Asiatische Wetten und Torwetten: Funktionsweise, Auswertung und Schweizer Anbieter

Updated Oktober 2026
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Ein Fussball und ein Massband liegen auf kurz geschnittenem Rasen neben einer Kreidelinie, Morgenlicht von der Seite.

Wer «asiatisch» auf ein Fussballspiel setzt, kauft sich keinen besseren Tipp, sondern eine andere Rechnung. Der Einsatz wird nicht vollständig gewonnen oder verloren, sondern je nach Linie ganz, halbiert oder zurückbezahlt. Das verändert das Risiko pro Franken und macht den Markt zu einem der wenigen, in dem eine Quote von 1.90 nicht automatisch ein fifty-fifty ist. Wer in der Schweiz wettet, kann diese Rechnung nur bei zwei Anbietern tatsächlich platzieren, und beide arbeiten mit dem Sporttip- und Jouez-Sport-Reglement, nicht mit dem, was internationale Buchmacher als asiatische Linien bezeichnen. Der folgende Text erklärt, wie die Wettart funktioniert, was bei einer Auswertung tatsächlich passiert, und wer sie hierzulande überhaupt anbieten darf.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Stand der Daten: Oktober 19, 2026 · geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2) und das Règlement Jouez Sport (17e édition, septembre 2024) sowie gegen die Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten der Gespa vom 10.09.2026.

Was eine asiatische Wette ausmacht

Eine asiatische Wette beginnt dort, wo die klassische Drei-Wege-Wette aufhört. Statt Sieg, Unentschieden oder Niederlage wird dem Team vor dem Anpfiff ein Handicap in Toren zugeordnet, und dieses Handicap verschiebt den Endstand, mit dem die Wette ausgewertet wird. Eine asiatische Linie ist immer eine halbe oder eine Viertellinie: -0.25, -0.5, -0.75, -1.0 und so weiter. Hinter jeder dieser Zahlen steht eine andere Rechenregel, und genau das ist der Punkt, an dem sich die Wette von einer europäischen Handicap-Wette mit festem Drei-Wege-Ausgang unterscheidet.

Ein Kajak liegt am Ufer eines Bergsees, daneben ein Paddel, das Wasser ist glatt und der Himmel klar.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Bei einer vollen Linie (–1.0) gewinnt die Wette, wenn das Team nach Addition des Handicaps noch vorne liegt, und verliert, wenn es danach hinten liegt. Steht es nach der Addition genau gleich, gibt es kein Unentschieden, sondern die Wette wird zurückbezahlt. Der Einsatz kommt vollständig zurück, der Buchmacher behält nichts. Das ist der eine Mechanismus, der diese Wetten von europäischen Drei-Wege-Handicaps trennt.

Halbe Linien (–0.5, –1.5, –2.5) kennen keine Rückzahlung. Liegt das Team nach Addition des Handicaps noch vorne, gewinnt die Wette; liegt es gleich oder hinten, ist sie verloren. Genau das macht eine Quote von 1.90 auf ein -0.5 nicht zu einem fifty-fifty-Spiel, sondern zu einer Wette, deren Eintrittswahrscheinlichkeit der Buchmacher selbst über die Quotierung steuert.

Viertellinien (–0.25, –0.75, –1.25) sind das, was Anfänger am häufigsten falsch lesen. Sie sind keine eigene Grösse, sondern die Kombination aus zwei benachbarten halben Linien. Eine Wette auf -1.25 ist gleichzeitig eine halbe Wette auf -1.0 und eine halbe auf -1.5. Der Einsatz wird im Verhältnis 50/50 aufgeteilt. Gewinnt das Team nach Addition mit zwei Toren Differenz, gewinnen beide Hälften. Endet das Spiel mit einem Tor Differenz, gewinnt die -1.0-Hälfte und die -1.5-Hälfte verliert: es bleibt ein Nettogewinn. Endet das Spiel unentschieden oder mit Niederlage, sind beide Hälften verloren.

Diese Aufteilung ist der Grund, warum eine asiatische Wette oft als «sicherer» verkauft wird. Sie ist nicht sicherer im Sinne einer höheren Gewinnwahrscheinlichkeit, sondern sie verteilt das Geld auf zwei benachbarte Ergebnisse. Das glättet die Verlustkurve, kostet aber gleichzeitig den vollen Gewinn, den eine einzelne volle Linie bei klarem Ausgang gebracht hätte.

Bei Torwetten – also der Frage, ob ein Spiel insgesamt über oder unter einer Schwelle von 2.5, 3.0 oder 2.25 endet – funktioniert das Handicap genauso, nur dass es zur Torzahl addiert wird. Die Logik ist dieselbe: volle Schwellen (3.0) erlauben Rückzahlung bei genau drei Toren, halbe Schwellen (2.5, 3.5) nicht, Viertelschwellen (2.25, 2.75) teilen den Einsatz auf die beiden benachbarten Hälften.

Wie die Auswertung tatsächlich abläuft

Eine asiatische Wette wird in vier Schritten ausgewertet, und das ist im Sporttip-Reglement und im Jouez-Sport-Reglement ausdrücklich so vorgesehen, auch wenn die Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten asiatische Linien nicht eigens als Begriff führt.

Ein Seeufer mit einem hölzernen Steg, Nebel liegt über dem Wasser, am anderen Ufer erheben sich Berge.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Zuerst wird der reguläre Spielstand festgestellt. Bei Fussball zählen dazu die regulären 90 Minuten plus die Nachspielzeit; Verlängerung und Elfmeterschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder die Wette ausdrücklich darauf gerichtet ist. Bei Sporttip ist die «reguläre Spielzeit» ausdrücklich 90 Minuten plus Nachspielzeit, ohne Verlängerung.

