American Football in der Schweiz wetten – was erlaubt ist und was es kostet

Updated Oktober 2026
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Ein eiförmiger Lederball liegt auf einem frisch gemähten Rasenfeld mit weissen Linien, im Hintergrund stehen Flutlichtmasten in der Dämmerung.

Stand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Bewilligungs- und Spielregelwerke der EGF l-Aufsicht (Gespa) und der Sitzungsanbieter.

Die National Football League (NFL) umfasst 32 Teams; jedes Team bestreitet 17 Hauptrundenspiele in 18 Wochen mit einem spielfreien Wochenende (Bye).

American Football gehört zu den populärsten Profiligen, auf die auch in der Schweiz gewettet wird. Die National Football League (NFL) bestreitet eine Hauptrunde mit 32 Teams, 17 Spielen pro Team über 18 Wochen und einem spielfreien Wochenende (Bye); die Playoffs führen in den Super Bowl, der am zweiten Sonntag im Februar stattfindet. Wer hierzulande auf ein Spiel der Regular Season oder auf die Playoffs setzen will, ist an einen engen rechtlichen Rahmen gebunden, und dieser Rahmen entscheidet, welche Anbieter überhaupt zur Auswahl stehen.

Prognose und Strategie – wie eine Vorhersage entsteht

Eine Prognose auf ein NFL-Spiel besteht aus mehreren Bausteinen, die zusammen ein Bild der Ausgangslage ergeben. Die Grundlage ist die Form der beiden Teams über die jüngsten vier bis sechs Spiele, korrigiert um die Stärke des Gegners, gegen den diese Form resultieren geführt wurde. Dazu kommen die Kadernachrichten: Verletzungen und Sperren auf Schlüsselpositionen, vor allem Quarterback, Offensive Line und Secondary. Der Heimvorteil im American Football ist im Schnitt etwa drei Punkte wert, in Denver oder Seattle wegen der Höhe mehr, in warmen Arenen weniger. Hinzu kommen Wetter, Reisebelastung und das Schema des Gegners. Aus diesen Teilen entsteht eine Wahrscheinlichkeit für jedes mögliche Ergebnis. Eine Quote, die höher ist als der Kehrwert dieser Wahrscheinlichkeit, gilt als Value Bet – eine Quote, die mehr auszahlt, als es die eigene Einschätzung rechtfertigt.

Eine Trinkflasche und ein Handtuch liegen auf einer Holzbank am leeren Spielfeldrand unter dem Licht der Flutlichter.
Im American Football zählt ein Touchdown 6 Punkte, der Extrapunkt (PAT) 1, die Two-Point-Conversion 2, ein Field Goal 3 und eine Safety 2 Punkte.

Ein Value Bet ist eine Schätzung. Er ist nicht sicherer als jede andere Wette, weil der Ausgang eines Footballspiels von Dutzenden nicht prognostizierbarer Spielsituationen abhängt: ein Fumble in der Red Zone, ein Hail Mary im letzten Drive, eine Schiedsrichterentscheidung nach Videobeweis. Wettende, die über Wochen und Monate Logarithmen aus ihren Tipps mitführen, stellen fest, dass die Trefferquote deutlich unter der eigenen Erwartung liegt und dass die Buchmacher langfristig ihren Anteil mitnehmen. Wetten ist kein Einkommen.

Wer eine Wettstrategie verfolgt, sollte sich an drei Punkten orientieren. Erstens: nicht mehr setzen, als ein vorab gesetztes Verlustlimit zulässt. Zweitens: nicht auf jedes Spiel wetten, sondern nur dort, wo die eigene Einschätzung von der abgeleiteten Wahrscheinlichkeit deutlich abweicht. Drittens: die Wettquoten mehrerer Anbieter vergleichen, denn dieselbe Wette kann bei unterschiedlichen Veranstaltern zwei, drei oder fünf Prozentpunkte unterschiedlich ausfallen, und über das Jahr summiert sich dieser Unterschied. Was übrig bleibt, ist eine Disziplin im Umgang mit einem Spiel, das in erster Linie Unterhaltung ist.

