An Verkaufsstellen gelten andere Kontrollregeln als online, und die Online-Identitätsprüfung ist technisch durchsetzbarer. Wer online spielt, ist mit höherer Wahrscheinlichkeit tatsächlich volljährig; an der Verkaufsstelle ist das weniger sicher.

Limits und Höchsteinsätze: was Systemwetten kosten

Mindest- und Höchsteinsätze bei Sporttip

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Was sich daraus für eine Systemwette ergibt: der maximale Gesamteinsatz ist CHF 10’000, verteilt auf alle Teilkombinationen. Bei einem System «2 aus 6» mit 15 Teilkombinationen wären das maximal etwa CHF 666 pro Teilkombination. Bei einem System «3 aus 4» mit 4 Teilkombinationen wären es CHF 2’500 pro Teilkombination. Wer den Höchsteinsatz voll ausschöpfen will, spielt ein System, das viele Voraussagen kombiniert – und nimmt damit einen Gesamteinsatz, der in den Bereich der selbst gesetzten Verlustlimite rücken kann.

Mindest- und Höchsteinsätze bei Jouez Sport

Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen.

Im Vergleich zu Sporttip ist die Höchstlimite pro Wette bei Jouez Sport halbiert, der Mindesteinsatz pro Wette verdoppelt. Die unterschiedlichen Limiten sind ein Hinweis darauf, dass die beiden Veranstalter unterschiedliche Profile anziehen – Sporttip mit dem niedrigeren Einstieg und der höheren Obergrenze, Jouez Sport mit der niedrigeren Obergrenze und der höheren Mindestschwelle.

Vergleich der Einsatzrahmen

Veranstalter Mindesteinsatz online Höchsteinsatz Einzel/Kombi Höchsteinsatz System Höchstgewinn
Sporttip CHF 1 CHF 1’000 CHF 10’000 –
Jouez Sport CHF 2 (CHF 3 Verkaufsstelle) CHF 500 CHF 7’500 (Multiples total) CHF 300’000 Einzel/Kombi, CHF 1’000’000 Multiple

Was die Tabelle zeigt: bei den Limits pro Wette liegt Sporttip voraus, bei den Höchstgewinnen Jouez Sport – mit dem Vorbehalt, dass die Gewinne jeweils nur im Verhältnis zu den möglichen Quoten und Voraussagen realisierbar sind. Wer viele kleine Wetten mit kleinen Einsätzen spielt, ist bei Sporttip eher im Rahmen; wer hohe Einzelgewinne anstrebt, ist bei Jouez Sport eher bedient. Wer eine Systemwette mit vielen Voraussagen spielen will, ist bei Sporttip mit der höheren Systemlimite besser aufgehoben; wer eine Kombination mit vielen Voraussagen spielen will, ist bei beiden im Rahmen, mit Unterschieden im Höchstgewinn.

Cash-Out, Quotenboosts und Zusatzfunktionen

Cash-Out bei Sporttip

Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.

Das verändert die Rechnung in einer Systemwette nicht fundamental: Cash-Out greift pro Wette, nicht pro Teilkombination; eine Systemwette enthält mehrere Teilkombinationen, und ein Cash-Out bezieht sich auf den Wettschein als Ganzes. Wer eine Systemwette vorzeitig aussteigen will, bekommt den Cash-Out-Wert des ganzen Wettscheins, nicht jeder Teilkombination einzeln.

Quotenboosts und Profitboosts

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Für System- und Kombiwetten greifen diese Boosts nicht direkt; sie wirken auf die Einzelwette vor dem Kombinieren. Ein Quotenboost auf eine Voraussage erhöht diese Voraussage, und die Gesamtquote einer Kombination enthält diesen Boost als Teil ihrer Berechnung.

Die Logik ist klar: Boosts sollen die Einzelwette attraktiver machen, nicht die Kombination. Wer kombiniert, bekommt den Kombiboost; wer Boosts nutzt, bleibt bei Einzelwetten. Das ist eine Trennung der Mechanismen, nicht eine Konkurrenz.

Was ein Wettrechner leistet und was nicht

Was die Mechanik zeigt

Ein Wettrechner zeigt, was eine Wette bei gegebenem Einsatz und gegebenem Ausgang zurückgibt. Er rechnet die Gesamtquote einer Kombination als Produkt der Einzelquoten, die Gesamtquote jeder Teilkombination einer Systemwette, den Anteil des Einsatzes pro Teilkombination, den möglichen Gewinn pro Teilkombination und die Summe der möglichen Gewinne bei Volltreffer. Er kann diese Mechanik für beliebig komplexe Pools durchrechnen und für jede Voraussage die Quote einsetzen, die der Veranstalter gerade anzeigt.

