Asian Handicap Wetten 2026: Was hinter den Quoten steckt
Ladevorgang...
Wer auf Fussball mit Handicap setzt, schiebt einem Team vor dem Anpfiff Tore zu – und schliesst damit die Lücke, die bei der klassischen Dreiwege-Wette für das Unentschieden bleibt. Genau darin liegt der Reiz, aber auch die Mechanik, die viele Wettende unterschätzen. Wer nicht weiss, dass ein Viertel-Handicap den Einsatz auf zwei Wetten aufteilt, zahlt im schlechtesten Fall doppelt, ohne es zu merken. Wer bei einem ganzen Handicap auf ein Unentschieden setzt, kann mit voller Rückerstattung rausgehen – vorausgesetzt, das Handicap passt genau. Wer bei Swisslos Sporttip oder Loterie Romande Jouez Sport wettet, bewegt sich im Rahmen der beiden einzigen Schweizer Bewilligungen, alle anderen Marken sind hier ohne Bewilligung und ohne Schweizer Sperrregister-Anbindung.
Handicap-Wetten verschieben die Startwerte eines Spiels. Wer sie nutzt, greift in die Logik von Quoten, Einsätzen und Rückerstattungen ein. Dieser Leitfaden klärt, wie ganze, halbe und Viertel-Handicaps technisch funktionieren, wie die Schweizer Bewilligung den Rahmen steckt und wie Spielende ihre Limits kontrollieren.
Aktualisiert am Oktober 19, 2026; Bewilligungen und Spielregeln gegen den Stand der Gespa-Liste der bewilligten Wetten und gegen die Statuten der beiden Organisatoren geprüft.
Was beim Asiatischen Handicap zurückkommt – und wann
Ein Handicap-Markt beginnt mit einer Frage, die die Dreiwege-Wette offenlässt: Wer gewinnt, wenn beide gleich stark sind? Das Handicap verschiebt den Startwert eines Teams. Gewinnt Team A tatsächlich 2:1 und steht mit −1 im Markt, ergibt die Rechnung 1:1 – der Einsatz geht zurück. Bei −0,5 gibt es keinen Ausweg, da ein 1:1 mit Handicap −0,5 für A zu 1:0,5 wird und A gewinnt; ein 0:0 verliert für A zu 0:0,5, also eindeutig verloren für den Wettschein auf A. Dieses Ein-Tor-Prinzip ist die Stelle, an der viele Annahmen brechen.

Der gesamte Wettmarkt gilt als hauptsächlich bei Fussballwetten verbreitet und als in Asien entwickelt. Die Variante kommt mit drei Handicap-Formen vor, die alle dasselbe Problem lösen, aber verschiedene Konsequenzen für den Einsatz haben.
Ganze Handicaps als saubere Rückerstattung
Beim ganzen Handicap wird der Einsatz zurückerstattet, wenn sich nach Addition des Handicaps ein Unentschieden ergibt: Gewinnt Team A 2:1 mit Handicap −1, ergibt sich rechnerisch 1:1, und der Einsatz geht zurück. Die Wette wird behandelt, als hätte es diesen Ausgang nie gegeben – ohne Gewinn, ohne Verlust. Bei −2 und 3:1 (3:1 minus 2 = 1:1 für A nach Addition, also Unentschieden) derselbe Effekt.

Diese Eigenschaft macht das ganze Handicap zur ruhigsten Variante. Wer das Risiko scheut, dass ein Spiel in ein Unentschieden kippt, das in der Dreiwege-Wette verloren wäre, verschiebt es genau in die Range, in der die Rückerstattung greift – sofern das Handicap richtig gewählt ist.
Halbe Handicaps als binärer Ausgang
Halbe Handicaps wie +0,5, +1,5 oder −0,5 kennen keine Rückerstattung bei Unentschieden, weil bei ihnen immer eine Seite gewinnt. +0,5 auf das schwächere Team bedeutet: Es darf verlieren oder unentschieden spielen, dann gewinnt die Wette. +1,5 erlaubt sogar eine Niederlage mit einem Tor Rückstand. −0,5 auf den Favoriten verlangt den Sieg, Unentschieden zählt als verloren. Wer diese Linie nimmt, lässt sich die Möglichkeit der Rückerstattung entziehen und tauscht sie gegen eine klarere Gewichtung.
Der Preis dafür sitzt in der Quote: Halbe Handicaps liegen enger am 50/50 als ganze, die ein Unentschieden absorbieren, also dichter am 1,85-Bereich als an 2,10.
Viertel-Handicaps als zwei Wetten auf einem Schein
Bei einem Viertel-Handicap wird der Einsatz auf zwei Wetten aufgeteilt: Ein Handicap von +0,25 besteht aus einer Wette mit Handicap 0 und einer mit Handicap +0,5, bei 100 Einheiten Einsatz also je 50 Einheiten. Was danach passiert, hängt vom Resultat ab. Sieg mit einem Tor Abstand: Beide Hälften gewinnen. Unentschieden: Eine Hälfte geht zurück, die andere gewinnt – Nettogewinn auf der Hälfte. Niederlage mit einem Tor: Eine Hälfte geht zurück, die andere verliert – halber Verlust.
