EM-Sieger Quoten 2026: Schweizer Anbieter, Marge und Regeln
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In der Schweiz ist die Wahl des Wettanbieters durch das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) klar geregelt: Nur zwei Veranstalterinnen dürfen Sportwetten anbieten, deren Erlöse den öffentlichen Zwecken in den Kantonen zugutekommen. Wer auf den EM-Sieger wetten will, findet bei Sporttip (Swisslos) oder Jouez Sport (Loterie Romande) ein bewilligtes Angebot, das den strengen Anforderungen des BGS und der Aufsichtsbehörde Gespa entspricht. Die folgende Übersicht erläutert, was eine Siegerquote bei diesen Anbietern bedeutet, wie die gesetzliche Regulierung die Sicherheit der Spielenden gewährleistet und warum andere, ausländische Anbieter in der Schweiz keinen bewilligten Zugang haben.
Stand: Oktober 19, 2026 — geprüft gegen die Gespa-Liste (Version 10.09.2026) und die Spielregeln von Sporttip (Version 4.2) sowie das Règlement Jouez Sport (17. Ausgabe, September 2024).
Rechtslage in der Schweiz: wer wetten darf
In der Schweiz darf Sportwetten ausrichten, wer eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51) hat. Die Aufsicht führt die Gespa, die interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Das Gesetz begrenzt die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei: die Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, deren Sportwetten unter dem Namen Sporttip laufen, sowie die Loterie Romande, deren Angebot Jouez Sport heisst. Mehr zugelassene Wettanbieter gibt es nicht; die Gespa führt deshalb auch keine Liste weiterer Buchmacher, sondern nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains. Wer bei einem anderen Anbieter spielt, hat in der Schweiz keinen Anspruch auf das, was das Geldspielgesetz schützt.

Die Swisslos bedient das deutschsprachige Vertragsgebiet mit den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande ist für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura zuständig. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen; wer im anderen Vertragsgebiet wohnt, kann es nicht, auch wenn die Seite technisch erreichbar ist. Beide Veranstalterinnen verlangen für die Online-Teilnahme Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im jeweiligen Vertragsgebiet und prüfen den hochgeladenen Ausweis gegen Adressdatenbanken. Eine Person darf sich nur einmal registrieren.
Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten anbietet, macht sich nach Art. 130 BGS strafbar, im kommerziellen Betrieb mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe; die Werbung für solche Angebote wird nach Art. 74 Abs. 3 BGS mit Busse bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Spielerinnen und Spieler werden in der Schweiz nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und ein Sperrregister-Eintrag greift dort nicht. Die Gespa publiziert eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS-Sperre blockieren; Ende 2025 waren es 671 Domains, ersetzt werden blockierte Auftritte innert Stunden. Eine ausländische Lizenz aus Curaçao, Malta oder Deutschland hat in der Schweiz keine Gültigkeit (Art. 4 BGS).
Was beworben werden darf und was nicht
Das BGS verbietet intrusive oder irreführende Werbung und jede Werbung, die sich an Minderjährige oder gesperrte Personen richtet (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele ist verboten, Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 hat die Aufsicht 24 solcher Bewilligungen an die Loterie Romande und 8 an die Swisslos erteilt. Wer einen Bonus oder eine Quote mitgeteilt bekommt, sollte prüfen, ob die Quelle in der Schweiz bewilligt ist — ein Bonus auf einer blockierten Domain ist kein seltenes Vorkauft in den Werbefenstern.

Was auf den Wettschein darf
Die Gespa führt eine geschlossene Liste bewilligter Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Stand 10.09.2026). Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind unzulässig; Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe und Rangwetten sind nur erlaubt, wenn sie in der Liste stehen, und Rangwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet, nie auf Trainingsläufe. Eckball- oder Kartenmärkte führt die Liste nicht, eine eigene Esports-Sektion fehlt. Wettbewerbe mit überwiegend Minderjährigen sind nach Art. 25 Abs. 2 BGS ausgeschlossen. Die Liste definiert damit das gesamte legale Wettprogramm in der Schweiz.