Was er nicht zeigt: die Wahrscheinlichkeit, dass die Voraussagen tatsächlich treffen. Die Quoten reflektieren die impliziten Wahrscheinlichkeiten des Marktes, aber sie enthalten die Marge; die wahre Wahrscheinlichkeit, dass die Voraussage trifft, ist unbekannt und nur über eigene Einschätzung oder über historische Trefferquoten schätzbar.

Was er nicht zeigt: die Marge über die Zeit

Was die Mechanik nicht zeigt: die erwartete Auszahlung über lange Strecke. Eine Quote 2.00 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 50 %; der Markt mit dieser Quote hat eine implizite Auszahlungsquote von unter 100 %, weil die Marge dazwischen liegt. Wer jede Wette zur impliziten Wahrscheinlichkeit spielt, verliert langfristig die Marge; wer besser ist als der Markt, gewinnt – aber das ist eine Frage der Trefferrate, nicht der Mechanik.

Was er nicht zeigt: die Konzentration des Einsatzes

Was die Mechanik nicht zeigt: wie viel Prozent des eigenen Budgets eine einzelne Wette bindet. Eine Systemwette «3 aus 6» bindet bei Gesamteinsatz CHF 60 zwanzig Teilkombinationen, und die Verlustlimite wird durch die nicht treffenden Kombinationen belastet. Eine Quote von 1.50 hat bei einem Anteil von CHF 3 pro Teilkombination einen Gewinn von CHF 4.50, ein Verlust von CHF 3. Wer zehn solche Wetten verliert, hat CHF 30 verloren – die Frage ist, ob das im Rahmen der eigenen Limite liegt.

Was er nicht zeigt: die Selbsttäuschung der Quote

Was die Mechanik nicht zeigt: die Selbsttäuschung der Quote. Eine hohe Quote sieht allein nicht aus wie sie ist; eine niedrige Quote sieht sicher aus, ist es aber nicht. Eine Quote 1.20 hat eine implizite Wahrscheinlichkeit von 83.3 % – was bei einer Marge von 5 % eine wahre Wahrscheinlichkeit von etwa 78 % sein könnte. Eine Quote 5.00 hat eine implizite Wahrscheinlichkeit von 20 % – was bei derselben Marge eine wahre Wahrscheinlichkeit von etwa 19 % sein könnte. Die Rechenmaschine zeigt die Quote, nicht die Wahrscheinlichkeit.

Rechenbeispiele: was eine Wette konkret zurückgibt

Einzelwette mit kleiner, mittlerer und hoher Quote

Bei einem Einsatz von CHF 1 und einer Quote von 1.50 ergibt sich ein möglicher Gewinn von CHF 1.50. Bei Quote 2.00 sind es CHF 2.00. Bei Quote 2.50 sind es CHF 2.50. Das ist die Grundrechnung, und der Rechner zeigt sie in Sekunden. Die Auszahlung in CHF setzt sich aus dem Einsatz von CHF 1 und dem Nettogewinn von CHF 0.50, 1.00 oder 1.50 zusammen, je nach Quote.

Die Bandbreite zeigt, dass eine Einzelwette bei kleiner Quote wenig zurückgibt und bei hoher Quote mehr – aber gleichzeitig die Trefferwahrscheinlichkeit sinkt. Eine Quote von 2.50 hat etwa eine 40 % implizite Wahrscheinlichkeit, eine Quote von 1.50 etwa 67 % – der Kehrwert der Quote liegt in beiden Fällen unter der wahren Wahrscheinlichkeit wegen der Marge.

Kombiwette mit zwei und drei Voraussagen

Bei einer Kombiwette aus zwei Voraussagen mit Quoten 1.50 und 2.00 und einem Einsatz von CHF 1 ist die Gesamtquote 1.50 × 2.00 = 3.00 und der mögliche Gewinn CHF 3.00. Bei drei Voraussagen mit Quoten 1.50, 2.00 und 2.50 und Einsatz CHF 1 ist die Gesamtquote 1.50 × 2.00 × 2.50 = 7.50 und der mögliche Gewinn CHF 7.50. Bei vier Voraussagen mit denselben Quoten plus einer weiteren Quote 2.00 wäre die Gesamtquote 15.00 und der Gewinn CHF 15.00. Bei fünf Voraussagen mit einer weiteren Quote 3.00 wäre die Gesamtquote 45.00 und der Gewinn CHF 45.00.