Spielzeit, Punkte, Spielplan

Ein NFL-Spiel besteht aus vier Vierteln zu je 15 Minuten Nettospielzeit; High-School- und europäische Amateurligen spielen Viertel zu je 12 Minuten. Während der Nettospielzeit wird die Uhr bei jedem Spielzug angehalten, daher dauert ein Spiel in der Praxis rund drei Stunden. Punkte werden auf fünf Arten erzielt: ein Touchdown zählt 6 Punkte, der Extrapunkt (PAT) 1, die Two-Point-Conversion 2, ein Field Goal 3 und eine Safety 2 Punkte. Wer auf den Sieger eines Spiels wettet, muss wissen, dass diese Punktzahl über das Ergebnis entscheidet, nicht die Anzahl gefüllter Aktionen.

Eine Rheinpromenade mit hohen Bäumen am Abend, das Wasser spiegelt das Licht der ersten Laternen.
Jede Mannschaft stellt im American Football elf Spieler auf das Feld.

Die Verlängerung in der NFL dauert 10 Minuten; seit der Saison 2025 gilt nicht mehr das Sudden-Death-Prinzip, bei dem der erste Touchdown des zuerst angreifenden Teams sofort entschied. Beide Teams bekommen nun mindestens einen Ballbesitz. In den Playoffs dauert jede Verlängerung 15 Minuten und wird bis zur Entscheidung gespielt. Im College Football (NCAA) hat in der Verlängerung jedes Team einen Drive, der an der gegnerischen 25-Yards-Linie beginnt; ab der dritten Overtime ist ein Extrapunkt nicht mehr zulässig, stattdessen muss eine Two-Point-Conversion gespielt werden. Diese Regeln wirken direkt auf das Wettangebot: Wetten auf die reguläre Spielzeit enden mit dem Schlusspfiff des vierten Viertels, alles, was die Mitte der Reguläre Schwankungen betrifft, wird separat angeboten.

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf «Sieger reguläre Spielzeit» setzt, bekommt seinen Einsatz bei einem Unentschieden nach Ende der regulären Spielzeit zurück, sofern das Wettprogramm keine andere Regel nennt. Wer auf den Gesamtsieger inklusive Verlängerung wettet, dessen Wette läuft bis zum Ende der Overtime – und diese Wetten sind nicht dasselbe.

Im Grundlagen-Bereich des American Football zählt die Mannschaft und das Spielfeld. Jede Mannschaft stellt elf Spieler auf das Feld; die Offense hat vier Versuche (Downs), um mindestens 10 Yards Raumgewinn für ein neues First Down zu erzielen. Das Spielfeld ist 120 Yards (109,73 m) lang und etwa 53 Yards (48,46 m) breit; das eigentliche Spielfeld umfasst 100 Yards, dazu kommen zwei Endzonen mit je 10 Yards. Eine Wette auf «Über 45,5 Punkte» bezieht sich auf diese Punkte; wer nicht weiss, was ein First Down ist, schätzt die Quote nicht.

Wettbewerbe und Wettangebote

Die National Football League (NFL) umfasst 32 Teams in den Conferences AFC und NFC mit je vier Divisionen zu je vier Teams. In die Playoffs kommen 14 Teams, sieben je Conference: die vier Divisionssieger und drei Wildcard-Teams. Der Super Bowl wird am zweiten Sonntag im Februar ausgetragen, die erste Auflage fand im Januar 1967 statt; den Super Bowl LX gewannen die Seattle Seahawks mit 29:13 gegen die New England Patriots. Die Hauptrunde beginnt Anfang September, die Playoffs folgen im Januar, das Endspiel folgt im Februar. Dazwischen liegen Bye-Wochen, in denen einzelne Teams spielfrei sind und auf die kein Spiel angeboten wird.