Spielerschutz: Limiten, Sperre, Kontrolle
Bevor bei Sporttip der erste Einsatz gesetzt wird, verlangt die Swisslos drei Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage mit einer Oberlimite von CHF 9’999; wer noch nicht 21 ist, darf höchstens CHF 1’000 setzen. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden; die Swisslos und die Loterie Romande wenden damit eine strengere Frist an als das Gesetz verlangt, das 24 Stunden vorsieht. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Das BGS schreibt vor, dass die Veranstalterin mindestens eine Tages-, Wochen- oder Monatslimite verlangen muss (Art. 87 VGS), überlässt die Höhe aber dem Anbieter und der Spielenden.
Wer sich selbst vom Spielen ausschliessen will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbstgewählte Pause lässt sich nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), wobei eine Fachstelle involviert ist (Art. 81 BGS). Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat nach Art. 45 BGS keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Die Gespa hat 2025 an Verkaufsstellen 200 Testkäufe durchgeführt; in 47.5 % der Fälle wurde eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft — der Schutz im Laden ist also nicht so dicht, wie er sein sollte.
Die Spielsperre ist das wichtigste Instrument bei einem Turnier, das über Wochen viele Einsätze hintereinander auslöst. Eine Selbstsperre kostet nichts und gilt sofort, sie ist in der Sporttip-Plattform und an jeder Verkaufsstelle aktivierbar; wer das Turnier durchspielen will, ohne sich zu verlieren, sollte sie vor dem Anpfiff setzen, nicht erst nach einer Pechsträhne.
Zahlungswege und Auszahlung
Gewinne und Guthaben werden auf ein Zahlungskonto auf den eigenen Namen überwiesen (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen oder Kryptowährungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettmarkt nicht, und Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Anbieter konkret annimmt, regelt jeder in seinen Bedingungen — die Liste folgt dem Anbieter, nicht dem Gesetz.
Konten laufen in Franken, nicht in Euro. Wer ein Sporttip-Konto in der Deutschschweiz führt, sieht CHF-Beträge; wer eine Quote von 6.00 setzt, gewinnt bei einem Einsatz von CHF 10 sechsmal den Einsatz, also CHF 60 Bruttogewinn. Eine Auszahlung geht nur auf ein Konto, das auf den Namen der registrierten Person lautet; das schliesst Konten von Familienmitgliedern, Partnerkonten und fremde IBANs aus.
In der Schweiz gibt es kein staatliches Blockierwerkzeug gegen Zahlungen an unbewilligte Buchmacher, anders als etwa in Deutschland oder Belgien. Banken und Kartenherausgeber blockieren solche Zahlungen nicht automatisch; eine Einzahlung bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist technisch möglich, die Folgen — fehlender Schutz, fehlende Sperre, kantonale Besteuerung — stehen in den Bedingungen des Anbieters nicht drin.
Voraussagen und Strategie: warum der Favorit nicht «sicher» ist
Wer den nächsten Europameister tippt, wettet nicht auf ein Spiel, sondern auf ein ganzes Turnier. Bis das Finale am 9. Juli 2028 in London ausgetragen wird, müssen 23 Spiele überstanden werden, gegen Mannschaften, die sich in der Qualifikation aus zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams durchgesetzt haben werden; die Auslosung der Qualifikationsgruppen ist am 6. Dezember 2026 in Belfast. Aus jeder Gruppe steigt der Erste direkt auf, die acht besten Zweiten komplettieren das 24er-Feld. Auslosung und Kader sind also der erste Filter, die Gruppenphase der zweite, die K.-o.-Spiele der dritte.
Eine Siegerquote spiegelt diese Stufenstruktur: je weiter der Anlass entfernt ist, desto grösser die Anzahl plausibler Sieger und desto tiefer die Quote für jedes einzelne Team. Mit der Auslosung und der Bekanntgabe der Kader verändert sich auch das Quotengerüst: ein Verletzungsfall in der Vorbereitung, ein gelungener Test gegen einen grossen Gegner, ein unerwarteter Trainerwechsel — jeder dieser Punkte bewegt die Quote. Wer bei Swisslos oder Loterie Romande eine Siegerwette platziert, bindet den Einsatz bis zum Turnierende; Cash-Out ist möglich, aber nicht garantiert (dazu mehr im Abschnitt über Wettarten).