Die Reihe zeigt die geometrische Natur der Kombinationsquote: jede weitere Voraussage multipliziert die Gesamtquote mit der neuen Quote, und das Produkt wächst rasch. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass alle Voraussagen treffen, sinkt multiplikativ – bei einer angenommenen Trefferquote von 60 % pro Voraussage liegt die Wahrscheinlichkeit bei fünf Voraussagen bei 7.8 %, bei sieben Voraussagen bei 2.79 %. Der erwartete Wert einer Kombiwette über lange Strecke liegt unter dem Einsatz.

Systemwette 2 aus 3

Bei einer Systemwette «2 aus 3» mit drei Voraussagen und Quoten 1.50, 2.00 und 2.50 und einem Gesamteinsatz von CHF 3 entfallen CHF 1.00 auf jede der drei möglichen Zweier-Kombinationen. Die Gesamtquoten sind 1.50 × 2.00 = 3.00, 1.50 × 2.50 = 3.75 und 2.00 × 2.50 = 5.00; die Gewinne pro Treffer sind CHF 3.00, CHF 3.75 und CHF 5.00. Treffen alle drei Voraussagen, ergibt sich die Summe CHF 11.75. Trifft nur eine Voraussage nicht, ist die entsprechende Kombination verloren, und der Einsatz dieser Kombination verfällt.

Was die Systemwette gegenüber der Kombination unterscheidet, ist das partielle Treffen. Bei der Kombination hätte derselbe Gesamteinsatz CHF 3 eine Gesamtquote von 7.50 und einen Gewinn von CHF 22.50 bei Volltreffer, sonst nichts. Bei der Systemwette ist der Volltreffer CHF 11.75 – weniger als die Hälfte – aber jeder Teiltreffer bringt etwas. Die Frage, welche Form besser ist, hängt davon ab, wie oft die Voraussagen vollständig treffen.

Steuern, Auszahlung und Werbegrenze

Verrechnungssteuer und Steuerfreibetrag

Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Die bundesrechtliche Schwelle beträgt ab 1.1.2026 CHF 1’071’000 (2025 CHF 1’070’400); die kantonale Schwelle unterscheidet sich, weshalb die Faustregel «je nach Kanton» gilt, nie eine einzelne kantonale Zahl. Über der Schwelle zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Eine typische Wettgewinn-Summe liegt weit darunter: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Gewinne ausländischer Anbieter unterliegen keiner Verrechnungssteuer, werden aber nach kantonalem Steuerrecht behandelt; der Kanton Thurgau besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen vollständig als Einkommen, unabhängig von der Höhe.

Für einen typischen Systemwett-Gewinn bedeutet das: keine Steuer, kein Abzug durch den Veranstalter. Für einen aussergewöhnlich hohen Gewinn über CHF 1’071’000 – etwa bei einer Kombiwette mit Höchstgewinn – würde der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer abziehen und der verbleibende Betrag wäre nach Bundesrecht steuerfrei; die kantonale Praxis kann abweichen.

Auszahlung auf das eigene Konto

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert drei Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen. Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Was die Auszahlung mit der Rechnung zu tun hat: die Auszahlung folgt der Quotenmechanik, nicht der Wahrscheinlichkeit. Der Gewinn, den der Rechner ausweist, ist der Gewinn, der bei einem Treffer ausgezahlt wird – vorausgesetzt, die Auszahlung greift (kein Cash-Out, kein Verfall, gültige Wette, keine Spielsperre). Die Mechanik der Auszahlung ist mit der Mechanik der Quote identisch, sofern die Formalien erfüllt sind.

Werberegeln und kein Promo-Code

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen gerichtet werden (Art. 74 BGS); Werbung für nicht in der Schweiz bewilligte Geldspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 wurden 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt). Ein Promo-Code ist im Schweizer bewilligten Markt kein verbreitetes Feld; Bonus-Bedingungen kommen aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.

Das bedeutet für die Frage nach einem Rechner: ein Promo-Code verändert die Mechanik nicht. Wenn überhaupt ein Boost gewährt wird, ist er an Bedingungen geknüpft, und der Rechner kann diesen Boost nur dann einbeziehen, wenn die Bedingungen eingegeben werden.

Veranstalter im Überblick: Sporttip und Jouez Sport

Swisslos Sporttip

Swisslos – die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel – veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Bewilligt ist Swisslos als Veranstalter und für jedes einzelne Spiel; die Aufsicht führt die Gespa. Das Vertragsgebiet umfasst 19 Deutschschweizer Kantone, den Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Online-Konten sind nur für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in diesem Gebiet und ab 18 Jahren zugänglich; die Identität wird über einen Ausweis verifiziert.