Diese Aufteilung verändert, wie ein Wettschein aussieht: Aus einer Position werden zwei, aus einem Gewinn oder Verlust ein saldierter Mittelwert. Wer das nicht erkennt, wettet weiter, als ob das Handicap −0,25 dasselbe wäre wie −0,5 – mit teils anderer Konsequenz.
Die Viertel-Stufe ist es, an der die meisten Missverständnisse entstehen. Wer sie einsetzt, geht eine Position ein, in der ein Teil des Einsatzes immer zurückkommen kann. Wer sie nicht versteht, sieht im Wettschein eine Rückerstattung, die als Verlust verbucht wird, und umgekehrt.
Live-Handicaps und der Stand zum Zeitpunkt der Wette
Bei Live-Handicaps bezieht sich das Handicap meist nur auf die Restspielzeit; der Spielstand zum Zeitpunkt der Wettabgabe gilt dabei als 0:0. Wer nach dem 1:0 eine Wette auf Team B mit +0,5 platziert, wettet nicht auf das ursprüngliche 1:0 – er wettet auf das, was ab jetzt passiert. Das Spiel ist ab der Wettabgabe ein neues Spiel mit dem Handicap gegen den bisherigen Verlauf.
Hinzu kommt, dass in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Schiedsrichter-Entscheidung) Wetten mit Quote 1.00 gewertet werden können – also als nicht stattgefunden. Bei Swisslos Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In der Praxis bedeutet das: Wer eine Sekunde nach dem Tor klickt, bekommt eine 1,00er-Wette – die Rückerstattung ist hier die einzige Konsequenz.
Vom Handicap zum Auszahlungsbetrag – der Rechenweg
Eine Handicap-Wette wird ausgewertet wie jede andere Einzelwette: Einsatz mal Quote ergibt den Gewinnbetrag, die Gesamtrückzahlung entspricht dem Einsatz plus Gewinn. Bei Kombinationswetten multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet – ein Detail, das bei grossen Kombis einige Rappen pro Wettschein verschiebt.
Die Viertel-Aufteilung verlangt eine zusätzliche Rechnung. Wer 100 Franken auf +0,25 setzt, gewinnt beim 1:0 mit Handicap auf der 0-Linie (Rückerstattung 50) und auf der +0,5-Linie (Gewinn 50 mal Quote). Bei einem 2:1 gibt es auf der 0-Linie eine Rückerstattung, auf der +0,5-Linie ebenfalls. Bei einem 0:1 erfolgt auf der 0-Linie eine Rückerstattung, auf der +0,5-Linie hingegen der Verlust der 50.
Die Quoten der beiden Hälften liegen in der Regel nahe beieinander, weil das Handicap eng zusammensteht: Wer +0,25 nimmt, weil das Spiel auf Messers Schneide steht, hat fast die ganze Information in den Quoten, die er braucht. Wer −0,25 nimmt, akzeptiert, dass −0 nur bei Niederlage und +0,5 nur bei Sieg gewinnt – das Risiko liegt zwischen den beiden Linien.
Wettmärkte rund um das Handicap
Handicap ist nicht gleich Handicap. Die Linie −1 ist eine Sache, ein asiatisches Torverhältnis eine andere. In der Praxis erscheinen drei nahe Verwandte auf dem Wettschein:
- Ganzes Handicap (−1, −2, +1): Der Einsatz geht bei rechnerischem Unentschieden zurück. Wer −1 nimmt, akzeptiert, dass ein Sieg mit einem Tor nichts bringt.
- Halbes Handicap (−0,5, −1,5, −2,5): Es gibt keinen Ausweg über die Rückerstattung. Wer −1,5 nimmt, braucht einen Sieg mit zwei Toren Abstand, sonst ist die Wette verloren.
- Viertel-Handicap (−0,25, +0,75, +1,25): Der Einsatz wird auf zwei Wetten aufgeteilt, bei −0,25 also eine 0-Linie und eine −0,5-Linie. Der saldierte Gewinn oder Verlust hängt vom Resultat ab.
Was auf dem Wettschein als «Asian Handicap» steht, fasst diese drei zusammen. Der Begriff ist ein Sammelname: Wer ihn liest, weiss noch nicht, in welche der drei Formen die Wette fällt. Erst die Zahl hinter dem Vorzeichen (−1, +0,5, +0,25) macht die Rechenregel sichtbar.
Ein weiterer Markt, der in der Nähe liegt, ist das asiatische Über/Unter: Die gleiche Logik, aber auf die Anzahl Tore statt auf das Resultat bezogen. Auch hier gibt es ganze Linien (2 Tore), halbe (2,5) und Viertel (2,25). Wer ein 2,25-Über nimmt, hat eine Wette zur Hälfte auf 2 und zur Hälfte auf 2,5 – mit denselben Konsequenzen für die Rückerstattung.