Vier Faktoren prägen eine seriöse Einschätzung des Turniersiegers:
- Form und Verletzungslage. Eine Mannschaft, die in der Qualifikation neun Siege aus zehn Spielen holt und ohne Verletzte in das Turnier geht, hat eine andere Ausgangslage als ein Team mit Verletzungsserie und drei Punktverlusten.
- Kader und Tiefe. Bei einer Endrunde mit möglicherweise sieben Spielen zählt, wer auf der Bank die zweite Welle spielen kann. Die EM 2024 hat das gezeigt: Spaniens Kader konnte Rotation tragen, andere Teams weniger.
- Auslosung. Eine schwere Gruppe kann die stärkste Mannschaft vor dem Achtelfinale stoppen; wer als Zweiter weiterkommt, vermeidet im Achtelfinale vielleicht den Titelfavoriten.
- Lospech und Modus. Verletzungen, Platzverweise, Elfmeterschiessen — alles, was nicht in der Quote steckt. Eine Siegerwette ist eine Wette auf einen Verlauf, nicht auf eine Wahrscheinlichkeit.
Die Tatsache, dass Spanien 2024 seinen vierten Titel gewann, sagt nicht, dass Spanien 2028 der Favorit ist. Sie sagt, dass vier Titel möglich sind; der nächsten Ausgabe sieht man das nicht an.
Wettarten und Quoten rund um das Turnier
Siegerwette, Gruppensieger, Torschützen
Die drei Grundmärkte auf einen Europameister sind die Siegerwette auf das ganze Turnier, die Gruppensiegerwette auf den Sieger einer Vorrundengruppe, und die Torschützenwette auf den besten Torschützen des Turniers. Die Siegerwette ist die längste Wette, weil sie bis zum Finale gebunden bleibt; die Gruppensiegerwette wird mit dem letzten Gruppenspiel entschieden, die Torschützenwette oft erst im Halbfinale. Die Quoten auf den Gruppensieger sind gewöhnlich kürzer, weil das Risiko kleiner ist; im Verhältnis ist die Marge dieselbe.
Bei Sporttip gilt eine Kombination aus vier Voraussagen mit Einzelquoten von je mindestens 1.50 als Kombiboost-Bereich: Der Bonus auf den Nettogewinn steigt von 5 % bei vier über 20 % bei sieben auf 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen, gültig nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten. Eine Kombination auf den Turniersieger ist denkbar, aber riskant: Wer zwei Sieger quotiert, hat zwei Mannschaften im Wettschein, die sich gegenseitig ausschliessen.
Aus der Quote wird eine Wahrscheinlichkeit — und eine Marge
Eine Quote ist eine Zahl mit zwei Bedeutungen: Sie zeigt, was ein erfolgreicher Einsatz einbringt, und sie trägt eine implizite Wahrscheinlichkeit. Aus einer Quote von 6.00 liest sich die implizite Wahrscheinlichkeit als 1 ÷ 6.00 = 16.67 %; bei einer Quote von 2.50 sind es 40 %, bei 1.50 sind es 66.67 %. Das gilt für eine einzelne Wette. Bei einem Markt mit mehreren Ausgängen — etwa einer 1X2-Wette mit Heim 1.80, Unentschieden 3.40, Auswärts 4.20 — ergibt die Summe der Kehrwerte nicht 100 %, sondern etwas weniger, und der fehlende Rest ist die Marge des Anbieters. Konkret:
Payout Share = 1 ÷ (1/1.80 + 1/3.40 + 1/4.20) = 1 ÷ (0.5556 + 0.2941 + 0.2381) = 1 ÷ 1.0878 ≈ 91.92 %
Die Marge dieses Marktes liegt damit bei 1 − 91.92 % ≈ 8.08 %. Das ist der Anteil, den der Buchmacher von jeder eingesetzten Einheit im Durchschnitt behält, gleichgültig wie das Spiel ausgeht.