Das Sporttip-Angebot umfasst Einzel-, Kombi-, System- und Livewetten, dazu den Cash-Out (nur online, nur vollständig), den Kombiboost auf Kombiwetten mit mindestens vier Voraussagen, Quoten- und Profitboosts auf Prematch-Einzelwetten und die Bet-Builder-Funktion für abhängige Voraussagen derselben Sportveranstaltung. Limits: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 für Einzel und Kombi, CHF 10’000 für System; bei Livewetten kann Swisslos Wetten in spielentscheidenden Situationen mit Quote 1.00 werten. Spielerlimiten sind selbst gesetzt, Senkung sofort, Erhöhung nach 72 Stunden; eine freiwillige Einzahlungslimite pro 30 Tage ist möglich. Gewinne bis CHF 1’000 gehen automatisch ins Wallet, über CHF 1’000 innert drei Arbeitstagen auf das Schweizer Bank- oder Postkonto; zwei Auszahlungen pro Jahr sind gratis, ab der dritten fällt eine Kommission von 3 % an.

Für wen das Profil passt: für Spielende im Vertragsgebiet, die mit kleinen Einsätzen beginnen wollen, die System- und Kombiwetten mit hoher Voraussagenzahl spielen wollen, oder die mit Boosts auf Einzelwetten arbeiten. Die Höchsteinsatz-Obergrenze für Systemwetten ist mit CHF 10’000 grosszügig; der Mindesteinsatz mit CHF 1 niedrig; das Sportprogramm folgt der geschlossenen Gespa-Liste. Was bei Sporttip nicht geht: Wetten auf nicht gelistete Sportarten oder Märkte, kein anonymer Zugang, keine Auszahlung auf nicht auf den eigenen Namen lautende Konten, keine gleichzeitige Teilnahme an Wettbewerben, auf die man selbst wettkämpft.

Loterie Romande Jouez Sport

Loterie Romande – die Société de la Loterie de la Suisse Romande – veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse in Lausanne ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; das Unternehmen zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Online-Konten sind nur für Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet und ab 18 Jahren zugänglich. Auch Loterie Romande ist Veranstalterin und Inhaberin der Spielbewilligung; die Aufsicht führt die Gespa.

Das Jouez-Sport-Angebot umfasst Einzel- und Kombinationswetten, Livewetten und Multiples mit zwei bis zehn Voraussagen. Limits: Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2; Höchsteinsatz Einzel und Kombi CHF 500, Multiple insgesamt höchstens CHF 7’500; Höchstgewinn Einzel und Kombi CHF 300’000, alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000; Mindestquote 1.10, Höchstquote 100’000. Die Spielregeln sind in der 17. Ausgabe (September 2024) festgehalten.

Für wen das Profil passt: für Spielende im Westschweizer Vertragsgebiet, die Multiples mit vielen Voraussagen und entsprechend hohen Gewinnen spielen wollen, oder die das dichtere Verkaufsstellennetz dem Online-Konto vorziehen. Die Höchstgewinn-Schwelle von CHF 1’000’000 für ein Multiple ist deutlich höher als die bei Sporttip kommunizierte, allerdings an die Multiple-Grenze von zehn Voraussagen geknüpft. Was bei Jouez Sport nicht geht: das gleiche Set an Spielschutz-Funktionen wie bei Sporttip ist nicht explizit ausgewiesen; die Limits pro Wette sind enger; der Zugang ist nur für Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet möglich.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Was «ohne Schweizer Bewilligung» bedeutet

Die genannten Anbieter – Duelbits, BillyBets, Bettilt, HighFlyBet, BetAlright, DirectionBet, Betify, Bahigo – sind ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Gültigkeit (Art. 4 BGS). Das Anbieten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden; Schutz oder Fairness-Kontrolle durch Schweizer Behörden gibt es nicht.

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter via DNS blockieren (Art. 86-93 BGS; erste Liste am 3. September 2019, Ende 2025 671 Domains). Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt; die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele und führt bet365 als auf der Liste. Für Schweizer Spielende heisst das: ausländische Anbieter sind nicht «die sichere Wahl»; sie sind eine Wahl, die ohne Schweizer Schutzmechanik funktioniert und mit dem Risiko, dass die Domain blockiert wird oder wird, sobald sie auf der Sperrliste landet.