Auf ein NFL-Spiel lassen sich unterschiedliche Wettarten setzen. Die populärste ist die Siegwette: Wer gewinnt die Partie, mit Unentschieden als zusätzlichem Ausgang oder als separate Quote. Dazu kommen Handicap-Wetten, bei denen einem Team vor Spielbeginn ein fiktiver Punktevorsprung oder -rückstand zugewiesen wird; ein Spread von –3,5 bedeutet, dass das favorisierte Team mit mindestens vier Punkten Differenz gewinnen muss. Über/Untert-Wetten zielen auf die Gesamtzahl der Punkte; eine Linie von 47,5 Punkten wird mit «Über» oder «weniger» angenommen. Wettanbieter bieten zudem Wetten auf Spielerleistungen an, etwa Passing Yards eines Quarterbacks oder Touchdowns eines Running Backs, sowie Langzeitwetten auf den Super-Bowl-Sieger vor und während der laufenden Saison.

Die beiden Schweizer Veranstalter, Sporttip und Jouez Sport, bieten Wetten auf das reguläre Programm der NFL und auf den Super Bowl an. Welche Wettarten im Einzelfall verfügbar sind, regelt die geschlossene Liste der Gespa: sie führt Sport, Wettbewerb und Wettart auf und bestimmt damit den Rahmen, in dem die Veranstalter ihr Angebot zusammenstellen. Wer eine Wette auf eine Wettart sucht, die nicht auf der Liste steht, kann sie bei einem Schweizer Veranstalter nicht platzieren.

Anbieter im Vergleich

American Football lässt sich in der Schweiz bei zwei Veranstaltern mit Schweizer Bewilligung setzen, und bei einer Reihe ausländischer Anbieter ohne eine solche. Die folgende Tabelle ordnet das Feld nach dem entscheidenden Kriterium: ob die Bewilligung der Gespa vorliegt, oder ob sie fehlt. Sie ersetzt keine eigene Prüfung des Wettprogramms vor dem Tipp.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / ausgewiesene Lizenz
Sporttip (Swisslos.ch) EGF l-Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Gespa-Aufsicht
Jouez Sport (jeux.loro.ch) EGF l-Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Sitz Lausanne; Gespa-Aufsicht
Wettigo ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt
GG.BET ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt
Donbet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt
Sportuna ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt
N1 Bet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt
Betwinner ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt
AmunRa ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt
Interwetten ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt

Die zwei Schweizer Veranstalter bilden das gesetzlich zulässige Angebot. Sie sind die einzigen Anbieter, bei denen eine Wette in der Schweiz nicht gegen das Geldspielgesetz verstösst. Die acht ausländischen Anbieter sind hier aufgeführt, weil Schweizer Wettende ihnen im Internet begegnen; jeder von ihnen fällt unter das Verdikt von Art. 4 BGS: Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft.

Sporttip (Swisslos.ch) – der Veranstalter für die Deutschschweiz und das Tessin

SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Swisslos-Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; in diesen Gebieten wohnhafte Personen können ein Online-Konto eröffnen. Wer in einem der sechs Westschweizer Kantone wohnt, ist hier nicht zugelassen und weicht auf den zweiten Schweizer Veranstalter aus.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das ist der zentrale Unterschied zu einem ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung: Eine Selbstaussperrung wirkt über das gesamte Schweizer Spielangebot hinweg, sie wird zentral registriert und sie gilt.

Das Wettprogramm folgt einer eigenen Logik: Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer vorzeitig aussteigen will, muss den vom Anbieter angesetzten Betrag akzeptieren, der tiefer ist als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn.

Die Limits sind im Vergleich zu ausländischen Anbietern eng, übereinzelt aber klar definiert: Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer mit höheren Einsätzen spielen will, ist hier an der Kapazitätsgrenze angelangt.

