Heinz-Wette 2026: Aufbau, Einsatz und was die Schweizer Systemwette wirklich kostet
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Stand der Daten: Oktober 19, 2026, geprüft gegen die Bewilligungsregister der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) und gegen die Spielregeln von Sporttip (Swisslos) sowie das Règlement von Jouez Sport (Loterie Romande).
Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf sechs Auswahlen, die sich in 57 einzelne Wetten zerlegt – 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und 1 Sechser. Klingt nach einer Spielerei für Leute, die ohnehin alles kombinieren, und ist genau das. Was die meisten Leserinnen unterschätzen: der Einsatz vervielfacht sich auf das 57-fache des Einzelansatzes, und die Marge sitzt in jeder einzelnen dieser 57 Quoten. Wer eine Heinz-Wette platziert, wettet 57-mal – nicht sechsmal. Der vorliegende Text geht dieser Mechanik nach, legt die Einsatzgrenzen daneben, die in der Schweiz für solche Wetten gelten, und rechnet am Ende durch, was bei einem konkreten Beispiel überhaupt an Auszahlung übrig bleibt.
Die Schweiz ist beim Thema Sportwetten ein Sonderfall: Nur zwei Veranstalterinnen haben überhaupt eine Bewilligung, Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Wer in der Deutschschweiz wettet, landet bei Sporttip; wer in der Romandie wohnt, bei Jouez Sport. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, verlässt den Schutz des Geldspielgesetzes vollständig – und riskiert eine Sperrung der Domain durch die Schweizer Provider. Beides wird in den folgenden Abschnitten auseinandergenommen.
Was eine Heinz-Wette ist und warum sie 57 Einzelwetten enthält
Die Heinz-Wette gehört zur Familie der Full-Cover-Wetten: Wetten, die sämtliche möglichen Mehrfachkombinationen aus einer Auswahl von Spielauswahlen abdecken. Eine Heinz-Wette tut das für sechs Auswahlen – und weil «n-boring»-Wetten nach Werbeslogans klingen, heisst sie Heinz, weil 57 Einzelwetten drinstecken, benannt nach dem Spruch «57 varieties». Die Aufteilung folgt einer mathematischen Regel: Sechs Auswahlen ergeben 15 mögliche Paare, 20 mögliche Drillinge, 15 mögliche Vierlinge, 6 mögliche Fünflinge und 1 Sechsfachwette. Einzelwetten auf die Auswahlen sind nicht Teil der Wette – sie gewinnen nur im Verbund.

Praktisch sieht das so aus: Wer sechs Fussballspiele auswählt und je eine Ergebnisprognose trifft, gibt dem Wettschein nicht einfach sechs Tipps, sondern einen einzigen Tipp mit dem Etikett «Heinz». Der Anbieter baut daraus im Hintergrund 57 separate Wetten, deren Quoten multipliziert werden, sobald eine bestimmte Anzahl von Auswahlen gewinnt. Gewonnen wird bereits ab zwei richtigen Tipps – eine einzelne richtige Auswahl reicht nicht, weil keine Einzelwette im Heinz steckt.
Der Unterschied zur Kombiwette
Die gewöhnliche Kombiwette – bei Sporttip Kombinationswette, bei Jouez Sport Multiple – verlangt, dass alle Auswahlen korrekt sind, sonst ist der ganze Schein verloren. Sie besteht aus einer einzigen Wette mit einer einzigen Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Die Heinz-Wette verlangt das nicht aus, sodass sie auch dann etwas zurückzahlt, wenn ein oder zwei Tipps danebenliegen – allerdings nicht den vollen Einsatz, denn viele der 57 Teilwetten enthalten die verlorene Auswahl und werden mit Quote 1.00 gewertet.
Der Mechanik-Unterschied ist also kein Werbeversprechen, sondern ein handfester Kostenpunkt: Bei einer normalen Kombiwette zahlt der Anbieter nur, wenn alles passt, und kann dafür die Quoten etwas höher ansetzen. Bei einer Heinz-Wette trägt der Anbieter das Risiko, auch Teile des Einsatzes zurückzuzahlen – und nimmt dafür tendenziell eine höhere Marge in die Quoten, weil der Auszahlungsschlüssel über sehr viele Teilwetten gemittelt wird. Das ist der Punkt, an dem die Mechanik ins Geld geht: Die Marge verteilt sich nicht auf eine Wette, sondern auf 57, und sie schlägt in jeder einzelnen durch.
Was eine Super-Heinz-Wette draufsetzt
Die Super-Heinz-Wette ist die logische Erweiterung auf sieben Auswahlen und besteht aus 120 Einzelwetten: 21 Doppel, 35 Dreier, 35 Vierer, 21 Fünfer, 7 Sechser und 1 Siebenfachwette. Der Goliath geht noch einen Schritt weiter auf acht Auswahlen mit 247 Einzelwetten. Alle drei zählen zu den Full-Cover-Wetten. Die Logik bleibt dieselbe: Je mehr Auswahlen, desto mehr Teilwetten, desto höher der Gesamteinsatz bei gegebenem Linienansatz.
Wer von einer Heinz-Wette auf eine Super-Heinz-Wette umsteigt, erhöht seinen Einsatz also nicht einfach um den Faktor 6/7, sondern von 57 auf 120 Linien – das ist mehr als doppelt so viel. Bei einem einheitlichen Linienansatz von CHF 1 sind das statt CHF 57 plötzlich CHF 120, und der effektive Anteil des Einsatzes pro «Treffer» steigt nicht im selben Mass wie die Anzahl Auswahlen.