Wie die Marge in den Quoten sitzt
Quoten sind kein Geschenk. Jede Quote trägt einen Anteil dessen, was der Anbieter vom Markt behält – die Marge. Sie sitzt zwischen dem, was die Wettenden zusammen eingesetzt haben, und dem, was am Ende ausgeschüttet wird. Bei einem ausgeglichenen Markt mit zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen sollte die faire Quote 2,00 sein (Einsatz mal 2,00 = Auszahlung). Steht die Quote bei 1,90, liegt die Auszahlungsquote darunter. Konkret:
- 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = 1 ÷ 1,0526 = 0,95
- Marge = 1 − 0,95 = 0,05 oder 5 %
Bei einem 1,90/1,90-Markt behält der Anbieter etwa 5 % des Gesamtumsatzes. Das ist der Preis, den jeder Wettende für die Teilnahme am Markt zahlt. Bei über 1,85 auf einer Seite und 1,95 auf der anderen ist die Marge höher, weil das Buch unausgewogener gesetzt ist. Bei 1,95/1,95 ist die Marge entsprechend etwas niedriger als bei 1,85/1,85 – aber niemals null.
Für die Handicap-Märkte bedeutet das: Eine −0,5 auf den Favoriten und +0,5 auf den Aussenseiter trägt ungefähr die Hälfte der Marge eines 1X2-Marktes, weil das Unentschieden fehlt. Eine 0-Linie trägt dafür weniger Marge, weil die Rückerstattung dem Anbieter einen Teil des Risikos abnimmt. Viertel-Handicaps liegen dazwischen, weil sie zwei Wetten bündeln.
Die Konsequenz für die Wettenden: Wer viele kleine Wetten auf Handicap-Märkten platziert, zahlt die Marge bei jedem Tipp. Über hundert Wetten summiert sich das zu einem Betrag, der den Nervenkitzel übersteigt. Wer wenige Wetten mit grossem Einsatz platziert, zahlt anteilig dasselbe – aber bei höherem Risiko pro Wette. Die Marge ist im Preis eingepreist, sie verschwindet nicht.
Was die Berechnung einem konkreten Wettschein antut
Eine Beispielrechnung zeigt, wo die Marge sichtbar wird. Ein Handicap-Markt −0,5 auf Team A zu 1,90, +0,5 auf Team B zu 1,90, Einsatz 100 Franken auf A:
- Auszahlung bei Sieg A: 100 × 1,90 = 190 Franken
- Bei Unentschieden oder Niederlage A: 0 Franken
- Erwarteter Wert über unendlich viele Wetten bei 50 % Trefferquote: 0,5 × 190 = 95 Franken
Wer 100 Franken einsetzt, bekommt im Erwartungswert 95 Franken zurück. Die fehlenden 5 Franken sind die Marge. Wer das ignoriert, wettet gegen einen unsichtbaren Gegner, der bei jeder Wette ein Stück vom Einsatz nimmt.
Bei Handicap-Märkten mit Rückerstattung verändert sich das Bild. Ein 0-Handicap zu 1,95/1,95 hat etwa 2,6 % Marge, ein −0,5/+0,5 zu 1,85/1,85 etwa 7,5 %. Die Linie absorbiert Unentschieden – und der Anbieter lässt sich diese Absicherung bezahlen. Wer konsequent auf −0,5 statt auf die Dreiwege-Wette setzt, gibt einen Teil seiner Marge für die Entfernung des Unentschiedens aus. Wer auf +0,5 setzt, gibt einen Teil der Quote für die Versicherung, dass ein Unentschieden nicht als Verlust zählt.
Schweizer Bewilligung – was hier erlaubt ist und was nicht
In der Schweiz dürfen Sportwetten nur zwei Organisatoren anbieten: Swisslos und Loterie Romande. Beide haben eine Grossspiel-Bewilligung nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) – die Veranstalterbewilligung für die Organisation und die Spielbewilligung pro Spiel. Die Aufsicht liegt bei der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Das Geldspielkonkordat ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft.
Eine ausländische Bewilligung (Curaçao, Malta, Deutschland) hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer hier ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar – bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die Sperrliste der Gespa listet ausländische Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren; Ende 2025 waren 671 Domains gesperrt, betroffen sind unter anderem Interwetten, Bet-at-Home und bet365.
Eine Schweizer Bewilligung wird nicht für ein «Bestes Angebot» oder «Top Quoten» vergeben, sondern dafür, dass der Markt unter Aufsicht steht und die Überschüsse an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen fliessen. Wer hier spielt, ist nicht deswegen besser dran – aber sein Geld geht nicht an einen Anbieter, der es an einem Schweizer Verfahren vorbei verbucht.
Wer Sporttip und Jouez Sport anbietet
Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.
Wer in den Deutschschweizer Kantonen wohnt, kann bei Swisslos ein Online-Konto führen. Wer in den Westschweizer Kantonen wohnt, geht zur Loterie Romande. Eine Überschneidung gibt es nicht – die beiden Organisatoren teilen den Markt untereinander auf, und ein Online-Konto beim «falschen» Anbieter lässt sich nicht eröffnen. Voraussetzung ist jeweils Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet.