Für wen das passt: für Wettende mit Wohnsitz im Vertragsgebiet, die auf ein gesetzlich konformes Angebot Wert legen, die ihre Selbstaussperrung zentral registriert haben wollen, die mit Einsätzen bis CHF 1’000 pro Wette auskommen und die Cash-Out als vollen Ausstieg akzeptieren. Wer mit höheren Einsätzen spielt, ist hier an der Grenze.

Loterie Romande Jouez Sport (jeux.loro.ch) – der Veranstalter für die Westschweiz

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Das Modell ist dasselbe wie bei Sporttip: nur Ein-Veranstalter-Bewilligung mit Spielbewilligung, nur das eigene Vertragsgebiet, ein gemeinsames Spielsuchregister, das schweizweit gilt.

Für Wettende mit Wohnsitz in den Westschweizer Kantonen ist Jouez Sport die einzige legal zulässige Option, an einer Sportwette teilzunehmen. Für wen es nicht passt: für Wettende aus der Deutschschweiz und aus dem Tessin – sie sind hier nicht zugelassen, weil sie nicht im Verbreitungsgebiet wohnen. Für sie ist Sporttip die einzige legal zulässige Option.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Wettigo, GG.BET, Donbet, Sportuna, N1 Bet, Betwinner, AmunRa und Interwetten sind im Schweizer Internet erreichbar, haben aber keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz – in Curaçao, Malta oder einer anderen Jurisdiction – hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Diese Anbieter sind nicht an das Schweizer Spielsuchregister angeschlossen, eine bei ihnen gesetzte Selbstaussperrung gilt nur dort und nicht bei Swisslos oder Loterie Romande. Im Streitfall gibt es keinen Schweizer Rechtsweg, und Gewinne aus ausländischen Grossspielen werden im Kanton Thurgau als vollständig steuerbares Einkommen behandelt, unabhängig von der Höhe.

Die Gespa führt eine Sperrliste von Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren; die Liste umfasste Ende 2025 671 Domains, darunter nach Angabe der Gespa auch Interwetten und bet365. Geblockte Adressen werden typischerweise innerhalb von Stunden ersetzt (Domain-Loading). Wer bei einem dieser Anbieter spielt, nimmt bewusst einen Markt in Anspruch, der in der Schweiz strafrechtlich verfolgt wird: Art. 130 BGS sieht für das organisierte Anbieten ohne Bewilligung eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor; der Spieler selbst wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.

Für wen das passt: für niemanden, der in der Schweiz wohnt und Schweizer Recht unterliegt. Wer dennoch spielt, sollte sich bewusst sein, dass die Liste der Schweizer Schutzmechanismen – Spielsuchregister, zentrale Limits, Schweizer Sperrschema, Schweizer Rechtsweg – hier nicht gilt, und dass der Anbieter mit einer Lizenz ausserhalb der Schweiz operiert, deren Aufsicht nicht an Schweizer Standards gebunden ist.

Verlustlimit, Selbstaussperrung, Spielsuchschutz

Eine Wette auf ein Spiel am Sonntagabend ist wie jede andere an die Spielsuchregeln der Schweiz gebunden. Wer bei Sporttip oder Jouez Sport mitspielt, setzt vor der ersten Teilnahme eigene Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage (Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die Limiten werden vom Spieler gesetzt, nicht vom Staat – der Staat verlangt vom Veranstalter, dass er solche Limiten anbietet und ihre Änderung kontrolliert.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine Selbstaussperrung wird zentral registriert; sie gilt über das gesamte Schweizer Spielangebot hinweg, unabhängig davon, bei welchem Veranstalter sie gesetzt wurde. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Wochen aufgehoben werden, und nur unter Einbezug einer Fachstelle.

Die Schweizer Spielsuchtest-Käufe 2025 der Gespa haben gezeigt: an Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Versuchen eine Sportwette an Minderjährige verkauft. Das ist kein Grund, die Standortschutzregel als streng darzustellen, sondern ein Grund, die eigenen Verlustlimiten ernst zu nehmen und die eigene Wettdisziplin nicht von der Kontrolle am Schalter abhängig zu machen.