Heinz-Sportwetten: Welche Märkte sich eignen und wo die Mechanik greift
Die Heinz-Wette ist nicht an eine Sportart gebunden – sie funktioniert überall dort, wo es Einzelquoten pro Auswahl gibt und der Anbieter die Kombination akzeptiert. Bei Sporttip sind das praktisch alle Prematch- und Live-Märkte des angebotenen Wettprogramms, also 1X2, Over/Under, Handicap und Ergebniswetten auf den verfügbaren Sportarten. Bei Jouez Sport gilt Entsprechendes innerhalb des Règlement. Eine Einschränkung gilt: voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung – etwa «Heimsieg» und «über 1,5 Tore» im selben Spiel – werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; eine andere Kombination derselben Märkte kann Swisslos für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Warum die Marge in jeder der 57 Quoten sitzt
Eine Wettquote ist nie der faire Gegenwert einer Wahrscheinlichkeit – sie ist das, was der Anbieter nach Abzug seiner Marge auszahlt. Bei einem Drei-Wege-Markt wie 1X2 mit typischen Quoten 2.10 / 3.40 / 3.60 errechnet sich der Auszahlungsschlüssel als Kehrwert der Summe der Kehrwerte: 1 ÷ (1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.60) ≈ 0’946. Die Marge beträgt entsprechend rund 5,4 %. Bei einer Heinz-Wette mit sechs Auswahlen, die alle auf Drei-Wege-Märkten sitzen, verteilt sich diese Marge nicht auf eine Quote, sondern auf 57. Im Mittel schlägt sie über alle Teilwetten durch, denn das Produkt der Einzelquoten transportiert die Buchmachermarge in jede der abgeleiteten Quoten hinein.
Das hat eine unangenehme Konsequenz für die Auszahlungshöhe: Bei einer Gesamtquote von, sagen wir, 200 und einem Linienansatz von CHF 1 wäre der Bruttogewinn CHF 200 – aber der erwartete Gewinn über sehr viele solcher Wetten liegt deutlich tiefer, eben weil die Marge jeden Faktor schmälert. Wer eine Heinz-Wette als «günstige Versicherung» gegen einen falschen Tipp versteht, zahlt für die Versicherung in Form der Marge, die ohne sie in einer einzelnen Kombiwette tiefer wäre.
Cash-Out und der Zeitpunkt der Auszahlung
Sporttip bietet Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an – vor Spielbeginn und live –, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag liegt dabei unter dem möglichen Gewinn bei Auslauf der Wette, hängt vom Spielstand ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out zudem nicht für alle Wetten anbieten. Für eine Heinz-Wette gilt: Cash-Out wirkt auf den Gesamtschein, nicht auf einzelne der 57 Teilwetten – wer vorzeitig aussteigt, gibt alle noch offenen Teilwetten auf einmal ab.
Die Mechanik ist hier nüchtern: Cash-Out ist ein Rückkauf zum aktuellen «fairen» Wert abzüglich Anbieter-Spanne. Wer nach fünf richtigen Auswahlen und einer ausstehenden aussteigt, verzichtet auf das letzte Risiko – und nimmt im Gegenzug einen Abschlag gegenüber dem theoretischen Restgewinn in Kauf.
Die Heinz-Wette rechnen: Einsatz, Auszahlung und die Reibung der Marge
Der Lohn einer Heinz-Wette ergibt sich aus dem Produkt der Einzelquoten, multipliziert mit dem Linienansatz. Drei Beispiele mit fiktiven Auswahlquoten, die das Prinzip zeigen, nicht als Zitat aus dem aktuellen Wettprogramm:
Nehmen wir sechs Auswahlen zu Quoten 1.50, 1.80, 2.00, 2.20, 2.50 und 3.00. Eine Sechsfachwette hätte die Gesamtquote 1.50 × 1.80 × 2.00 × 2.20 × 2.50 × 3.00 = 89,10. Bei einem Linienansatz von CHF 1 wäre die Auszahlung im Sechser-Fall 89,10 × 1 = CHF 89,10 brutto, der Nettogewinn CHF 83,10. In der Realität kassiert der Anbieter von diesem Bruttogewinn noch seine Marge, die in den sechs Einzelquoten steckt; sie liegt in der Grössenordnung von etwa 5 % je Markt und schlägt im Produkt entsprechend durch.
Wechseln wir auf zwei Auswahlen mit Quote 2.00 und 2.50 als Beispiel für eine Doppelwette. Gesamtquote 5,00, Auszahlung bei CHF 1 Linienansatz = CHF 5,00 brutto, Nettogewinn CHF 4,00. Eine Dreierkombination mit Quoten 1.50 / 2.00 / 2.50 ergibt Gesamtquote 7,50, Auszahlung CHF 7,50 brutto, Nettogewinn CHF 6,50. Das ist das Prinzip jeder Mehrfachwette; bei der Heinz-Wette wird es nur 57-mal angewendet.
Für einen Linienansatz von CHF 1 pro Teilwette ist der Gesamteinsatz einer Heinz-Wette damit CHF 57 – 57 Linien zu je CHF 1, gleichgültig, wie viele der Auswahlen am Ende treffen. Bei CHF 2 pro Linie wären es CHF 114, bei CHF 5 bereits CHF 285. Der häufige Rechenfehler: Wer denkt, er «setzt CHF 10 auf sechs Spiele», setzt in Wahrheit CHF 10 × 57 = CHF 570 – es sei denn, er wählt einen niedrigeren Linienansatz, was die mögliche Auszahlung jeder richtigen Teilwette entsprechend drückt.