Dann wird das Handicap zur Tordifferenz addiert. Liegt das Heimteam 2:1 vorne und die Wette lautet auf -1.0 für das Heimteam, wird 2:1 minus 1.0 gerechnet, also ein effektiver Stand von 1:1 aus Sicht der Wette. Das ist kein Unentschieden im Spiel, sondern nur in der Auswertung.

Im dritten Schritt vergleicht die Auswertung diesen berechneten Stand mit der Wettlinie. Bei -1.0 gibt es drei Möglichkeiten: das Heimteam liegt nach Addition vorne (Wette gewonnen), es liegt genau gleich (Einsatz zurück) oder es liegt hinten (Wette verloren). Bei -1.25 – also der Viertellinie – gibt es fünf Möglichkeiten, weil die beiden Hälften einzeln ausgewertet werden.

Im vierten Schritt wird der Gewinn errechnet. Der Bruttogewinn ist Einsatz mal Quote. Bei Sporttip wird er zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet; bei Jouez Sport ist das Vorgehen vergleichbar, der ausgewiesene Betrag folgt der Auszahlungsregel im Règlement. Für eine Einzelwette mit Einsatz CHF 10 und Quote 1.90 beträgt der Bruttogewinn CHF 19, abzüglich Einsatz also CHF 9 Nettogewinn.

Die Aufteilung bei Viertellinien verdient eine genauere Betrachtung, weil sie der Mechanismus ist, der die meisten Fehlrechnungen verursacht. Eine Wette von CHF 20 auf -0.25 zur Quote 5.00 wird unter Analyse zur Hälfte auf -1 und zur Hälfte auf -0.5. Gewinnt das Team nach Addition knapp, gewinnen beide Hälften. Endet das Spiel unentschieden, ist die -1-Hälfte zurückbezahlt (Einsatz CHF 10) und die -0.5-Hälfte verloren. Der Wettende bekommt also CHF 10 zurück, ohne Gewinn, statt CHF 20 zu verlieren. Eine reine -0.5-Wette wäre bei Unentschieden vollständig verloren. Genau dieser Unterschied macht Viertellinien bei knappen Ausgängen weniger verlustreich, aber auch weniger gewinnreich bei klaren Ausgängen.

Welche Varianten es gibt

Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten vom 10.09.2026 legt fest, was Sporttip und Jouez Sport überhaupt anbieten dürfen. Innerhalb dieses Rahmens sind die üblichen asiatischen Linien, die ein Leser aus internationalen Wettprogrammen kennt, nur teilweise abgebildet. Eckball- und Kartenmärkte fehlen auf der Liste, und auch Esport taucht nicht auf. Wer in der Schweiz auf asiatische Linien setzt, bewegt sich deshalb in einem engeren Feld als ein Spieler bei einem Curaçao-lizenzierten Anbieter.

Die zentralen Varianten sind die Fussball-Handicap-Linie (typischerweise zwischen -0.25 und -3.75 für klar favorisiertes Heimteam), die asiatische Torwette (über/unter 0.5 bis 4.5 oder mit Viertelschwellen), und in einigen Wettprogrammen eine Handicap-Linie für andere Mannschaftssportarten wie Basketball oder Handball. Bei Live-Wetten gilt dasselbe System, allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Wettabschlüsse nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs werden mit Quote 1.00 gewertet. Das bedeutet, der Einsatz wird zurückgezahlt, weil die Wette als ungültig gewertet wird.

Innerhalb dieser Formen gibt es noch die Unterscheidung in Prematch und Live. Prematch-Linien werden vor dem Anpfiff gesetzt und ändern sich nur, bis das Ereignis startet. Live-Linien werden während des Spiels fortlaufend neu berechnet und reagieren auf Tore, Rote Karten und Elfmeter. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Sporttip Wetten mit Quote 1.00 werten, also den Einsatz zurückgeben. Diese Regelung gilt unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird; entscheidend ist die objektive Spielsituation, nicht das Vorhandensein eines Streams.

Die Quote und was sie wirklich kostet

Eine asiatische Wette wird in aller Welt mit niedrigeren Margen quotiert als die klassische 1X2-Wette, weil die Aufteilung in mehrere Ergebnis-Klassen die Anzahl möglicher Ausgänge reduziert. Eine Drei-Wege-Wette auf Sieg/Unentschieden/Niederlage hat drei Ausgänge, eine asiatische Handicap-Linie -0.5 hat zwei (gewonnen oder verloren), und eine -1.0-Linie hat effektiv drei (gewonnen, zurück, verloren), von denen einer aber eine Rückzahlung ist, kein Gewinn für den Buchmacher. Das verändert die Rechnung des Buchmachers und damit den Prozentsatz, den er pro umgesetztem Franken einbehält.

Wie viel das in einem konkreten Markt ausmacht, lässt sich an einem illustrativen Beispiel zeigen: Eine Zwei-Wege-Linie mit beiden Quoten bei 1.90. In einem fairen Markt, in dem beide Ergebnisse gleich wahrscheinlich sind, müssten beide Quoten exakt 2.00 betragen. Stehen sie bei 1.90, zahlt der Markt von jedem eingesetzten Franken rund 1.05 Franken an die Wettenden zurück, falls beide Seiten genau halbe-halbe bespielt werden – tatsächlich etwas weniger, weil die Gewinnauszahlung asymmetrisch verteilt ist. Was der Buchmacher pro umgesetztem Franken behält, liegt in dieser Konstellation in einer Grössenordnung von etwa fünf Prozent, und zwar als Bandbreite: hängt die Bespielung der beiden Seiten nicht fifty-fifty, sondern wird eine Seite stärker bespielt, sinkt der vom Buchmacher einbehaltene Anteil auf dieser Linie. Bei einer asiatischen Linie mit -1.0 steigt die Rückzahlungswahrscheinlichkeit gegenüber -0.5, was den Buchmacheranteil weiter drückt, wenn die Wettenden die Linie ungleich bespielen.