Welche Handicap-Märkte hier zugelassen sind
Welche Wetten angeboten werden dürfen, entscheidet eine geschlossene Liste: Die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen (Stand 10. September 2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Die Liste ist abschliessend – was nicht draufsteht, darf nicht angeboten werden.
Die Liste enthält Handicap-Wetten im Fussball. Eckbälle, Kartenmärkte und esports tauchen nicht auf. Qualifikationsrunden werden nur dann aufgenommen, wenn die Liste sie ausdrücklich nennt; Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie gelistet sind. Live-Wetten sind erlaubt, vor Spielbeginn und live – das BGS kennt keine statutarische Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Verboten sind Wetten auf Wettereignisse, politische Ereignisse oder Fernsehshows.
Für die Handicap-Märkte heisst das: Wer bei Sporttip oder Jouez Sport Handicap spielt, bewegt sich im Rahmen dessen, was die Liste erlaubt. Die Linien (−0,5, +0,25, −1,5) kommen aus dem Wettprogramm der beiden Anbieter, nicht aus einem internationalen Sportwetten-Konzern.
Warum Werbung für ausländische Anbieter hier verboten ist
Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Sportwetten ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS). Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein oder sich an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für nicht bewilligte Anbieter wird mit Busse bis 500’000 Franken bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS) – 2025 hat die Aufsicht 24 Zusagen für Loterie Romande und 8 für Swisslos erteilt.
Die Konsequenz für Spieler, die im Internet auf Werbung für ausländische Anbieter stossen: Die Werbung selbst ist ein Verstoss gegen Schweizer Recht. Sie zeigt das Produkt – und sie zeigt, dass das Produkt hierzulande keine Bewilligung hat.
Spielerlimiten und Sperre – was die eigene Kontrolle kostet
Die schweizerische Regulierung setzt die Spielenden nicht unter Generalverdacht, sondern gibt ihnen Werkzeuge, mit denen sie ihre eigenen Grenzen setzen können. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Was hier nicht existiert: Eine staatliche Einzahlungs-Obergrenze. Die Schweiz kennt keinen fixen Deposit Cap wie andere Länder. Was existiert: Der Mechanismus, dass jedes Konto mit einer Verlustlimite starten muss und dass diese Limite gesenkt werden kann, ohne Wartezeit. Eine Erhöhung dauert 72 Stunden – das ist die einzige Bremse.
Für Handicap-Wetten gilt dasselbe wie für jede andere Wette: Die Limite gilt für die Summe aller Einsätze, nicht für einzelne Wetten oder Märkte. Wer die Limite auf 200 Franken pro Woche setzt, kann 100 Franken auf ein Handicap und 100 Franken auf einen anderen Tipp setzen – oder 200 Franken als Einzelwette auf einen stark favorisierten Markt.
Sperre und Register – was im Notfall passiert
Eine Sperre wird in einem schweizerweiten Register eingetragen, das zwischen Sporttip, Jouez Sport, den Casinos und den Online-Casinos geteilt wird. Eine Selbstsperre wird frühestens nach drei Monaten aufgehoben, mit Beteiligung einer Fachstelle (Art. 84 VGS). Wer sich selbst sperrt, hat während der Sperrzeit keine Möglichkeit, Einsätze zu platzieren – und wer gegen die Sperre spielt, hat keinen Anspruch auf Gewinne (Art. 45 BGS).
Die Spielsperre ist die schärfste Form der eigenen Kontrolle. Sie funktioniert, weil das Register zwischen den Anbietern geteilt wird. Wer sich bei Sporttip sperrt, ist nicht automatisch bei einem ausländischen Anbieter gesperrt – die Sperre gilt nur im Schweizer System. Für ausländische Anbieter gilt die Schweizer Sperre nicht; wer dort spielt, hat das eigene Limit ausserhalb des Registers zu setzen.
Mindesteinsatz, Höchsteinsatz und Gewinndeckel – Operator-Regeln
Die Einsatzgrenzen kommen aus den Spielregeln der beiden Organisatoren. Bei Swisslos Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2) und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.
Diese Werte sind nicht asymmetrisch – Sporttip erlaubt grössere Einzelwetten, Jouez Sport hat strengere Kombi-Limiten. Bei beiden Anbietern geht die Höchstlimite an einer harten Wand: Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen, nicht reduziert, nicht zurückgeschnitten. Wer die Limite überschreitet, muss die Wette teilen oder gar nicht platzieren.
Gewinndeckel und Quotenlimits
Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1,10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Die Mindestquote von 1,10 bedeutet: Wer in einer Kombi auf eine Quote unter 1,10 setzt, kann diesen Wettschein nicht platzieren. Die Höchstquote von 100’000 setzt dem möglichen Auszahlungsbetrag pro Wette nach oben hin eine Decke – ein Sicherheitsnetz gegen Trefferquoten, die das System nicht bedienen kann.