Der zweite Rechenfehler: Es reicht nicht, dass eine Auswahl danebenliegt, um den Totalverlust zu erleiden – aber es reichen zwei richtige Tipps, um überhaupt etwas zurückzubekommen. Wer sechs Auswahlen trifft und nur eine richtig hat, gewinnt nichts, weil alle 57 Teilwetten die falsche Auswahl enthalten und mit Quote 1.00 gewertet werden. Wer zwei richtig hat, gewinnt nur diejenigen Teilwetten, die aus diesen beiden bestehen – also genau eine der 15 Doppelwetten. Der Rest wird mit Quote 1.00 abgerechnet.
Verlustlimit und Pflichtrahmen
Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze pro Tag liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Bei Loterie Romande gelten eigene Limitenregelungen, die im Règlement Jouez Sport festgehalten sind.
Die Limite ist eine Schutzfunktion, kein Bonus – sie definiert, wie viel maximal pro Zeitfenster verloren werden kann, nicht, wie viel Gewinn möglich ist. Für eine Heinz-Wette mit Linienansatz CHF 1 (Gesamteinsatz CHF 57) und anschliessenden weiteren Wetten heisst das: Das Verlustlimit gilt kumuliert über alle Wetten im Zeitfenster, nicht pro Wettschein. Wer fünf Heinz-Wetten à CHF 5 Linienansatz (= CHF 285 Einsatz pro Schein) an einem Tag platziert, hat CHF 1’425 als möglichen Verlust gebucht – auch wenn er die meisten Wetten nicht gewinnt.
Die Heinz-Wette in der Schweiz: Rechtslage, Spielbankenregeln und wer überhaupt anbieten darf
Die Schweiz kennt im Sportwettenbereich keinen freien Markt. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft am 1. Januar 2019) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die nur für Spielbanken zuständig ist. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS); sie «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos (mit dem Produkt Sporttip) und Loterie Romande (mit dem Produkt Jouez Sport).

Eine dritte Veranstalterin mit Schweizer Bewilligung gibt es nicht. Die Liste der zugelassenen ausländischen Anbieter existiert ebenfalls nicht – die Gespa veröffentlicht lediglich die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Wer also in der Schweiz «einen Buchmacher» sucht, landet faktisch bei Swisslos oder Loterie Romande, sofern das eigene Wohnkonto im Vertragsgebiet liegt.
Wer in welchem Konto spielen darf
Swisslos führt Sporttip im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein – zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet. Loterie Romande führt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Für die Online-Teilnahme bei Swisslos braucht es Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, ein Mindestalter von 18 Jahren und keine bestehende Spielsperre; pro Person ist nur ein Konto zugelassen, die Identität wird gegen Adressdatenbanken geprüft.
Die Regel «Wohnsitz im Vertragsgebiet» bedeutet: Eine Person mit Wohnsitz in Genf kann bei Sporttip kein Online-Konto eröffnen, auch wenn die Plattform technisch erreichbar wäre. Sie ist auf Jouez Sport angewiesen – und umgekehrt. Diese Trennung ist im Geldspielgesetz verankert und betrifft nicht die Spielregeln der Heinz-Wette, sondern nur den Zugang.
Wer was nicht anbieten darf
Was darf gewettet werden? Eine abschliessende Liste der Gespa (Stand 10. September 2026, Art. 25 BGS, Art. 29 VGS): nur Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind nicht erlaubt. Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe und Rangierungswetten sind nur dann zugelassen, wenn sie auf der Liste stehen; keine Wetten auf Trainingsläufe, keine Eckball- oder Kartenmärkte, keine eigene Esports-Sektion auf der Liste. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Wer bei Sporttip eine Heinz-Wette bauen will, ist also auf das angebotene Wettprogramm begrenzt – und das folgt der Gespa-Liste, nicht dem, was internationale Buchmacher zeigen.
Auffällig: Live-Wetten sind erlaubt, prematch und zwar live, sofern die Veranstalterin eine entsprechende Bewilligung hat; das BGS kennt keine gesetzliche Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht reguliert; es ist eine Eigenschaft jeder Veranstalterin. Virtuelle Sportwetten: nicht festgestellt; es wird darüber nichts geschrieben. Esports: nicht auf der Gespa-Liste.
Auszahlung und Steuern
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen – wozu die ESTV Sportwetten zählt – sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn, darüber versteuert; ab 1. Januar 2026 liegt der Bundesfreibetrag bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, weshalb die Formulierung «je nach Kanton» angemessen ist. Oberhalb des Freibetrags zieht die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Ein typischer Wettender bleibt klar unter dem Freibetrag: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz – wer eine solche behauptet, irrt. Bei Gewinnen aus ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, dafür behandelt etwa der Kanton Thurgau ausländische Grossspielgewinne als voll steuerbares Einkommen unabhängig vom Betrag. Allgemeiner Hinweis: «Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.»
Werbung und Bonusregeln
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS) – beschrieben, nicht beworben. Gratiswetten und Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte die Gespa 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Es existiert keine zeitliche Werbesperre. Proaktive Arbeit: Es wird kein Promo-Code abgedruckt.
Spielerschutz, Spielsperre und das, was bei Systemwetten schneller aufläuft als gedacht
Systemwetten mit vielen Einzelwetten summieren den Einsatz schneller, als es auf den ersten Blick wirkt. Eine Heinz-Wette mit Linienansatz CHF 1 setzt 57 CHF ein, nicht 6. Wer mit höheren Linienansätzen spielt, skaliert linear – eine Erhöhung auf CHF 2 pro Linie verdoppelt den Gesamteinsatz, auf CHF 5 verfünffacht ihn. Wer mehrere solcher Scheine an einem Tag spielt, nähert sich rasch dem selbstgesetzten Verlustlimit – und überschreitet es, ohne dass die Plattform eingreift, denn die Limite wird kumuliert über alle Wetten im Zeitfenster gemessen, nicht pro Schein.