Diese Bandbreite ist der Punkt, an dem die Erklärung asiatischer Wetten über die Mechanik hinausgeht. Eine einzelne Quote auf einer asiatischen Linie sagt nichts darüber, wie viel der Buchmacher tatsächlich verdient, solange man die Aufteilung der Wetten auf die beiden Seiten nicht kennt. Wer asiatische Linien quotiert, sieht im Wettschein in aller Regel auch nicht die Marge, sondern nur die Quote. Die einzige Möglichkeit, die Marge sichtbar zu machen, ist eine parallele Quotierung aller drei möglichen Endergebnisse der vollen Linie (also Sieg nach Handicap mit Rückzahlung, Verlust, Einsatz zurück) und ihre Zusammenführung zu einer Auszahlungsquote.

Wie viel hängen bleibt: eine Rechnung

Für eine Zwei-Wege-Linie mit beiden Quoten bei 1.90 ergibt sich: Wer einen Franken setzt und gewinnt, erhält 1.90 Franken ausbezahlt, wovon 0.90 Franken Nettogewinn sind. Bei einem Verlust verfällt der Einsatz. Setzen beide Seiten genau die Hälfte des gesamten Volumens, zahlt der Buchmacher im Schnitt 0.95 Franken pro eingesetztem Franken zurück (1.90 mal 0.5 plus 0 mal 0.5), und der Anteil, den er behält, ist 1 minus 0.95, also ungefähr fünf Prozent pro Franken Umsatz.

Dieser Wert gilt nur unter der Bedingung, dass beide Seiten fifty-fifty bespielt werden. In der Realität wird eine -0.5-Linie auf den klaren Favoriten stärker von den Wettenden auf den Favoriten gespielt, weil sie den Favoritenschein subjektiv billiger machen soll. Wenn eine Seite 60 Prozent des Volumens zieht und die andere 40, verschiebt sich der Buchmacheranteil auf etwa zwei Prozent. Die Quote selbst bleibt 1.90, der vom Buchmacher realisierte Anteil ist kleiner. Das ist der Mechanismus, der asiatische Linien für Buchmacher profitabel und für Wettende schwer zu durchschauen macht.

Eine -1.0-Linie funktioniert rechnerisch anders, weil ein dritter Ausgang – die Rückzahlung – hinzukommt. Hier ist die Auszahlungsquote leicht höher, der Buchmacheranteil entsprechend etwas kleiner, wenn die Rückzahlungswahrscheinlichkeit im Quotenmodell angemessen berücksichtigt ist. Bei Live-Wetten, wo die Quote mit jedem Tor springt, schwankt der Buchmacheranteil von Linie zu Linie und oft von Sekunde zu Sekunde.

Diese Mechanik ändert nichts daran, dass asiatische Wetten gegenüber dem klassischen 1X2 einen Vorteil haben können, wenn der Wettende die Linie richtig liest. Sie macht aber auch deutlich, dass «asiatisch» kein Synonym für «fairer Markt» ist, sondern ein anderes Quotierungsmodell mit eigenen Verzerrungen.

Wie die Auszahlung in Franken und Rappen läuft

Bei Sporttip errechnet sich der Gewinnbetrag aus dem Einsatz multipliziert mit der Quote; bei Kombinationswetten wird die Gesamtquote aus dem Produkt der Einzelquoten gebildet. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf fünf Rappen genau abgerundet. Aus einem Bruttogewinn von CHF 19’873 wird also zum Beispiel CHF 19.85, falls die Aufrundung auf zwei Stellen CHF 19.88 ergibt und die Ab- oder Aufrundung auf 5 Rappen 19.85 ergibt; aus CHF 19’876 wird CHF 19.90. Diese Mechanik ist für die Wettenden unsichtbar, wirkt sich aber bei kleinen Einsätzen und Kombiwetten mit vielen Voraussagen messbar aus.

Bei Jouez Sport ist das Vorgehen vergleichbar: Eine Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss zwischen 1.10 und 100’000 liegen, und der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Der Mindesteinsatz online beträgt CHF 2, an Verkaufsstellen CHF 3, und für ein Multiple wie für eine Einzelwette CHF 2. Der Höchsteinsatz liegt bei CHF 500 pro Einzel- und Kombiwette; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Diese Limiten sind die andere Seite der Quotenmechanik. Eine asiatische Linie, die für den Wettenden profitabel aussieht, kann durch das Einsatzlimit gedeckelt werden, und der effektive Gewinn pro Spieltag ist nach oben begrenzt. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei einer Einzel- oder Kombi wette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Cash-Out und das vorzeitige Beenden

Cash-Out ist die Möglichkeit, eine Wette vor dem eigentlichen Ende des Ereignisses zu einem vom Buchmacher festgelegten Betrag zu verkaufen. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur für Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out, nicht als Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out ist nicht rückgängig zu machen, und Swisslos garantiert Cash-Out nicht für jeden Markt.

Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn bei normalem Ausgang, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Das bedeutet: Wer eine asiatische Wette mit Cash-Out absichern will, liegt im Vorteil, wenn das Handicap nach einigen Minuten klar zugunsten der Wette ausschlägt. Liegt die Wette hingegen knapp oder gegen die Wette, fällt der Cash-Out-Betrag, und der Wettende verliert einen Teil des Einsatzes auch dann, wenn das Endergebnis die Wette noch gerettet hätte.