Rechtlicher Rahmen

Die Schweiz reguliert Sportwetten im Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e). Aufsichtsbehörde ist die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat in Kraft 1.1.2021), nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung besteht aus einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos, Produkt Sporttip, und Loterie Romande, Produkt Jouez Sport. Verbreitungsgebiete: Swisslos für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein; Loterie Romande für FR, GE, JU, NE, VD und VS.

Was gewettet werden darf, folgt einer geschlossenen Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe und Ranglistenwetten sind nur erlaubt, wenn sie auf der Liste stehen; Eck- und Kartenmärkte sowie ein eigener Esport-Bereich erscheinen auf der Liste nicht. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Live-Wetten sind erlaubt, Prematch und Live, soweit der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat; das BGS enthält keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Welche Wettarten ein Veranstalter konkret anbietet, steht in seinem Programm.

Online-Registrierung und Identitätsprüfung: zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Auszahlungen gehen ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS); anonyme Auszahlungen und Krypto-Auszahlungen existieren in der bewilligten Schweizer Wette nicht. Kreditierung an Spieler ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmittel ein Veranstalter konkret akzeptiert, ist seine Sache und steht in seinen Bedingungen.

Werbung und Bonus: Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen gerichtet sein (Art. 74 BGS); Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 wurden 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt). Bonusbeträge und Bedingungen stehen ausschliesslich in den Bedingungen des Veranstalters.

Steuer: Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen (die ESTV nennt die Sportwette ausdrücklich) sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei und werden nur oberhalb dieses Freibetrags besteuert; der eidgenössische Freibetragssteigerungsschwellenwert beträgt ab 1.1.2026 CHF 1’071’000 (CHF 1’070’400 in 2025); der kantonale Schwellenwert ist unterschiedlich, daher: «je nach Kanton». Oberhalb des Schwellenwerts zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die durch Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung rückforderbar ist. Ein typischer Wettender bleibt weit unter dem Freibetrag: keine Einkommensteuer, keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz. Allgemeine Information, nicht Steuerberatung.

Offshore-Anbieter: Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten anbietet, macht sich strafbar: bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu 5 Jahre (Art. 130 BGS). Der Spieler wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Spielsuchschutz und keine Fair-Play-Kontrolle. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste von Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste am 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Geblockte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt – das gehört zum Geschäftsmodell.

Wettquoten und Marge – was eine Quote wirklich enthält

Die Marge ist der Anteil, den der Buchwichtige von jedem eingesetzten Franken einbehält, bevor er an die Wettenden auszahlt. Sie ist das Einkommen des Veranstalters und der Grund, warum auf lange Sicht die Wettenden weniger zurückbekommen als sie eingesetzt haben. Sie wird sichtbar, sobald man die Quoten aller Ausgänge eines Marktes zusammennimmt.

Nehmen wir einen Zwei-Wege-Markt mit zwei Ausgängen und gleichen Quoten von 1.90 auf jeden Ausgang. Bei einem Einsatz von CHF 100 auf den ersten Ausgang und CHF 100 auf den zweiten Ausgang nimmt der Tisch bei (1 / 1.90) + (1 / 1.90) = 0.5263 + 0.5263 = 1.0526. Das heisst: 105.26 % der Einsätze müssten ausgeschüttet werden, wenn beide Ausgänge fair wären. Da nur 100 % der Einsätze zur Verfügung stehen, ist die Auszahlungsquote 1 / 1.0526 = 95 % und die Marge 5 %.