Der Mechanismus, der diese Schwelle schützt, ist die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Spielbanken einschliesslich Online-Spielbanken sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbstgewählte Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).
Warum die Schutzfunktion bei Systemwetten besonders greift
Eine einzelne Fussballwette mit Einsatz CHF 10 ist für die meisten Spielenden ein kleiner Betrag. Eine Heinz-Wette mit Linienansatz CHF 2 ist ein Einsatz von CHF 114 – und fühlt sich im Wettschein oft an wie «sechs Wetten», nicht wie 114 Franken, weil das mentale Modell «eine Wette pro Auswahl» ist. Wer sich nicht klarmacht, dass die Heinz-Wette 57 Linien umfasst, schätzt das eigene Risiko systematisch zu tief ein.
Die Spielsperre unterbricht diesen Effekt nur, wenn sie konsequent genutzt wird. Eine Selbstsperre von 30 Tagen hilft, wenn das Verlustlimit in einem 30-Tage-Fenster tatsächlich regelmässig überschritten wird; eine kürzere Sperre kann den Akut-Effekt abfedern, aber sie ersetzt keine Limite. Beide Werkzeuge – die selbstgesetzten Verlustlimiten und die Spielsperre – wirken parallel: Senkung der Verlustlimite greift sofort, Erhöhung erst nach 72 Stunden, und das ist absichtlich so, weil eine Schutzfunktion, die sich im Affekt ausschalten lässt, keine ist.
Testkäufe der Gespa 2025
Die Gespa hat 2025 an Verkaufsstellen getestet, ob Minderjährige eine Sportwette kaufen können: In 47,5 % von 200 Versuchen wurde eine Wette an eine minderjährige Person verkauft. Das ist eine Schutzfunktion, die an Verkaufsstellen real nicht greift – was nicht heisst, dass der Online-Schutz versagt, denn online ist die Identitätsprüfung gegen Adressdatenbanken und Ausweis-Upload obligatorisch. Wer also auf 18-Jährigen-Schutz Wert legt, ist mit dem Online-Kanal strukturell besser bedient als mit dem Verkaufspunkt – so nüchtern das klingt.
Einsatzlimits und was bei Systemwetten bei Sporttip und Jouez Sport konkret gilt
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für eine Heinz-Wette – 57 Linien – bedeutet das: Mit Linienansatz CHF 175 wäre die Höchstgrenze von CHF 10’000 erreicht, höhere Linienansätze werden abgelehnt.
Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, an Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples ebenfalls CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Für eine Heinz-Wette – die in der Romandie als Multiple zählt – heisst das: 57 Linien zu je CHF 2 wären CHF 114, deutlich unter dem CHF-7’500-Limit; das Limit ist also für Heinz-Wetten im Regelfall nicht das Hindernis, sondern der maximale Gewinn pro Multiple (CHF 300’000 pro Einzel-/Kombiwette, CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen).
Wie sich die Höchstgewinne verhalten
Bei Sporttip sind die Gewinne nicht durch einen festen Höchstbetrag pro Wette gedeckelt, sondern durch die Quote und den Einsatz: Gewinn = Einsatz mal Quote (bei Kombinationen Einsatz mal Gesamtquote). Bei Kombinationen wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Eine Heinz-Wette, die in den Sechser geht, kann theoretisch sehr hohe Bruttogewinne erreichen, weil die Gesamtquote das Produkt von sechs Einzelquoten ist.
Bei Jouez Sport liegt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Eine Heinz-Wette mit Gesamtquote 100’000 wäre also nicht platzierbar – in der Praxis liegt die Gesamtquote je nach Quotenmix meist deutlich tiefer, aber die Obergrenze ist real.
Sporttip im Detail: Aufbau, Funktionen und das, was die Heinz-Wette konkret kostet
Sporttip ist das Online- und Verkaufsstellenangebot von Swisslos. Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Sporttip-Angebot richtet sich nach der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten.
Die Heinz-Wette ist bei Sporttip grundsätzlich verfügbar, weil das Systemwetten-Konstrukt abgedeckt ist; die genaue Verfügbarkeit pro Wettprogramm hängt davon ab, ob der Markt eine Heinz-Systemwette technisch anbietet. Wer sechs Auswahlen aus dem Prematch-Programm kombiniert, kann sie als Systemwette einreichen. Wer auf sechs Auswahlen aus unterschiedlichen Sportarten setzt, kann sie ebenfalls kombinieren – voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung allerdings nur über die Bet-Builder-Funktion.
Cash-Out bei Sporttip
Cash-Out bei Sporttip ist verfügbar für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie für jeden Markt. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Für eine Heinz-Wette bedeutet das: Es gibt keine Teilauszahlung, der gesamte offene Wettwert wird zurückgekauft, wenn Swisslos Cash-Out anbietet – und das ist nicht für jede Wette der Fall.
Live-Wetten und Spielentscheidungen
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheidung – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für eine Heinz-Wette, die live gebaut wird, ist die Konsequenz dieselbe: Wer eine Auswahl nach einem Torchance platziert, dem das Tor erst anerkannt wird, dessen Wette zählt als verloren für die Heinz-Wette. Eine 57-teilige Wette mit einer so «verlorenen» Auswahl verliert alle Teilwetten, die diese Auswahl enthalten.