Für Viertellinien hat das eine besondere Konsequenz. Weil der Einsatz auf zwei Hälften aufgeteilt ist, ist die Cash-Out-Rechnung komplexer als bei einer vollen Linie. Sporttip gibt Cash-Out nur als vollen Cash-Out aus, also wird der Cash-Out-Betrag auf den gesamten Einsatz gerechnet, nicht auf die Hälften einzeln. Der Mechanismus, der die Wette eigentlich ausmacht – die Aufteilung – wird beim Cash-Out also wieder zu einem Stück Post.

Voraussetzungen: Wer in der Schweiz überhaupt mitspielen darf

In der Schweiz dürfen nur Swisslos und Loterie Romande Sportwetten anbieten, und jede der beiden Gesellschaften bedient nur ihr Vertragsgebiet. Swisslos veranstaltet Sporttip in den Deutschschweizer Kantonen (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH) sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen (FR, JU, NE, GE, VD, VS). Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann sich online registrieren und an Sporttip beziehungsweise Jouez Sport teilnehmen.

Die Registrierung setzt mindestens 18 Jahre voraus, einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre und die einmalige Registrierung pro Person. Die Identität wird per Ausweis verifiziert, die Adressdaten werden gegen Datenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999 pro Tag, Woche oder Monat; für unter 21-Jährige gilt eine maximale Limite von CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, obwohl das Gesetz eine Frist von 24 Stunden vorsieht – Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen die längere Frist an. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Diese Limiten greifen unabhängig davon, ob auf asiatische Linien oder auf andere Wettarten gesetzt wird. Für jemanden, der auf mehrere Viertellinien gleichzeitig setzt, gilt die Summe aller Einsätze innerhalb der Limite, nicht jede Linie einzeln.

Wer in der Schweiz wetten darf – und wer nicht

Die Schweizer Rechtslage lässt nur zwei Anbieter zu. Beide sind im Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) als Veranstalterinnen von Grossspielen zugelassen, beide unterstehen der Aufsicht der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern), beide brauchen eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung für jedes einzelne Spiel (Art. 21–25 BGS), und die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Wer eine andere Lizenz vorzeigt – aus Malta, Curaçao, Deutschland oder anderswo – hat im Inland keine Gültigkeit.

Die folgende Einordnung fasst zusammen, welche Anbieter in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen und welche nicht.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung als Veranstalterin (Grossspiel, BGS SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft (Sitz Basel)
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung als Veranstalterin (Grossspiel, BGS SR 935.51), Aufsicht Gespa Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
Boomerang Bet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht etabliert; im Inland ohne Gültigkeit (Art. 4 BGS)
BDMBet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht etabliert; im Inland ohne Gültigkeit (Art. 4 BGS)
22Bet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht etabliert; im Inland ohne Gültigkeit (Art. 4 BGS)
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz laut Drittquellen: Tobique (Kanada); im Inland ohne Gültigkeit (Art. 4 BGS)
IviBet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht etabliert; im Inland ohne Gültigkeit (Art. 4 BGS)
Bettilt ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht etabliert; im Inland ohne Gültigkeit (Art. 4 BGS)
FortuneJack ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht etabliert; im Inland ohne Gültigkeit (Art. 4 BGS)
Betclic ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht etabliert; im Inland ohne Gültigkeit (Art. 4 BGS)

Die Tabelle zeigt, dass in der Schweiz nur die beiden ersten Reihen rechtlich abgesichert sind. Alle weiteren genannten Marken sind in der Gespa-Sperrliste potenziell erfasst, ihre Domains können per DNS-Sperre blockiert werden, und Spielerinnen und Spieler haben dort im Streitfall keinen Schweizer Rechtsweg. Werbung für Glücksspiele, die in der Schweiz nicht zugelassen sind, ist eine Straftat nach Art. 74 Abs. 3 BGS und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Diese Seite beschreibt und funktiert aus diesem Grund die Anbieter, ohne sie zu bewerben, und ohne zu behaupten, sie seien «sicher» oder «legal».

Was die Liste der zugelassenen Wettarten tatsächlich erlaubt

Die Gespa-Liste vom 10.09.2026 legt fest, welche Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen Sporttip und Jouez Sport überhaupt anbieten dürfen. Sie ist eine geschlossene Liste: Was nicht draufsteht, darf nicht angeboten werden. Eckballmärkte, Kartenmärkte und Esport sind in dieser Liste nicht enthalten; wer solche Märkte sucht, wird sie bei den Schweizer Veranstalterinnen nicht finden.

Bei den asiatischen Linien, die diese Seite beschreibt, gilt: Die Handicap-Linien für Fussball und die asiatischen Torwetten (über/unter mit vollen, halben und Viertelschwellen) gehören zum Kern des zugelassenen Wettprogramms und sind typischerweise für die grossen europäischen Fussball-Ligen verfügbar. Qualifikationsspiele sind nur dann zugelassen, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Liste eine entsprechende Konstellation vorsieht (etwa die Entscheidung über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podium). Trainingsläufe sind nie zugelassen.

Die Liste ist die Konstante, die den Rahmen setzt. Innerhalb dieses Rahmens entscheiden die beiden Veranstalterinnen selbst, welche Linien sie konkret anbieten und mit welchen Quoten sie diese Linien ausstatten.

Schutzmechanismen: Verlustlimiten und Spielsperre

Die Schutzmechanismen sind im BGS und in der Verordnung (VGS) festgelegt und werden von beiden Schweizer Veranstalterinnen umgesetzt. Die Spielerin oder der Spieler setzt Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage. Die Höchstlimite liegt bei CHF 9’999 pro Tag, Woche oder Monat; für unter 21-Jährige ist die maximale Limite auf CHF 1’000 beschränkt. Eine Senkung der Limite greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – obwohl das BGS eine Frist von 24 Stunden vorsieht. Die längere Frist von 72 Stunden ist eine Selbstbeschränkung der Veranstalterinnen in ihren Bedingungen, nicht eine gesetzliche Vorgabe. Zusätzlich können Spielende eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen.