Diese Zahl gilt als Bandbreite, nicht als Einzelfall. Bei Zwei-Wege-Märkten mit ausgeglichenen Quoten liegt die Bandbreite der Schweizer Anbieter im einstelligen Prozentbereich, mit Werten um 5 % für die grossen NFL-Spiele am Sonntagabend und höheren Werten für Nischenmärkte wie Spielerstatistiken oder Handicap-Linien. Bei Drei-Wege-Märkten (Heimsieg / Unentschieden / Auswärtssieg) ist die Marge höher, weil die Buchwichtigen das Unentschieden mit einer schlechteren Quote absichern als die beiden anderen Ausgänge. Bei Live-Wetten kann die Marge schwanken, weil der Anbieter seine Linie mit dem Spielstand nachzieht und die Quote auf den wahrscheinlicheren Ausgang senkt. Wer Wetten auf Wettarten mit hoher Marge setzt, gibt einen grösseren Anteil seines Einsatzes ab; wer Wetten auf Wettarten mit tiefer Marge setzt, behält mehr davon.

Die Quote, die ein Anbieter anbietet, ist nicht die Wahrscheinlichkeit des Ausgangs. Sie ist die Wahrscheinlichkeit, die der Anbieter dem Ausgang beimisst, plus seiner Marge. Eine Quote von 1.90 auf beiden Seiten eines Zwei-Wege-Marktes suggeriert eine Wahrscheinlichkeit von 52.6 % pro Ausgang; in Wirklichkeit liegt die Wahrscheinlichkeit bei rund 50 % pro Ausgang, und der Rest ist die Marge. Wer nur die Quoten eines Anbieters vergleicht, vergleicht Marketing, nicht Wahrscheinlichkeit.

Verantwortungsvolles Wetten

Wer in der Schweiz auf American Football wettet, kann das bei zwei Veranstaltern mit Schweizer Bewilligung tun, und die Frage, ob das eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ist, hängt weniger vom Anbieter ab als vom eigenen Umgang mit dem Spiel. Wetten ist keine Investition; die Marge des Veranstalters sorgt dafür, dass die Summe der Einsätze über die Länge grösser ist als die Summe der Auszahlungen. Wer regelmässig spielt, verliert im Schnitt. Wer das akzeptiert und mit einem festen Budget spielt, das er entbehligen werfen kann, ist auf der sicheren Seite. Wer spielt, um Verluste wieder wettzumachen, wer über das eigene Limit hinaus erhöht, wer das Spiel zur Haupteinnahmequelle macht, bewegt sich in Richtung Spielsucht.

Die Schweizer Spielsuchlandschaft bietet mehrere Anlaufstellen: die Fachstellen der Kantonen, die Spielsuchberatung der Gespa, die Sprechstunde der Schuldenberater für pathologisches Spielen. Eine Selbstaussperrung bei Sporttip oder Loterie Romande wird im zentralen Schweizer Spielsuchregister eingetragen; sie gilt über das gesamte Schweizer Spielangebot hinweg und nicht nur bei einem Anbieter. Eine Selbstaussperrung lässt sich nicht vor Ablauf der Frist aufheben, eine freiwillige Sperre erst nach drei Wochen und nur unter Einbezug einer Fachstelle. Wer eine Sperre setzt, sollte sich bewusst sein, dass sie auch für Online-Casinos im Swisslos- und Loterie-Romande-Gebiet gilt, und dass eine zweite Wette bei einem ausländischen Anbieter sie nicht umgeht, sondern einen neuen Schutz in einem ungeregelten Markt erfordert.

Häufige Fragen

Dürfen Schweizer auf NFL-Spiele wetten, und wer bietet das an?

Ja, aber nur bei den zwei Veranstaltern mit Schweizer Bewilligung: Sporttip von Swisslos für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein, sowie Jouez Sport von Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone. Beide bieten Wetten auf das NFL-Regulärprogramm und auf den Super Bowl an. Welche Wettarten im Einzelfall verfügbar sind, regelt die geschlossene Gespa-Liste; was dort nicht steht, kann nicht angeboten werden. Ausländische Anbieter wie Wettigo, GG.BET, Donbet, Sportuna, N1 Bet, Betwinner, AmunRa oder Interwetten haben keine Schweizer Bewilligung; ihr Angebot richtet sich gegen Art. 4 BGS.

Wie wird die Verlängerung in der NFL bei Wetten auf die reguläre Spielzeit behandelt?