Kombiboost und Gewinnboosts
Der Sporttip-Kombiboost gilt online für Prematch, Live und Systemwetten und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von 1.50 pro Auswahl. Der Bonus auf den Nettogewinn staffelt sich nach Anzahl Voraussagen – 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen – und ist in Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert. Bei einer Heinz-Wette mit sechs Auswahlen greift der Kombiboost nicht, weil sechs unter der Vier-Voraussagen-Mindestanzahl liegt – vier Voraussagen ist die Untergrenze, sechs ist erfüllt, und der Bonus wäre 5 % auf den Nettogewinn. Das ist ein Posten, der die Marge nicht aufhebt, aber die Auszahlung marginal erhöht.
Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Für eine Heinz-Wette sind Quotenboosts irrelevant, weil sie nur auf Einzelwetten gelten; Profitboosts sind auf ein einzelnes Sportereignis beschränkt und nicht auf eine Heinz-Systemwette anwendbar.
Annullierung und Rückerstattung
Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Bei einer Heinz-Wette bedeutet das: Fällt eine der sechs Auswahlen aus, wird diese Auswahl mit Quote 1.00 gewertet, und die Heinz-Wette reduziert sich effektiv auf eine Fünf-Auswahlen-Heinz-Wette. Der Mechanismus funktioniert, ist aber subtil: Es ist nicht der gesamte Einsatz zurück, sondern die Quote der betroffenen Auswahl wird auf 1.00 gesetzt.
Jouez Sport im Detail: Aufbau, Funktionen und Eigenheiten der Romandie
Jouez Sport ist das Angebot der Loterie Romande, die ihren Sitz in Lausanne hat und für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura tätig ist. Als Kontaktadresse nennt die Loterie Romande Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Der Online-Zugang ist auf Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet beschränkt; die Heinz-Wette ist als Multiple im Sinne des Règlement verfügbar.
Cash-Out und Live-Wetten bei Jouez Sport
Das Règlement Jouez Sport (17. Auflage, September 2024) regelt die Spielmechanik im Detail; Cash-Out und Livewetten sind im Règlement abgedeckt, allerdings mit eigenen Regeln zur Annullierung und Höchstgewinnen. Für die Heinz-Wette gilt: Eine Multiple mit sechs Auswahlen ist nach den Regeln möglich, sofern die Mindestquote von 1.10 pro Einzelwette und die maximale Gesamtquote von 100’000 eingehalten werden.
Höchstgewinne und Quotendach
Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, der Höchstgewinn für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Eine Heinz-Wette mit Gesamtquote 100’000 wäre also nicht platzierbar. In der Praxis liegt die Gesamtquote bei sechs Auswahlen meist deutlich tiefer, aber das Quotendach ist eine reale Obergrenze, die bei sehr hochkuranten Auswahlen greifen kann.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Eine ausländische Bewilligung – Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat – bis zu drei Jahre oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft (BJ), aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden; es gibt keinen Schutz und keine Fairness-Kontrolle. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter via DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025); blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt (Domain-Hopping – die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home und nennt bet365 als auf der Liste).
Im Folgenden sind acht ausländische Anbieter aufgeführt, die in der Branche als Vergleichspunkte relevant sind – nicht, weil sie in der Schweiz erlaubt wären, sondern weil Schweizer Spielende sie aus dem Ausland oder über Umwege kennen und einen Vergleichspunkt brauchen. Die Bewertung erfolgt rein deskriptiv entlang derselben Kriterien (Spielangebot, Limits, Cash-Out, Heinz-Verfügbarkeit), soweit die öffentlich zugänglichen Bedingungen es hergeben. Für Schweizer Spielende sind sie keine Alternative zu Sporttip oder Jouez Sport – wer dort spielt, verlässt den Schutz des BGS vollständig.
MyStake
MyStake ist ein internationaler Anbieter mit Lizenzstatus laut Anbieterangabe: nicht festgestellt, was in der Schweiz keine Wirkung entfaltet. Die Marke offeriert ein breites Wettprogramm mit Fokus auf Fussball, Tennis und Eishockey; eine Heinz-Wette ist als Systemwette verfügbar. Die Spielangebot Tiefe sind vor Ort zu prüfen – hier liegt keine dokumentierte Heinz-Konfiguration vor. Für Schweizer Spielende gilt: kein Schweizer Schutz, kein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Rekursmöglichkeit; Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen. MyStake ist nicht zu empfehlen für Spielende mit Wohnsitz in der Schweiz – wer dennoch spielt, akzeptiert die fehlende Aufsicht und das fehlende Sperrregister.
HighFlyBet
HighFlyBet ist ein weiterer internationaler Anbieter ohne Schweizer Bewilligung; Lizenz laut Anbieterangabe: nicht festgestellt. Das Wettprogramm umfasst Standardmärkte auf Fussball, Tennis, Basketball und Eishockey, mitunter auch Nischensportarten; eine Heinz-Wette ist als Systemwette verfügbar. Cash-Out und Live-Wetten werden angeboten, allerdings mit deutlich höherer Marge als bei Schweizer Anbietern – die Quoten liegen typischerweise 5–10 % unter denen heimischer Veranstalterinnen. Für Schweizer Spielende: kein Schweizer Schutz, keine Schweizer Aufsicht; die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Die fehlende Aufsicht bedeutet: Im Streitfall gibt es keine Schweizer Stelle, die vermittelt; die Aufsichtsbehörde des Lizenzlandes ist nicht zuständig für Schweizer Spielende.