Die Quoten, die im Spielplan von Sporttip oder Jouez Sport stehen, sind also nie «faire» Wahrscheinlichkeiten — sie sind Wahrscheinlichkeiten zuzüglich der Marge. Diese Marge ist es, die das Geschäftsmodell trägt, und sie ist es, die eine Wette langfristig zu einem negativen Erwartungswert für die Spielenden macht. Wer auf Dauer gewinnen will, muss den Buchmacher schlagen, nicht die Quote.
Cash-Out: vorzeitig raus, aber nicht garantiert
Cash-Out heisst, eine laufende Wette vor dem Ende abrechnen zu lassen. Bei Sporttip funktioniert das für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiger Cash-Out, eine Teilauszahlung gibt es nicht. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie, dass der Anbieter den Cash-Out auf einem bestimmten Markt anbietet — wer eine Siegerwette platziert hat, sieht den Cash-Out-Button nicht zwangsläufig bis zum Finale. Wer auf den Europameister wettet und vor dem Turnier aussteigen will, hat damit keine Sicherheit, das jederzeit zu können.
Eine Siegerwette ist damit die längste Bindung im Wettprogramm. Der Einsatz bleibt gebunden, bis die Mannschaft ausscheidet oder das Turnier gewinnt; was die Swisslos «Langzeitwette» nennt, ist genau diese Wette. Cash-Out mildert das, ersetzt aber die Bindung nicht. Wer eine Siegerwette auf den EM-Turniersieger platziert, sollte den Betrag als verloren betrachten, bis das Turnier vorbei ist.
Livewetten und Spielunterbrechungen
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheidung — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer in einer hitzigen Phase des Spiels «schnell noch» auf das Siegerteam wettet, kann am Ende feststellen, dass der Treffer schon gefallen ist und die Wette nicht zählt. Das ist kein Einzelfall, sondern Regel: Wer Live wetten will, muss das Spiel sehen, nicht nur das Quotenfenster.
Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Bei einem Ausfall eines Gruppenspiels, der nicht nachgeholt wird, fällt die Wette also nicht aus, sondern wird zur Neutralisierung.
Die zwei Schweizer Anbieter im Vergleich
Wer in der Schweiz legal auf den EM-Sieger wetten will, hat zwei Möglichkeiten. Beide verlangen ein bewilligtes Konto, beide bedienen je ein Vertragsgebiet, beide halten sich an die Gespa-Liste. Die Tabelle zeigt, was die Spielregeln trennen.
| Marke | Bewilligung | Veranstalterin und Vertragsgebiet |
|---|---|---|
| Sporttip | Schweizer Bewilligung (Grossspiel, BGS, Aufsicht Gespa) | Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; deutschsprachige Kantone, Tessin, Liechtenstein |
| Jouez Sport | Schweizer Bewilligung (Grossspiel, BGS, Aufsicht Gespa) | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); Kantone FR, VD, VS, NE, GE, JU |
Was die Tabelle nicht zeigt, sind die Einsatz- und Gewinngrenzen, die in den nächsten Abschnitten zu jeder Marke stehen. Wer im Tessin wohnt, hat nur Sporttip zur Wahl; wer in Genf wohnt, nur Jouez Sport. Wer in Zürich wohnt und sich ein Konto bei der Loterie Romande anlegen will, scheitert an der Wohnsitzprüfung beim Ausweis-Upload.
Swisslos Sporttip
Sporttip ist die Sportwette der Swisslos und in der Deutschschweiz der Standardanbieter. Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten ist CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen, was in der Praxis eine technische Sperre an der Kasse ist, kein Verhandlungsgegenstand.
Die Verlustlimiten sind vor der ersten Teilnahme zu setzen: 1, 7 und 30 Tage, Obergrenze CHF 9’999; unter 21 Jahren maximal CHF 1’000. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen, was insbesondere bei einem mehrwöchigen Turnier sinnvoll ist: Wer eine Monatslimite setzt, kann nicht «versehentlich» das ganze Turnierbudget aufbrauchen.