Wer bei Sporttip auf «Sieger reguläre Spielzeit» wettet, dessen Wette endet mit dem Schlusspfiff des vierten Viertels. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei einem Unentschieden nach Ende der regulären Spielzeit wird der Einsatz in der Regel zurückerstattet, sofern das Wettprogramm keine andere Regel nennt. Wer auf den Gesamtsieger inklusive Verlängerung wettet, dessen Wette läuft bis zum Ende der Overtime. Seit der NFL-Saison 2025 gilt nicht mehr das Sudden-Death-Prinzip; die Overtime dauert 10 Minuten in der Hauptrunde und 15 Minuten in den Playoffs, gespielt wird bis zur Entscheidung.

Was bedeuten Handicap und Über/Unter bei Football-Wetten, und wie wirkt die Marge?

Bei einer Handicap-Wette wird einem Team vor Spielbeginn ein fiktiver Punktevorsprung oder -rückstand zugewiesen; ein Spread von –3,5 bedeutet, dass das favorisierte Team mit mindestens vier Punkten Differenz gewinnen muss. Bei einer Über/Unter-Wette wird auf die Gesamtzahl der Punkte gewettet; eine Linie von 47,5 Punkten wird mit «Über» oder «weniger» angenommen. Die Marge des Marktes ist im Quotenschnitt versteckt: bei zwei Ausgängen mit Quote 1.90 liegt sie bei rund 5 %; bei drei Ausgängen mit Quote 2.10 / 3.40 / 3.40 liegt sie höher, weil das Unentschieden mit einer schlechteren Quote abgesichert wird. Wer auf einem Markt mit hoher Marge wettet, gibt einen grösseren Anteil seines Einsatzes ab.

Wie entsteht eine Prognose, und warum ist kein Tipp sicher?

Eine Prognose kombiniert die Form der Teams über die letzten vier bis sechs Spiele, die Kadernachrichten (Verletzungen und Sperren, vor allem auf Schlüsselpositionen), den Heimvorteil (im Schnitt rund drei Punkte, in Denver oder Seattle mehr), Wetter und Reisebelastung. Eine Quote, die höher ist als der Kehrwert der so geschätzten Wahrscheinlichkeit, gilt als Value Bet. Ein Value Bet ist eine Schätzung, kein sicherer Tipp; das Ergebnis hängt von Dutzenden nicht prognostizierbarer Spielsituationen ab, von einem Fumble in der Red Zone bis zu einer Schiedsrichterentscheidung nach Videobeweis. Wer über Wochen Logarithmen aus seinen Tipps mitführt, stellt fest, dass die Trefferquote deutlich unter der eigenen Erwartung liegt.

Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden?

Wer bei Sporttip oder Jouez Sport mitspielt, setzt vor der ersten Teilnahme eigene Verlustlimit für 1, 7 und 30 Tage; die Oberlimite ist CHF 9’999, für unter 21-Jährige CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die Limiten werden vom Spieler gesetzt, nicht vom Staat; der Staat verlangt vom Anbieter, dass er solche Limiten anbietet und ihre Änderung kontrolliert. Wer ohne eigenes Limiten spielt, läuft Gefahr, das Spiel nicht mehr kontrollieren zu können.

Wie hoch ist die Steuer auf Gewinne, und was heisst «je nach Kanton»?

Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei; der eidgenössische Freibetrag beträgt ab 1.1.2026 CHF 1’071’000 (CHF 1’070’400 in 2025). Oberhalb dieses Freibetrags zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die durch Deklaration des Gewinns rückforderbar ist. Der kantonale Freibetrag ist unterschiedlich; die Formulierung «je nach Kanton» meint genau das. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis im Thurgau behandelt sie als vollständig steuerbares Einkommen. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz; wer von einer Wettsteuer liest, meint die Verrechnungssteuer auf einen Gewinn oberhalb des Freibetrags, und die ist kantonal unterschiedlich.

Inhalt erstellt vom Team «rasentenniswetten»