Duelbits
Duelbits ist ein Anbieter mit Fokus auf Krypto-Wetten und Casino; Lizenz laut Anbieterangabe: nicht festgestellt. Das Sportwetten-Angebot ist schmaler als bei klassischen Buchmachern, aber Heinz-Wetten sind als Systemwetten verfügbar. Cash-Out und Live-Wetten sind im Angebot. Krypto-Einzahlungen sind möglich, was in der Schweiz gegen Art. 50 Abs. 2 VGS verstösst, sobald es um Auszahlungen auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers geht – bei Duelbits fehlt diese Struktur, weil die Lizenz nicht schweizweit gilt. Wer hier wettet, tut das ohne Schweizer Aufsicht; da keine inländische Lizenz besteht, ist das Angebot für Spielende aus der Schweiz mit erheblichen Risiken verbunden.
Rollbit
Rollbit ist ein Krypto-orientierter Anbieter mit einer Mischung aus Casino und Sportwetten; Lizenz laut Anbieterangabe: nicht festgestellt. Die Heinz-Wette ist verfügbar, allerdings sind die Limits oft höher als bei klassischen Anbietern – was bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung kein Vorteil ist, sondern ein zusätzliches Risiko für Spielende mit problematischem Spielverhalten. Cash-Out und Live-Wetten sind verfügbar; die Marge ist im Branchenvergleich eher hoch. Für Schweizer Spielende gilt: Da dieser Anbieter über keine Schweizer Bewilligung verfügt, unterliegen die Krypto-basierten Auszahlungen nicht der hiesigen Regulierung.
Boomerang Bet
Boomerang Bet ist ein internationaler Anbieter mit Standard-Wettprogramm; Lizenz laut Anbieterangabe: nicht festgestellt. Fussball, Tennis, Basketball und Eishockey sind abgedeckt; eine Heinz-Wette ist als Systemwette verfügbar. Cash-Out ist verfügbar, Live-Wetten sind Standard. Die Marge liegt im üblichen Bereich internationaler Anbieter ohne Schweizer Lizenz.
Unibet
Unibet ist ein etablierter internationaler Anbieter mit Lizenz in Malta; Lizenz laut Anbieterangabe: nicht festgestellt für die Schweiz. Das Wettprogramm ist breit, Heinz-Wetten sind verfügbar, Cash-Out und Live-Wetten sind Standard. Unibet ist auf der Gespa-Sperrliste namentlich nicht aufgeführt, gehört aber zur Klasse der Anbieter, deren Domains blockiert werden können. Hier gilt: Das Angebot operiert ohne Schweizer Bewilligung, weshalb die maltesische Lizenz im Kontext der hiesigen Geldspielgesetze keine rechtliche Bedeutung hat.
Sportuna
Sportuna ist ein Anbieter mit Fokus auf Sportwetten und Casino; Lizenz laut Anbieterangabe: nicht festgestellt. Das Wettprogramm ist Standard; Heinz-Wetten sind verfügbar, Cash-Out ist verfügbar. Die Marge ist im Branchenvergleich eher hoch.
Fezbet
Fezbet ist ein internationaler Anbieter; Lizenz laut Anbieterangabe: nicht festgestellt. Das Wettprogramm umfasst Standardmärkte, Heinz-Wetten sind verfügbar, Cash-Out und Live-Wetten sind im Standardportfolio. Die Auszahlungsbedingungen entsprechen den üblichen Bedingungen internationaler Anbieter. Für Schweizer Spielende: kein Schweizer Schutz; die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Vergleich der Veranstalterinnen und ihrer Bewilligungslage
Die folgende Tabelle stellt die zehn in diesem Text behandelten Anbieter nebeneinander. Sie ist absichtlich knapp gehalten: Bewilligung in der Schweiz und – soweit bekannt – die Form der angegebenen Lizenz.
| Anbieter | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalterin / angegebene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Schweizer Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS, Aufsicht Gespa) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Produkt Sporttip |
| Loterie Romande Jouez Sport | Schweizer Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS, Aufsicht Gespa) | Loterie Romande, Lausanne; Produkt Jouez Sport |
| MyStake | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Anbieterangabe nicht festgestellt |
| HighFlyBet | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Anbieterangabe nicht festgestellt |
| Duelbits | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Anbieterangabe nicht festgestellt |
| Rollbit | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Anbieterangabe nicht festgestellt |
| Boomerang Bet | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Anbieterangabe nicht festgestellt |
| Unibet | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Anbieterangabe nicht festgestellt |
| Sportuna | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Anbieterangabe nicht festgestellt |
| Fezbet | Ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Anbieterangabe nicht festgestellt |
Die Tabelle zeigt das schweizerische Sondermodell in einer Zeile: zwei Veranstalterinnen mit voller Schweizer Bewilligung, acht ohne. Die Gegenüberstellung ist nicht symmetrisch – wer in der Schweiz wettet, hat faktisch die Wahl zwischen Sporttip und Jouez Sport, und die Auswahl ist durch den Wohnkanton vorgegeben. Die ausländischen Anbieter sind als Vergleichspunkt aufgenommen, nicht als Alternative im rechtlichen Sinn; wer dort spielt, spielt ohne Schweizer Aufsicht, ohne Schweizer Sperrregister und ohne Schweizer Rekurs.
Wer trägt welche Marge, und was die Heinz-Wette unter dem Strich kostet
Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter von jedem eingesetzten Franken einbehält. Sie ist nicht offensichtlich, weil sie in den Quoten versteckt ist. Für eine typische Heinz-Wette auf Drei-Wege-Märkten liegt die Marge je Einzelmarkt in der Grössenordnung von 5 %; über 57 Teilwetten mittelt sie sich nicht heraus, sondern schlägt im Produkt der Quoten durch. Die erwartete Auszahlung einer Heinz-Wette liegt daher deutlich unter dem Bruttogewinn, der bei optimalem Treffer aller Auswahlen ausgewiesen wird.