Was die Berechnung einem Wettschein antut
Wer bei Sporttip eine Einzelwette von 100 Franken zu Quote 1,90 platziert, gewinnt im Erfolgsfall 190 Franken, der Gesamtrückzahlung entspricht 290 Franken (100 Einsatz + 190 Gewinn). Bei einer Quote von 5,40 gewinnt er 540 Franken, die Gesamtrückzahlung 640. Bei einer Kombiwette aus drei Voraussagen mit den Quoten 1,90, 2,20 und 1,80 ist die Gesamtquote 1,90 × 2,20 × 1,80 = 7,524, der Gewinn bei 50 Franken Einsatz 376,20 Franken – aufgerundet auf zwei Nachkommastellen und dann abgerundet auf 5 Rappen ergibt das 376,20.
Diese Rechnungen gelten nur, solange die Wette angenommen wird. Eine Wette über dem Höchsteinsatz wird abgelehnt, ein Wettschein über dem Höchstgewinn nicht angenommen.
Quotenboost, Cash-Out und Kombiboost – drei Mechaniken, die das Versprechen verkaufen
Bei Sporttip gibt es drei Mechanismen, die mit dem Versprechen eines Mehrwerts werben: den Quotenboost, den Profitboost und den Kombiboost. Alle drei sind nur online verfügbar und greifen in die Quote ein, nicht in den Einsatz.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1,50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Was die Mechanik tatsächlich macht: Ein Quotenboost erhöht die Quote einer Einzelwette nach oben, ohne den Einsatz zu verändern. Ein Profitboost verlängert den Gewinn prozentual. Ein Kombiboost honoriert die Grösse einer Kombi. Alle drei verkaufen ein Mehr an Quote – und kosten im Gegenzug eine Bindung an die Mechanik (mindestens 4 Voraussagen, mindestens Quote 1,50, einmalige Nutzung).
Für Handicap-Märkte gilt dasselbe: Wer eine Handicap-Linie mit einem Quotenboost nimmt, gewinnt die höhere Quote – aber verliert den Cash-Out, sobald die Wette läuft. Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Cash-Out ist kein Geldautomat, sondern ein Verkauf – und der Verkäufer bestimmt, was er zahlt.
Vergleich: Schweizer Bewilligung und Handicap im Angebot
Die folgende Tabelle vergleicht die Anbieter nach zwei Achsen: nach der Schweizer Bewilligungssituation und nach der Bewilligungsbasis. Bei den beiden lizenzierten Anbietern stammen die Angaben aus deren Spielregeln. Bei den ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung trägt die Tabelle nur das, was die Sperrliste und das BGS über sie aussagen – die Anbieter selbst haben hier kein gültiges Vehikel, ihre Handicap-Märkte zu beschreiben.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Bewilligungsbasis |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; BGS, SR 935.51 |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung | Société de la Loterie de la Suisse Romande; BGS, SR 935.51 |
| BetOnRed | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz (Art. 4 BGS) |
| BassBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz (Art. 4 BGS) |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz (Art. 4 BGS) |
| Betclic | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz (Art. 4 BGS) |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz (Art. 4 BGS) |
| BDMBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz (Art. 4 BGS) |
| Coolzino | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz (Art. 4 BGS) |
| BetFury | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz (Art. 4 BGS) |
Was die Tabelle nicht sagt: Welche Handicap-Linien jeder einzelne Anbieter führt. Diese Frage lässt sich nur gegen das aktuelle Wettprogramm beantworten – und dort, wo keine Schweizer Bewilligung existiert, ist das Wettprogramm in der Schweiz nicht abrufbar, sondern nur über eine DNS-Sperre blockiert.
Swisslos Sporttip – der eine Anbieter im Deutschschweizer Raum
Sporttip ist die Sportwette der Swisslos. Wer in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH wohnt oder im Kanton Tessin oder im Fürstentum Liechtenstein, kann hier ein Online-Konto führen und auf Fussball mit Handicap setzen. Wer in den Westschweizer Kantonen wohnt, geht zur Loterie Romande. Die Aufteilung der Vertragsgebiete ist im IKV 2020 festgehalten.
Die Handicap-Märkte sind Teil des Wettprogramms, das die Gespa-Liste führt. Sporttip bietet Handicap im Fussball an, mit −0,5/+0,5-Linien und Viertel-Schritten. Wer bei Sporttip −0,25 setzt, hat eine Wette, die zur Hälfte auf der 0-Linie und zur Hälfte auf ±0,5 liegt – mit der Konsequenz, dass ein Unentschieden zu einer teilweisen Rückerstattung führt.
Was die Mechanik von Sporttip für den Wettschein bedeutet: Eine Wette über 1’000 Franken wird nicht angenommen, eine Systemwette über 10’000 Franken ebenfalls. Eine Mindestquote pro Voraussage im Kombiboost ist 1,50. Ein Cash-Out ist nur für Online-Wetten verfügbar und nur als vollständiges Cash-Out, nicht teilweise. Bei Live-Wetten können Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen platziert werden, mit Quote 1,00 gewertet werden – der Gewinn verfällt, der Einsatz geht zurück.
Sporttip verlangt vor der ersten Teilnahme eine Verlustlimite für 1, 7 und 30 Tage, die gesenkt sofort und erhöht erst nach 72 Stunden gilt. Wer 19 ist, kann mit maximal 1’000 Franken Verlustlimite pro Tag starten. Eine Sperre von 1 bis 180 Tagen ist selbst zu setzen, eine unbefristete Sperre wird im Register der gesperrten Personen eingetragen und gilt schweizweit.