Die Spielsperre kann produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst gesetzt werden, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, einschliesslich Online-Casinos, sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbst gesetzte Befristung kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, wobei eine Fachstelle einzubinden ist.

Diese Mechanik greift für asiatische Wetten besonders. Eine Wettende, die auf mehrere Viertellinien gleichzeitig setzt, gibt unter Umständen in kurzer Zeit mehr aus, als sie beabsichtigt hat, weil die Aufteilung den psychologischen Eindruck erweckt, es werde «nur die halbe Wette» riskiert. Die Verlustlimite zählt aber den gesamten effektiven Einsatz, nicht den gefühlten halben Posten. Wer auf vier Linien à CHF 20 setzt, hat CHF 80 riskiert, nicht CHF 40, und das schlägt auf die Tageslimite voll an.

Wer eine Spielsperre hat oder unter 18 Jahre alt ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten; das gilt auch für Schiedsrichter und Trainer, soweit das Reglement sie einschliesst.

Steuern: Was vom Gewinn übrig bleibt

Gewinne aus zugelassenen Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Freibetrag des Bundes liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn (2025: CHF 1’070’400). Über dem Freibetrag behält die Veranstalterin 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich vom Bundesfreibetrag; welche Höhe gilt, hängt vom Wohnsitzkanton ab. Wer unter dem Freibetrag bleibt, zahlt weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn.

Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, werden aber nach kantonaler Praxis besteuert. Der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, sollte die Frage mit dem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung klären.

Auf den Einsatz selbst fällt keine Wettsteuer. Die Schweiz kennt keine Wettsteuer auf den Einsatz; die einzige Abgabe, die direkt beim Wettenden anfällt, ist die allfällige Verrechnungssteuer auf einem Gewinn oberhalb des Freibetrags, die aber von der Veranstalterin abgezogen wird, nicht vom Wettenden zu zahlen ist.

Quotenboosts und Kombiboost: Belohnung, die an Bedingungen hängt

Sporttip kennt einen Kombiboost, der nur online und nur für Prematch, Live und Systemwetten gilt. Der Bonus auf den Nettogewinn staffelt sich nach der Anzahl der Voraussagen: 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen. Jede Voraussage muss eine Mindestquote von 1.50 haben. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das bedeutet: Wer einen Quotenboost annimmt und die Wette vorzeitig verkauft, verliert den Boost und damit den zusätzlichen Gewinn.

Auf eine asiatische Viertellinie ist der Kombiboost nur anwendbar, wenn die Voraussage als Teil einer Kombiwette mit mindestens vier Voraussagen steht und jede Voraussage die Mindestquote von 1.50 erreicht. Bei einer asiatischen Linie zur Quote 1.90 ist diese Mindestquote in aller Regel erfüllt. Wer hingegen nur eine Einzelwette auf eine asiatische Linie setzt, profitiert nicht vom Kombiboost; dafür kommt allenfalls ein Quotenboost in Frage, sofern die Veranstalterin einen solchen für die asiatische Linie anbietet.

Wer mit PostFinance und Schweizer Konto bezahlt

Gewinne und Guthaben werden auf ein Bank- oder Postkonto im eigenen Namen ausbezahlt, anonym oder in Kryptowährung ist im lizenzierten Schweizer Markt nicht möglich. Bei Swisslos kann das Spielguthaben per Online-Zahlungsmittel oder Einzahlungsschein gekauft werden, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos an; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.

Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto überwiesen. Bei Jouez Sport können Wettscheine mit einem Gewinn oder einer Einsatz-Rückerstattung bis CHF 200 in jeder Verkaufsstelle eingelöst werden; bei genügend Bargeld darf eine Verkaufsstelle bis höchstens CHF 2’000 auszahlen.

Was bei Absage und Annullierung passiert

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00, das heisst, sie wird als gewonnen gewonnen und mit dem Einsatz zurückerstattet. Diese Regelung gilt unabhängig davon, ob der Wettende live oder vor dem Spiel gesetzt hat.

Bei einer asiatischen Linie bedeutet das: Wenn ein Spiel abgesagt wird und nicht nachgeholt wird, wird die Einzelwette vollständig zurückbezahlt. In einer Kombiwette wird die asiatische Voraussage als Quote 1.00 gewertet, die anderen Voraussagen behalten ihre Quote, und die Gesamtquote der Kombiwette reduziert sich entsprechend. Das ist der Mechanismus, der Kombiwetten mit asiatischen Linien kalkulierbarer macht, wenn ein Spiel ausfällt: Der Verlust bleibt auf den asiatischen Anteil begrenzt, der Rest der Kombiwette läuft normal weiter.

Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks von Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Diese Fristen sind sportlich hart und sollten beim Wettschein mitgedacht werden, bevor die Quittung in der Schublade verschwindet.

Wer was anbietet: die zwei Schweizer Veranstalterinnen im Direktvergleich

Swisslos Sporttip

Swisslos betreibt die Marke Sporttip und deckt die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein ab. Die Spielregeln und Teilnahmebedingungen Version 4.2 regeln das Wettprogramm vollständig; sie sind die Grundlage, an der sich jede asiatische Linie bei Sporttip messen muss. Der Mindesteinsatz ist mit CHF 1 die niedrigere Stufe im Vergleich zu Jouez Sport; der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 1’000 und ist höher als bei Jouez Sport. Der Höchsteinsatz für eine Systemwette liegt mit CHF 10’000 nochmals deutlich darüber.

Der Gewinnbetrag errechnet sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Diese Rundungsregel kann bei kleinen Einsätzen und grossen Kombiwetten den Bruttogewinn spürbar nach unten korrigieren. Cash-Out ist vollständig und ohne Teilauszahlung möglich, aber nicht für jede Wette garantiert. Der Kombiboost und die Quotenboosts sind nur online verfügbar, beide sind limitiert und beim Cash-Out verwirkt.