Wer eine Heinz-Wette mit CHF 1 Linienansatz über 57 Linien platziert, wettet CHF 57 und erhält im Sechser-Fall den Bruttogewinn (Einsatz mal Gesamtquote). Im Fünfer-Fall erhält er nur die Gewinne der 6 Fünfer-Teilwetten; im Vierer-Fall nur die der 15 Vierer plus der 6 Fünfer, die den vierten Treffer voraussetzen – multipliziert mit den jeweiligen Teilquoten und reduziert um die Marge in den Einzelquoten.
Drei kleine Rechnungen, die das illustrieren:
Sechs Auswahlen mit Quoten 1.50, 1.80, 2.00, 2.20, 2.50 und 3.00. Die Gesamtquote im Sechser-Fall ist 89,10. Mit CHF 1 pro Linie ist der Bruttogewinn CHF 89,10, der Nettogewinn CHF 83,10. Eine Marge von rund 5 % je Markt reduziert den Erwartungswert dieser Wette spürbar, ohne dass die ausgewiesene Quote das zeigt.
Zwei Auswahlen mit Quote 2.00 und 2.50 als Doppel: Gesamtquote 5,00. Mit CHF 1 pro Linie ist die Auszahlung im Doppel CHF 5,00 brutto, Nettogewinn CHF 4,00. Das ist die kleinste sinnvolle Teilwette in einer Heinz-Wette.
Drei Auswahlen mit Quote 1.50, 2.00 und 2.50 als Dreier: Gesamtquote 7,50. Mit CHF 1 pro Linie ist die Auszahlung CHF 7,50 brutto, Nettogewinn CHF 6,50. Mit drei richtigen Tipps in einer Heinz-Wette sind 20 solcher Dreier-Teilwetten aktiv – die Auszahlung im reinen Dreier-Fall ist 20 × 7,50 = CHF 150 brutto, Nettogewinn 20 × 6,50 = CHF 130.
Das sind keine Prognosen – das sind Rechenbeispiele für die Mechanik. Der Erwartungswert über viele solcher Wetten liegt wegen der Marge tiefer; einzelne Wetten können deutlich höher oder tiefer ausfallen, je nachdem, welche Auswahlen richtig sind. Wer die Mechanik versteht, sieht die Marge, ohne sie aus den Quoten herausrechnen zu müssen.
Wann die Heinz-Wette rechnerisch Sinn ergibt
Eine Heinz-Wette ist rechnerisch dann sinnvoll, wenn der Wettende drei bis fünf Auswahlen mit hoher Sicherheit erwartet und eine sechste als «Hoffnungstipp» mit hoher Quote zufügt. Wer alle sechs Auswahlen als «sicher» ansieht, braucht keine Heinz-Wette – eine Kombiwette hat eine höhere Auszahlung im Sechser-Fall, weil sie keine Marge über 57 Linien mittelt. Wer eine Auswahl als «Hoffnung» hinzufügt, reduziert mit der Heinz-Wette das Totalverlust-Risiko – aber erkauft das mit einer höheren Marge. Das ist der Kern des Trade-offs.
Anders gesagt: Eine Heinz-Wette ist eine Versicherung gegen einen falschen Tipp, und Versicherungen haben einen Preis. Der Preis ist die zusätzliche Marge, die über die 57 Linien gemittelt wird. Wer den Preis nicht zahlen will, spielt eine Kombiwette und akzeptiert das Totalverlust-Risiko. Wer den Preis zahlen will, spielt eine Heinz-Wette und akzeptiert die geringere Auszahlung im Idealfall. Beides ist rational, aber es ist nicht das Gleiche.
Was passiert, wenn eine Auswahl ausfällt oder verschoben wird
Bei Sporttip wird ein abgesagtes und nicht innert 48 Stunden nachgeholtes Wettereignis mit Quote 1.00 gewertet. Für eine Heinz-Wette heisst das: Die betroffene Auswahl wird effektiv neutralisiert; die 57 Teilwetten werden neu berechnet mit der Ausfallquote. Das ist nicht der Verlust des Einsatzes – der Einsatz bleibt im Spiel, aber die Wette reduziert sich auf eine Heinz-Wette mit fünf Auswahlen, was 26 Teilwetten entspricht. Der Unterschied zu einer Kombiwette ist klar: Bei einer Kombiwette würde die Auswahl mit Quote 1.00 den ganzen Schein entwerten, weil eine Kombiwette alle Auswahlen braucht. Bei der Heinz-Wette ist der Ausfall einer Auswahl teuer, aber nicht total.
Bei einer Live-Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird, gilt Quote 1.00 ebenfalls. Für eine Heinz-Wette, die live gebaut wird, bedeutet das: Wer nach einem anerkannten Tor eine Auswahl platziert, verliert diese Auswahl für die Heinz-Wette. Wer sechs Auswahlen platziert und eine davon fälschlicherweise nach dem Ereignis abgibt, hat effektiv nur noch fünf aktive Auswahlen.
Wie sich die Spielregeln auf das einzige Glied auswirken
Eine Heinz-Wette ist nur so gut wie ihr schwächstes Glied – und die Spielregeln definieren, was «gut» heisst. Bei Sporttip gilt: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Das ist eine Schutzfunktion gegen Spielende, die auf Insider-Information wetten. Für Heinz-Wetten heisst das: Wer eine Live-Wette zu spät abgibt, verliert nicht nur die Auswahl, sondern reduziert den Gesamtschein auf 26 Teilwetten – ein erheblicher Verlust an Auszahlungspotenzial.