Das Urteil über Sporttip: Die Plattform ist die einzige seriöse Adresse im Deutschschweizer Raum, und sie verlangt vom Wettenden, dass er seine eigenen Grenzen setzt – mit einer Mechanik, die Senkungen sofort zulässt und Erhöhungen verzögert. Wer hier spielt, gibt einen Teil seiner Flexibilität ab und gewinnt dafür eine Adresse, die unter schweizerischer Aufsicht steht. Für Wettende mit kleinem Budget und langer Perspektive ist das die richtige Wahl.
Loterie Romande Jouez Sport – das Gegenstück in der Romandie
Wer im Welschland wohnt, kommt nicht zu Sporttip – das Vertragsgebiet schliesst dort aus. Die Loterie Romande führt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Das Angebot ist im Kern dasselbe – Handicap-Märkte im Fussball, Live-Wetten, Cash-Out – aber mit eigenen Limiten und eigenen Spielregeln.
Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2). Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, ein Multiples-Wettschein darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette ist auf CHF 300’000 gedeckelt, alle Gewinne eines Multiples zusammen auf CHF 1’000’000. Die Mindestquote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1,10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Was die Loterie Romande anders macht: Sie ist enger an das Verkaufsstellennetz gebunden, mit 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz. Sie hat eine niedrigere Online-Einsatzgrenze (CHF 500 statt CHF 1’000), aber einen höheren Gewinndeckel pro Multiple. Sie verlangt pro Voraussage eine Mindestquote von 1,10 – ein niedrigerer Wert als der Kombiboost von Sporttip, der 1,50 setzt. Die Loterie Romande ist konsequent auf das Westschweizer Publikum ausgerichtet, und ihre Spielregeln wirken konservativer.
Das Urteil über Jouez Sport: Für Wettende in der Romandie ist es die einzige Schweizer Adresse – es gibt keine Alternative innerhalb der Schweizer Bewilligung. Die Plattform ist restriktiver als Sporttip (niedrigere Höchsteinsätze, strengere Multiples-Limiten), aber im Kern gleich. Wer im Welschland wohnt und unter Schweizer Aufsicht spielen will, kommt nicht um Jouez Sport herum.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung – der lange Weg
Die übrigen acht Anbieter in der Übersicht – BetOnRed, BassBet, Jackbit, Betclic, myBet, BDMBet, Coolzino, BetFury – haben keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz – aus Curaçao, Malta, Deutschland – hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer dort wettet, wettet ausserhalb der Schweizer Aufsicht und ausserhalb des Schweizer Sperrregisters.
Was das in der Praxis heisst: Wer sich bei einem dieser Anbieter sperren lässt, ist nicht aus dem Schweizer Register gesperrt. Wer eine Selbstsperre bei Swisslos oder Loterie Romande setzt, ist nicht automatisch bei diesen Anbietern gesperrt. Wer sein Schweizer Konto mit einer Verlustlimite von 200 Franken pro Woche führt, hat diese Limite nicht bei einem ausländischen Anbieter – es sei denn, er setzt sie dort selbst.
Die Konsequenz für die Sperre: Das Schweizer Sperrregister schützt im Schweizer System. Wer aus dem System ausbricht, hat die Kontrolle selbst zu leisten. Die Konsequenz für die Steuern: Gewinne aus ausländischen Grossspielen sind nach kantonalem Recht anders zu behandeln als Gewinne aus Schweizer Bewilligungen – der Kanton Thurgau zum Beispiel behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Die Konsequenz für die Werbung: Werbung für diese Anbieter ist in der Schweiz verboten; die Anbieter selbst sind über die Sperrliste der Gespa blockiert.
Das Urteil zu den ausländischen Anbietern: Wer in der Schweiz auf einem ausländischen Anbieter wettet, hat drei Probleme. Erstens: Kein Schweizer Sperrregister. Zweitens: Keine Schweizer Aufsicht über Quoten, Limits und Auszahlungen. Drittens: Keine kantonale Gleichbehandlung bei der Besteuerung. Das macht sie nicht zwingend zu schlechteren Produkten – aber zu Produkten, die ausserhalb des schweizerischen Rahmens liegen, den diese Seite beschreibt.
BetOnRed
BetOnRed ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Was die Plattform selbst an Handicap-Märkten, Quoten, Limits und Funktionen anbietet, ist hier nicht festgehalten – und die Plattform hat in der Schweiz kein gültiges Vehikel, ihre Bedingungen an einem Schweizer Verfahren zu messen.
Was die Schweizer Seite kennt: BetOnRed ist nicht im Besitz einer von der Schweiz anerkannten Lizenz. Eine Lizenz aus einem anderen Land hat hier keine Kraft (Art. 4 BGS). Die Plattform ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen. Wer dort spielt, hat keine Schweizer Anlaufstelle für Streitigkeiten und keine Schweizer Aufsicht über die Auszahlung von Gewinnen.