Die Verlustlimite ist CHF 9’999 pro Tag, Woche oder Monat, für unter 21-Jährige CHF 1’000. Die Erhöhung der Limite greift erst nach 72 Stunden. Die Spielsperre ist produktbezogen für 1 bis 180 Tage möglich, eine unbefristete Sperre gilt schweizweit. Identitätsprüfung per Ausweis, Verifizierung der Adresse, ein Konto pro Person. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Für eine asiatische Linie heisst das: Wer in der Deutschschweiz wohnt, hat Zugang zum vollständigen Sporttip-Wettprogramm, kann mit Cash-Out arbeiten, hat aber die strengen Rundungsregeln und die langen Sperrfristen bei Limiten-Erhöhung zu beachten. Die Sprachversionen sind Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch.

Loterie Romande Jouez Sport

Jouez Sport bedient die sechs Westschweizer Kantone (FR, GE, JU, NE, VD, VS). Das Règlement Jouez Sport in seiner 17. Auflage (septembre 2024) regelt das Wettprogramm; die Spielregeln sind weniger detailliert beschrieben als bei Sporttip, dafür aber verbindlicher für die Verkaufsstellen. Der Mindesteinsatz online ist mit CHF 2 höher als bei Sporttip, an Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples und Einzelwetten CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten ist mit CHF 500 deutlich tiefer als bei Sporttip; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Die Mindestquote pro Einzelwette oder pro Gesamtquote einer Kombiwette liegt bei 1.10; die maximale Quote (oder Gesamtquote) liegt bei 100’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen.

Bei Verkaufsstellen können Gewinne oder Einsatz-Rückerstattungen bis CHF 200 eingelöst werden, bei genügend Bargeld bis CHF 2’000. Für die Online-Auszahlung gilt: Gewinne werden auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto der registrierten Person überwiesen, anonym nicht möglich.

Für eine asiatische Linie bedeutet das kleinere Feld eine andere Kalkulation. Die maximale Gewinn-Obergrenze pro Wette (CHF 300’000) ist niedriger als bei vielen internationalen Anbietern, dafür sind die Limiten strikter und das Wettprogramm auf die zugelassene Liste beschränkt. Cash-Out ist im Jouez-Sport-Reglement nicht explizit erwähnt; es ist eine Frage der Online-Plattform und nicht des Reglements, ob diese Möglichkeit besteht.

Boomerang Bet

Boomerang Bet gehört zur Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Marke tritt international auf, hat im Inland aber keine Gültigkeit (Art. 4 BGS), keinen Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen und per DNS-Sperre blockiert werden. Die Spielerin oder der Spieler handelt auf eigenes Risiko; Gewinne sind nach kantonaler Praxis steuerpflichtig.

Für eine asiatische Linie bedeutet das: Die internationale Quotierung kann grosszügiger aussehen als das, was Sporttip und Jouez Sport anbieten, weil die Margen internationaler Anbieter oft kleiner sind. Aber die Lizenz hat im Inland keine Gültigkeit, und im Streitfall hilft keine Schweizer Aufsichtsbehörde.

BDMBet

BDMBet gehört ebenfalls zur Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Marke tritt international auf, mit eigener Domain und einem breiten Wettprogramm, das asiatische Linien auf internationaler Ebene abbildet. Im Inland ohne Gültigkeit, kein Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht. Die Domain kann auf der Sperrliste stehen.

Für eine asiatische Linie gilt dasselbe wie für Boomerang Bet: Das Wettprogramm kann breiter sein, die Lizenz hat im Inland aber keinen Wert. Wer dort spielt, spielt gegen einen Anbieter, der sich nicht an die Schweizer Schutzregeln hält, kein Verlustlimit-Spielerschutzsystem führt und kein anerkanntes Schweizer Sperrregister anerkennt.

22Bet

22Bet ist einer der grossen internationalen Anbieter und gehört zur gleichen Gruppe: keine Schweizer Bewilligung, keine Inland-Gültigkeit, keine Schweizer Aufsicht, Domain möglicherweise auf der Sperrliste. Die asiatischen Linien bei 22Bet sind im internationalen Vergleich umfangreich und reichen von Viertel-Handicaps bis zu Spezialmärkten, die in der Schweizer Liste nicht enthalten sind. Wer dort spielt, sollte wissen, dass die Quote nur gilt, solange die Domain erreichbar ist, und dass die Lizenz im Inland wertlos ist.

X3Bet

X3Bet wird laut Drittquellen von Tobique (Kanada) lizenziert, was im Inland ohne Gültigkeit ist (Art. 4 BGS). Die Domain kann auf der Sperrliste stehen. Die asiatischen Linien können breit sein, aber die Lizenz hat in der Schweiz keinen Wert, und im Streitfall ist der Schweizer Rechtsweg verschlossen.

IviBet

IviBet ist ein weiterer internationaler Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Marke tritt mit asiatischen Linien auf, hat im Inland aber keine Gültigkeit. Die Domain kann auf der Sperrliste stehen. Im Streitfall hilft keine Schweizer Aufsichtsbehörde, und die Spielguthaben sind nicht durch die Schweizer Spielbankenfonds-Regelung geschützt.

Bettilt

Bettilt gehört zur gleichen Gruppe. Die asiatischen Linien können auf internationaler Ebene breit sein, im Inland hat die Lizenz keine Gültigkeit, und die Spielerin oder der Spieler hat keinen Schweizer Rechtsweg. Wer dort spielt, sollte die Sperrliste im Auge behalten, weil die Domain jederzeit blockiert werden kann.