Vergleich der Profile

Marke Schweizer Bewilligung Bewilligung wie angegeben Veranstalter / Lizenz wie angegeben
Swisslos Sporttip Ja Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft (Basel)
Loterie Romande Jouez Sport Ja Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande)
Duelbits Nein nicht etabliert nicht etabliert
BillyBets Nein nicht etabliert nicht etabliert
Bettilt Nein nicht etabliert nicht etabliert
HighFlyBet Nein nicht etabliert nicht etabliert
BetAlright Nein nicht etabliert nicht etabliert
DirectionBet Nein nicht etabliert nicht etabliert
Betify Nein nicht etabliert nicht etabliert
Bahigo Nein nicht etabliert nicht etabliert

Was die Tabelle zeigt: zwei Marken mit Schweizer Bewilligung, acht Marken ohne. Die acht Marken ohne Bewilligung unterscheiden sich in der aufgeführten Tabelle nicht, weil die Forschung keine differenzierten Lizenzangaben für sie trägt; sie sind untereinander nicht vergleichbar auf der Basis dieser Angaben. Wer eines dieser Marken nutzt, nutzt einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, ohne Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister und ohne Schweizer Rekurs; die Gewinne unterliegen der kantonalen Steuerpraxis, die im Thurgau eine volle Besteuerung ausländischer Grossspiel-Gewinne vorsieht.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Einzelwetten enthält eine Systemwette, und wie wird der Einsatz auf diese Teilwetten verteilt?

Eine Systemwette «n aus m» enthält die Anzahl möglicher n-Kombinationen aus m Voraussagen, also «2 aus 4» enthält 6 Zweier-Kombinationen, «3 aus 5» enthält 10 Dreier-Kombinationen. Der Gesamteinsatz wird gleichmässig auf alle Teilkombinationen aufgeteilt: bei Gesamteinsatz CHF 60 und 10 Teilkombinationen entfallen CHF 6 pro Teilkombination. Der Gewinn pro Teilkombination errechnet sich als Anteil mal Gesamtquote, die ihrerseits das Produkt der Einzelquoten der enthaltenen Voraussagen ist.

Wie berechnet sich der mögliche Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote, und wie entsteht bei Kombinationen die Gesamtquote?

Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen Einsatz mal Gesamtquote, und die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten der kombinierten Voraussagen. Bei drei Voraussagen mit Quoten 1.60, 2.10 und 2.80 und Einsatz CHF 5 ergibt die Gesamtquote 9.41 und der mögliche Gewinn CHF 47.05. Bei einer Systemwette gilt dieselbe Produkt-Regel pro Teilkombination; die Anzahl der Teilkombinationen bestimmt, wie oft die Regel anzuwenden ist.

Wie wird ein Gewinnbetrag gerundet, und was bedeutet das bei kleinen Einsätzen?

Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet; bei kleinen Einsätzen kann das einen Rappen Unterschied ausmachen. Bei einer Quote 1’574 und Einsatz CHF 1 wird 1’574 auf 1.58 aufgerundet, dann auf 1.55 abgerundet; der Gewinn ist CHF 1.55 statt CHF 1.57. Bei grösseren Einsätzen ist der Effekt anteilig kleiner.

Was kann ein Wettrechner leisten, und was kann er nicht?

Ein Wettrechner zeigt die Mechanik: Gesamtquote, Einsatzanteil pro Teilkombination, möglicher Gewinn pro Teilkombination, Summe der Gewinne bei Volltreffer. Er zeigt nicht die Wahrscheinlichkeit, dass die Voraussagen treffen; er zeigt nicht die Marge über lange Strecke; er zeigt nicht, wie viel Prozent des Budgets eine Wette bindet; er zeigt nicht, wie viel ein Spielender erwarten kann zu verlieren. Die Mechanik ist deterministisch; der Ausgang nicht.

Welche Höchsteinsätze gelten bei den beiden zugelassenen Veranstaltern für Einzel-, Kombinations- und Systemwetten?

Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1’000, für Systemwetten bei CHF 10’000. Bei Jouez Sport liegt er für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 500, für ein Multiple insgesamt bei CHF 7’500. Der Mindesteinsatz bei Sporttip beträgt CHF 1, bei Jouez Sport CHF 2 online (CHF 3 in Verkaufsstellen, CHF 2 für Multiples). Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Wie beeinflussen selbst gesetzte Verlust- oder Einsatzlimiten den Gesamteinsatz einer Systemwette?

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme werden Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt, mit Obergrenze CHF 9’999 (unter 21 Jahren CHF 1’000). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden; zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite pro 30 Tage möglich. Bei einer Systemwette mit Gesamteinsatz CHF 50 und zehn Teilkombinationen sind die nicht treffenden Kombinationen verlorener Einsatz, der gegen die Verlustlimite zählt. Wer mehrere Systemwetten parallel spielt, kann mit dem Gesamteinsatz rasch an die selbst gesetzte Limite stossen.

Inhalt erstellt vom Team «rasentenniswetten»