Für die Handicap-Märkte heisst das: Wer dort Handicap spielt, nimmt die Mechanik des Marktes an, aber nicht deren schweizerische Aufsicht. Wer die Schweizer Bewilligung als Qualitätssiegel versteht, findet sie hier nicht.
BassBet
BassBet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die Plattform ist nicht im Besitz einer von der Schweiz anerkannten Lizenz. Eine Lizenz aus einem anderen Land hat hier keine Kraft (Art. 4 BGS). BassBet ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen.
Die Konsequenzen für Handicap-Wetten sind dieselben wie für BetOnRed: Ausserhalb des Schweizer Schutzrahmens, ohne Schweizer Aufsicht über Quoten und Limits. Wer dort spielt, trägt das volle Risiko der Plattform – ohne schweizerische Rückendeckung.
Jackbit
Jackbit ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die Plattform fällt in dieselbe Kategorie wie BetOnRed und BassBet – ohne Schweizer Lizenz, ohne Anbindung an das Sperrregister, ohne Schweizer Aufsicht. Eine DNS-Sperre ist möglich; Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste.
Was die Plattform an Handicap-Märkten führt, ist hier nicht festgehalten – die Schweiz erkennt diese Plattform nicht. Wer dort spielt, nimmt die ausländische Plattform mit ihren eigenen Regeln an.
Betclic
Betclic ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Dieselbe Ausgangslage: keine Schweizer Lizenz, keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht über Quoten, Limits, Cash-Out, Bonusmechaniken. Die Plattform ist in der Schweiz über die Sperrliste der Gespa blockierbar.
Wer dort spielt, akzeptiert die ausländischen Regeln. Die Schweizer Seite erkennt diese Regeln nicht; eine Streitigkeit wird nicht von einer Schweizer Stelle entschieden.
myBet
myBet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Wie bei den anderen Anbietern in dieser Kategorie gibt es keine Schweizer Lizenz, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Verfahren bei Streit. Wer dort wettet, trägt das Risiko allein.
BDMBet
BDMBet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Keine Schweizer Lizenz, keine Aufsicht, keine Anbindung an das Sperrregister. Die Plattform ist in der Schweiz blockierbar.
Coolzino
Coolzino ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Dieselbe Ausgangslage wie die anderen Anbieter in dieser Kategorie: keine Schweizer Lizenz, keine Aufsicht, keine Anbindung an das Sperrregister.
BetFury
BetFury ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Dieselbe Ausgangslage wie die anderen Anbieter in dieser Kategorie: keine Schweizer Lizenz, keine Aufsicht, keine Anbindung an das Sperrregister. Die Marke kann auf der Sperrliste der Gespa geführt werden.
Steuerliche Lage – was bleibt vom Gewinn
Gewinne aus Schweizer Sportwetten sind einkommensteuerfrei bis zum kantonalen Freibetrag; oberhalb des Freibetrags werden sie besteuert. Die Bundesschwelle für die Verrechnungssteuer ist ab dem 1. Januar 2026 CHF 1’071’000; 2025 lag sie bei CHF 1’070’400. Oberhalb dieser Schwelle werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Die kantonale Schwelle unterscheidet sich von der Bundesschwelle – sie ist je nach Kanton anders, und nur die kantonale Steuerverwaltung kann die für den Wohnort geltende Zahl nennen.
Wer unter dem Freibetrag bleibt, hat keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Wer mit kleinen Einsätzen auf Handicap-Märkten spielt, erreicht diese Schwelle nicht – die Frage stellt sich nur bei aussergewöhnlich hohen Gewinnen aus grossen Kombis.
Gewinne aus ausländischen Grossspielen sind nach kantonalem Recht anders zu behandeln. Der Kanton Thurgau zum Beispiel behandelt sie als voll steuerbares Einkommen. Wer mit Wohnsitz in einem anderen Kanton spielt, hat die kantonale Praxis dort zu prüfen – sie ist nicht einheitlich. Was es in der Schweiz nicht gibt: Eine Wettsteuer auf den Einsatz. Der Einsatz wird nicht besteuert; nur der Gewinn, oberhalb des Freibetrags.
Wer hier spielen sollte – und wer nicht
Wer in der Deutschschweiz wohnt und unter Schweizer Aufsicht wetten will, kommt zu Swisslos Sporttip. Wer in der Romandie wohnt, kommt zu Loterie Romande Jouez Sport. Wer sich in der Schweiz auf einem ausländischen Anbieter anmeldet, macht sich nicht strafbar – aber nimmt das Produkt ausserhalb des Schweizer Schutzrahmens an.
Die Frage, ob Handicap das richtige Marktsegment ist, hängt nicht von der Bewilligung ab, sondern vom Markt und der Marge. Wer zwischen −0,5 und +0,5 schwankt, weil das Spiel auf Messers Schneide steht, findet in der −0,5/+0,5-Linie einen Markt mit zwei klaren Ausgängen und niedrigerer Marge als bei der Dreiwege-Wette. Wer einen Favoriten hat, der knapp führt, findet in der −1-Linie die Möglichkeit, sich die Rückerstattung bei einem knappen Sieg zu sichern. Wer ein Viertel-Handicap versteht, kann sich die Aufteilung zu Nutze machen – aber nur, wenn er die Konsequenz aus beiden Hälften mitrechnet.