FortuneJack

FortuneJack tritt als internationaler Anbieter auf, oft mit Schwerpunkt auf Kryptowährungen. Im Inland hat die Lizenz keine Gültigkeit (Art. 4 BGS), keine Schweizer Aufsicht, Domain möglicherweise auf der Sperrliste. Für asiatische Linien gilt dasselbe wie für die anderen internationalen Anbieter in dieser Liste: Das Wettprogramm kann breit sein, die Lizenz hat im Inland aber keinen Wert, und im Streitfall ist der Schweizer Rechtsweg verschlossen. Kryptowährungs-Auszahlungen, die FortuneJack eventuell anbietet, sind in der Schweiz ohnehin nicht möglich, weil die zugelassenen Veranstalterinnen ausschliesslich auf Bank- oder Postkonten im eigenen Namen auszahlen.

Betclic

Betclic gehört zur gleichen Gruppe: keine Schweizer Bewilligung, keine Inland-Gültigkeit, Domain möglicherweise auf der Sperrliste. Betclic tritt in mehreren europäischen Märkten auf und hat in Frankreich und Portugal eine längere Präsenz als in der Schweiz, aber im Inland hat die Lizenz keine Gültigkeit. Für eine asiatische Linie gilt: internationale Quotierung, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg.

Was es bei Live-Wetten zusätzlich zu beachten gibt

Bei Live-Wetten wird die Linie fortlaufend neu berechnet, und die Quote bewegt sich mit jedem Tor, mit jeder Roten Karte, mit jedem Elfmeter. Eine asiatische Linie, die vor dem Spiel bei -0.5 und Quote 1.95 quotiert war, kann nach dem 1:0 in den ersten zehn Minuten auf -0.5 und Quote 1.30 fallen, weil die Ausgangslage für die Heimmannschaft besser geworden ist.

Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Das bedeutet: Wer eine Live-Wette auf eine asiatische Linie platziert und das Ergebnis liegt bereits fest, wird nicht ausgewertet, sondern der Einsatz wird zurückerstattet. Diese Regelung gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; entscheidend ist die objektive Spielsituation.

In spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Sporttip Wetten mit Quote 1.00 werten. Diese Regelung ist eine Schutzmassnahme gegen Wettende, die in der Sekunde vor einer Roten Karte noch schnell setzen wollen. Sie kann aber auch Wettende schützen, die ungewollt auf eine spielentscheidende Situation setzen.

Bei einer asiatischen Viertellinie bedeutet die Live-Mechanik, dass die Quote der beiden Hälften sich unterschiedlich entwickeln kann. Eine Wette auf -1.25 kann nach dem 1:0 zur Halbzeit so stehen, dass die -1.0-Hälfte fast sicher gewinnt und die -1.5-Hälfte noch unsicher ist. Ein Cash-Out würde dann den ungefähren Mittelwert beider Hälften auszahlen, nicht den vollen Gewinn der sicheren Hälfte.

Was die Werbebeschränkung bedeutet

Werbung für Glücksspiele, die in der Schweiz nicht zugelassen sind, ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und wird nach Art. 131 BGS mit Busse bis CHF 500’000 bestraft. Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); im Jahr 2025 hat die Gespa 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt.

Diese Werbebeschränkung hat eine direkte Konsequenz für die Vergleichbarkeit: Die internationalen Anbieter werben in Märkten, in denen asiatische Wetten stark beworben werden, mit grosszügigen Margen und niedrigen Quoten. In der Schweiz dürfen sie nicht werben, und ihre Angebote sind nicht in der Gespa-Liste enthalten. Wer in der Schweiz auf asiatische Linien setzt, bekommt sie bei Sporttip und Jouez Sport – und nicht über die international beworbenen Kanäle.

Wer die Regeln überwacht und durchsetzt

Die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) ist die Aufsichtsbehörde für Grossspiele, einschliesslich Sportwetten. Sie prüft die Spielregeln, die zugelassene Liste der Wettarten und die Werbung. Sie führt Testkäufe durch; 2025 hat sie an Verkaufsstellen in 47.5 Prozent von 200 Fällen einen erfolgreichen Verkauf an eine minderjährige Person festgestellt. Dieser Wert ist kein Hinweis auf die Online-Sicherheit, sondern auf die Verkaufsstellen-Kontrolle; die Online-Registrierung verlangt eine Ausweis-Verifizierung, die diese Lücke schliesst.

Die Gespa führt auch die Sperrliste der ausländischen Domains, die per DNS-Sperre blockiert werden. Die Liste wurde erstmals am 3. September 2019 veröffentlicht und umfasste Ende 2025 671 Domains. Die Sperrung wird durch die Schweizer Telekomanbieter umgesetzt; sie ersetzt eine Domain innerhalb von Stunden, wenn der Anbieter die Domain wechselt (Domain-Hopping). Die Gespa hat in diesem Zusammenhang Interwetten, Bet-at-Home und bet365 als auf der Liste stehend genannt.

Die FINMA ist nicht für Sportwetten zuständig; sie beaufsichtigt Banken und Versicherungen, nicht Glücksspiele. Die ESBK beaufsichtigt die Casinos, nicht die Sportwetten. Für Fragen zu Sportwetten ist die Gespa die zuständige Behörde.

Werbung und Bonus: Warum hier kein Code steht

Diese Seite beschreibt die Mechanik asiatischer Wetten und die Schweizer Anbieter. Sie nennt keine Bonuscodes, keine Promo-Aktionen und keine konkreten Angebote, die nur über einen Link oder Code aktivierbar wären. Das hat zwei Gründe. Erstens sind Werbung für nicht zugelassene Anbieter und irreführende Versprechen für zugelassene Anbieter nach BGS problematisch, und ein Code macht eine Beschreibung schnell zur Werbung. Zweitens ändern sich Codes und Promotionen oft, und eine Code-Auflistung veraltet, bevor sie gedruckt ist.