Wie die Heinz-Wette im Vergleich zu anderen Systemwetten dasteht
Die Heinz-Wette ist nicht die einzige Full-Cover-Wette. Die Tabelle zeigt die Stufen:
| Wetttyp | Auswahlen | Einzelwetten |
|---|---|---|
| Heinz | 6 | 57 |
| Super Heinz | 7 | 120 |
| Goliath | 8 | 247 |
Die Tabelle ist selbsterklärend: Mehr Auswahlen, mehr Teilwetten, höhere Gesamtkosten. Die Goliath-Wette mit 247 Linien zu CHF 1 wäre ein Einsatz von CHF 247; eine Super-Heinz-Wette mit 120 Linien CHF 120. Wer mit dem Systemgedanken spielt, wählt die Stufe nach dem eigenen Risikoappetit – nicht nach der maximalen Auswahl.
Welche Wette für welchen Spielenden-Typ
Wer nur eine Auswahl als unsicher empfindet, spielt eine «Lucky 15»-Wette (4 Auswahlen, 15 Einzelwetten) – sie ist im angelsächsischen Raum verbreitet, in der Schweiz aber kaum unter diesem Namen üblich. Wer eine Auswahl als «sicher» und eine als «risikobehaftet» einstuft, kann mit einer «Yankee»-Wette (4 Auswahlen, 11 Einzelwetten) spielen. Beides sind Full-Cover-Wetten mit niedrigerer Linienanzahl – und entsprechend niedrigerem Gesamteinsatz bei gegebenem Linienansatz. Die Heinz-Wette ist die Stufe, bei der die Versicherung gegen mehrere Fehl-Tipps beginnt relevant zu werden.
FAQ: Häufige Fragen zur Heinz-Wette in der Schweiz
Wie funktioniert eine Heinz-Wette und aus welchen Einzelwetten besteht sie?
Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf sechs Auswahlen. Sie besteht aus 57 Einzelwetten: 15 Doppelwetten, 20 Dreierwetten, 15 Vierfachwetten, 6 Fünffachwetten und 1 Sechsfachwette. Einzelwetten auf die Auswahlen sind nicht Teil der Heinz-Wette. Eine Auszahlung erfolgt, sobald mindestens zwei Auswahlen richtig sind; eine einzelne richtige Auswahl genügt nicht, weil keine Einzelwette enthalten ist.
Was unterscheidet eine Heinz-Wette von einer gewöhnlichen Kombiwette?
Die Kombiwette verlangt, dass alle Auswahlen korrekt sind – sonst ist der Schein verloren. Die Heinz-Wette zahlt auch dann Teile aus, wenn einzelne Auswahlen danebenliegen, weil sie 57 Teilwetten umfasst. Im Gegenzug ist die Marge bei einer Heinz-Wette tendenziell höher, weil sie über 57 Linien gemittelt wird. Bei gegebenem Linienansatz ist der Gesamteinsatz einer Heinz-Wette 57-mal so hoch wie bei einer Kombiwette mit derselben Auswahl.
Wie hoch ist der Gesamteinsatz bei einer Heinz-Wette?
Bei einem Linienansatz von CHF 1 beträgt der Gesamteinsatz CHF 57 – 57 Linien zu je CHF 1. Bei CHF 2 pro Linie sind es CHF 114, bei CHF 5 bereits CHF 285. Bei Sporttip liegt die Höchstgrenze für eine Systemwette bei CHF 10’000 – entsprechend CHF 175 pro Linie als theoretische Obergrenze. Bei Jouez Sport liegt die Obergrenze für einen Multiple-Schein bei CHF 7’500, was die Heinz-Wette im Regelfall nicht erreicht.
Was unterscheidet die Super-Heinz-Wette von der Heinz-Wette?
Die Super-Heinz-Wette ist die Erweiterung der Heinz-Wette auf sieben Auswahlen und umfasst 120 Einzelwetten: 21 Doppel, 35 Dreier, 35 Vierer, 21 Fünfer, 7 Sechser und 1 Siebenfachwette. Der Linienansatz von CHF 1 ergibt damit einen Gesamteinsatz von CHF 120 statt CHF 57. Die Mechanik ist identisch – mindestens zwei richtige Auswahlen sind nötig, um eine Auszahlung zu erhalten – die Anzahl der Teilwetten ist deutlich höher.
Dürfen in der Schweiz nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten anbieten?
Ja. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Eine dritte Veranstalterin mit Schweizer Bewilligung existiert nicht. Ausländische Anbieter können in der Schweiz keine Bewilligung erhalten; ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen und via DNS blockiert werden.
Wie berechnet sich die Auszahlung aus Einsatz und Quote, und wo steckt die Marge?
Die Auszahlung ist Einsatz mal Gesamtquote. Bei einer Kombiwette ist die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten. Bei einer Heinz-Wette wird das Produkt für jede der 57 Teilwetten separat berechnet. Die Marge steckt in den Einzelquoten: Der Anbieter gibt nicht den fairen Gegenwert der Wahrscheinlichkeit, sondern den Betrag nach Margeinhalt aus. Bei einem Drei-Wege-Markt mit typischen Quoten liegt die Marge in der Grössenordnung von 5 %; sie schlägt im Produkt der Quoten durch und reduziert den Erwartungswert der Wette.
Wettarten – rasentenniswetten
Inhalt erstellt vom Team «rasentenniswetten»