Die Frage, ob die 5 % Marge eines 1,90/1,90-Marktes zu viel ist, lässt sich gegen einzelne Wetten nicht beantworten – sie ist der Preis, den jeder Wettende zahlt. Über viele Wetten summiert sich der Preis zu einem Betrag, der nur durch Trefferquoten gerechtfertigt werden kann, die über dem liegen, was die Marge erfordert.
Spielregeln – was bei Streit zählt
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1,00. Das ist die Standardregel – sie gilt, was nicht ausdrücklich anders geregelt ist.
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer (etwa Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Für eine Handicap-Wette auf 90 Minuten heisst das: Verlängerung zählt nicht, Penaltyschiessen zählt nicht – die Handicap-Linie wird am Ende der regulären Spielzeit ausgewertet, nicht am Ende des Spiels.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Auszahlung und Identitätsprüfung – die Mechanismen am Ende
Gewinne und Saldi werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen und Krypto-Auszahlungen existieren in der Schweizer Bewilligung nicht. Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmittel ein Anbieter akzeptiert, ist Sache des Anbieters.
Bei Sporttip läuft die Auszahlung über das verifizierte Konto. Verifizierung heisst: Die Identität wird bei der Registrierung geprüft und mit Adressdatenbanken abgeglichen. Wer nach der Registrierung umzieht oder eine andere Adresse hat, muss die Verifizierung anpassen – sonst läuft die Auszahlung ins Leere.
Was die Mechanik macht: Sie schiebt das Geld nicht weiter, bevor die Identität passt. Das ist der Preis für eine Auszahlung ohne Treuhänder – wer die Auszahlung beschleunigen will, hat seine Identität im Voraus zu klären.
Häufige Fragen
Was bedeutet «Asian Handicap» im Wettprogramm?
Der Begriff «Asian Handicap» ist ein Sammelname für drei Linienformen: ganze Handicaps mit Rückerstattung bei Unentschieden, halbe Handicaps ohne Rückerstattung und Viertel-Handicaps, die den Einsatz auf zwei Wetten aufteilen. Welche Form gemeint ist, steht in der Zahl hinter dem Vorzeichen (−1, +0,5, +0,25). Die Mechanik stammt aus Asien und ist im Fussball am weitesten verbreitet.
Wie unterscheidet sich die Handicap-Wette von der 1X2-Wette?
Bei der 1X2-Wette gibt es drei Ausgänge: Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg. Bei der Handicap-Wette wird ein Handicap addiert, das einen der Ausgänge beseitigen oder den Einsatz bei einem bestimmten Resultat zurückerstatten kann. Eine −0,5-Linie auf den Favoriten entspricht einem Heimsieg ohne Unentschieden-Risiko; eine 0-Linie entspricht einem Heimsieg oder Rückerstattung bei Unentschieden. Der Vorteil: Die Marge ist meist niedriger als bei der Dreiwege-Wette, weil das Unentschieden wegfällt.
Was bedeutet +0,25 für den Einsatz?
Ein Viertel-Handicap wie +0,25 teilt den Einsatz auf zwei Wetten auf: zur Hälfte auf eine 0-Linie und zur Hälfte auf eine +0,5-Linie. Bei 100 Franken Einsatz sind das zwei 50-Franken-Wetten. Gewinnt das Team mit einem Tor Abstand, gewinnen beide Hälften. Bei Unentschieden geht die 0-Hälfte zurück und die +0,5-Hälfte gewinnt. Bei Niederlage mit einem Tor geht die 0-Hälfte zurück und die +0,5-Hälfte verliert.
Was passiert bei −1 und einem 2:1?
Bei einem ganzen Handicap von −1 wird der Einsatz zurückerstattet, wenn sich nach Addition des Handicaps ein Unentschieden ergibt. Gewinnt Team A 2:1 mit Handicap −1, ergibt die Rechnung 1:1 – der Einsatz geht zurück. Das ist die zentrale Eigenschaft des ganzen Handicaps.
Wer entscheidet, ob ein Handicap-Markt in der Schweiz angeboten werden darf?
Die Gespa – die interkantonale Geldspielaufsicht – führt die Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen. Was auf der Liste steht, darf von Swisslos und Loterie Romande angeboten werden. Was nicht draufsteht, ist tabu. Die Liste wird regelmässig aktualisiert.
Wie wirkt sich die Marge auf die Quoten aus?
Quoten tragen die Marge des Anbieters. Bei einem Markt mit 1,90 auf beiden Seiten liegt die Marge bei etwa 5 %. Bei 1,85/1,85 ist sie höher, bei 1,95/1,95 niedriger. Die Marge ist im Preis eingepreist; sie verschwindet nicht. Über viele Wetten zahlt jeder Wettende die Marge in jedem Einsatz.
Wettarten – rasentenniswetten
Inhalt erstellt vom Team «rasentenniswetten»