Wer ein Angebot sucht, sollte auf der Website der Veranstalterinnen selbst nachsehen, welche Promotionen aktuell laufen. Bei Swisslos und Loterie Romande sind die Aktionen an die Gespa-Vorgaben für Gratisspielguthaben gebunden und entsprechend reguliert. Bei internationalen Anbietern sind sie nicht reguliert und können morgen anders aussehen als heute.

Die Frage hinter der Frage: Was asiatische Wetten kosten und was sie bringen

Die Antwort hängt davon ab, was der Wettende mit der Wette macht. Wer auf eine asiatische Linie setzt, um eine Position zu hedgen, die er bereits hat, kann mit Viertellinien einen teilweisen Verlust abfedern und das Gesamtrisiko glätten. Wer auf eine asiatische Linie setzt, weil die Quote niedrig aussieht, sollte wissen, dass die niedrige Quote nicht zwingend ein gutes Geschäft ist, sondern oft ein Hinweis auf eine klare Favoritenrolle.

Wer eine asiatische Linie mit einer Kombiwette kombiniert, hat den Vorteil der Rückzahlung im Falle eines Ausfalls des asiatischen Spiels – die asiatische Voraussage wird mit Quote 1.00 gewertet und die Kombination läuft normal weiter. Wer viele asiatische Linien in einer Kombiwette kombiniert, läuft Gefahr, die Verlustlimite schnell zu erreichen, weil der Einsatz auf viele Spiele gleichzeitig verteilt wird.

Die Mechanik asiatischer Wetten ist klar, die Quotenmechanik ist nachvollziehbar, die Schweizer Rechtslage ist eindeutig. Was am Ende zählt, ist nicht die Frage, ob asiatische Wetten «besser» sind als andere Wettarten, sondern ob der Wettende die Linie richtig liest und seine Einsätze zur Verlustlimite passen. Wer das beachtet, bekommt eine Wettart, die fairer quotiert ist als die meisten anderen; wer es nicht beachtet, bekommt eine Wettart, die komplexer aussieht, als sie ist.

Häufig gestellte Fragen

Was sind asiatische Wetten?

Asiatische Wetten sind Handicap- und Linienwetten, bei denen der Einsatz je nach Ausgang vollständig gewonnen, vollständig verloren, vollständig zurückerstattet oder im Verhältnis 50/50 auf zwei benachbarte Linien aufgeteilt wird. Volle Linien (-1.0) erlauben Rückzahlung, halbe Linien (-0.5, -1.5) nicht, Viertellinien (-0.25, -0.75) teilen den Einsatz auf die beiden benachbarten halben Linien auf. In der Schweiz sind asiatische Linien Teil des Wettprogramms von Sporttip und Jouez Sport, sofern die Gespa-Liste der zugelassenen Wetttypen sie enthält.

Was bedeutet eine asiatische Wette bei Torwetten?

Bei einer asiatischen Torwette (über/unter) wird eine Schwelle für die Gesamtzahl der Tore gesetzt, und das Handicap wird zur tatsächlichen Torzahl addiert. Eine Wette auf «über 2.25 Tore» ist eine Kombination aus «über 2.0 Toren» und «über 2.5 Toren»; fallen genau zwei Tore, ist die erste Hälfte zurückerstattet und die zweite verloren. Bei drei oder mehr Toren gewinnen beide Hälften. Bei null oder einem Tor verlieren beide Hälften.

Wie unterscheiden sich asiatische Torwetten von der klassischen Über-Unter-Wette?

Die klassische Über-Unter-Wette kennt nur zwei Ausgänge (gewonnen oder verloren) und keine Rückzahlung. Die asiatische Variante mit voller Schwelle (über 2.0) erlaubt die Rückzahlung bei genau zwei Toren, mit Viertelschwellen die Aufteilung des Einsatzes auf zwei benachbarte Schwellen. Damit ist die asiatische Variante bei knappen Ausgängen verlustärmer, bei klaren Ausgängen weniger gewinnreich.

Wie wird der Spielstand bei Live-Wetten mit Handicap gewertet?

Bei Live-Wetten wird die Linie fortlaufend neu berechnet, der aktuelle Spielstand wird zur Auswertung verwendet, und das Handicap wird zum aktuellen Stand addiert. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, also wird der Einsatz zurückerstattet. In spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Sporttip Wetten mit Quote 1.00 werten.

Welche Anbieter dürfen solche Wetten in der Schweiz anbieten?

In der Schweiz dürfen nur Swisslos (Marke Sporttip) und Loterie Romande (Marke Jouez Sport) Sportwetten anbieten, und zwar nur in ihrem jeweiligen Vertragsgebiet. Sporttip deckt die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein ab, Jouez Sport die sechs Westschweizer Kantone. Beide brauchen eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach BGS und unterstehen der Aufsicht der Gespa. Alle anderen Anbieter haben im Inland keine Gültigkeit und können auf der Gespa-Sperrliste stehen.

Welche Rolle spielen Verlustlimiten, wenn der Einsatz auf mehrere Handicaps aufgeteilt wird?

Die Verlustlimite zählt den gesamten effektiven Einsatz, nicht den gefühlten halben Posten. Wer auf vier Viertellinien à CHF 20 setzt, hat CHF 80 riskiert, und die Limite wird um den vollen Betrag reduziert. Die Aufteilung auf zwei Hälften ist eine rechnerische Aufteilung, keine Reduktion des Risikos für die Verlustlimite. Die Limite gilt für 1, 7 und 30 Tage, mit Obergrenze CHF 9’999 (CHF 1’000 für unter 21-Jährige), Senkung sofort, Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine zusätzliche freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage ist möglich.

Inhalt erstellt vom Team «rasentenniswetten»