Kombiboost, Quotenboost und Profitboost sind online verfügbar. Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von mindestens 1.50 und steigert den Bonus auf den Nettogewinn von 5 % bei vier bis 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Quotenboosts und Profitboosts sind nur einmal pro Person nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Sporttip ist damit eher für Wettende geeignet, die Kombinationen spielen und die Boosts als kleinen Vorteil mitnehmen; wer Einzelwetten setzt, profitiert nur vom Quotenboost.
Die Spielsperre ist 1 bis 180 Tage wählbar, eine unbefristete Sperre wird ins Sperrregister eingetragen und gilt schweizweit. Wer sich ausschliessen will, kann das online und an jeder Verkaufsstelle machen, der Vorgang ist formlos. Sporttip hat nach den verfügbaren Bedingungen Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vollständig, ohne Teilauszahlung, und ohne Garantie auf jedem Markt. Auf den Turniersieger angeboten wird Cash-Out nicht durchgehend; wer plant, vor dem Finale auszusteigen, sollte das im Wettschein beobachten, nicht voraussetzen.
Loterie Romande Jouez Sport
Jouez Sport ist das Pendant in der Westschweiz. Mindesteinsatz online CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), Höchsteinsatz CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Einzelquote oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen — eine Quote über 100’000 wird nicht angenommen.
Die Loterie Romande betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende, der Sitz ist Lausanne. Das Règlement Jouez Sport (17. Ausgabe, September 2024) regelt die Teilnahme; Cash-Out, Boosts und Spielsperren sind in den Spielregeln weniger prominent beschrieben als bei Swisslos, was nicht heisst, dass es sie nicht gibt, sondern dass die Dokumentation knapper ausfällt.
Wer in der Westschweiz wohnt, hat mit Jouez Sport einen Anbieter mit niedrigerem Mindesteinsatz im Laden (CHF 3 statt CHF 1), aber strengerer Online-Mindestquote (1.10) und einem kombinierten Gewinn-Cap von CHF 1’000’000 für Multiples. Wer online spielt, hat mit dem Online-Mindesteinsatz von CHF 2 etwa den doppelten Wert wie bei Sporttip, was bei kleinen Stakes ins Gewicht fällt.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Wer in der Schweiz surft, sieht Anbieter wie Rollbit, Bruce Bet, BetLabel, Betscore, Betovo, ZotaBet, N1 Bet und AmunRa — sie alle werben in deutscher Sprache und bieten Siegerquoten auf die nächste EM an. Keiner dieser Anbieter hat eine Schweizer Bewilligung; ihre Lizenzen aus Curaçao, Malta oder Deutschland haben in der Schweiz keine Gültigkeit (Art. 4 BGS). Wer dort einzahlt, hat keinen Schweizer Schutz: keine Spielsperre, kein Sperrregister, keine Auszahlung an ein Konto auf den eigenen Namen nach Schweizer Standard, keine kantonale Aufsicht.
Die Gespa führt diese Domains auf der Sperrliste; Schweizer Telekomanbieter blockieren sie per DNS-Sperre (Art. 86-93 BGS), die Liste wurde erstmals am 3. September 2019 veröffentlicht und umfasste Ende 2025 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — die Gespa nennt dieses Vorgehen «Domain-Hopping» und listet Anbieter wie Interwetten, Bet-at-Home und bet365 als Beispiele. Eine Werbung in einem Browserfenster heisst also nicht, dass der Anbieter in der Schweiz erreichbar ist; die Erreichbarkeit kann sich täglich ändern.
Die Spielerin, die dort spielt, wird in der Schweiz nicht bestraft (BJ), aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Gewinne aus ausländischen Grossspielen sind nach kantonalem Steuerrecht anders zu behandeln als Gewinne aus Schweizer Veranstalterinnen — der Kanton Thurgau etwa besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als Einkommen, während bei Schweizer Veranstalterinnen der Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn greift. Wer in der Westschweiz wohnt, erkundigt sich am besten vor einer Auszahlung bei der kantonalen Steuerverwaltung.
Der einzige Vergleichspunkt zwischen einem Anbieter mit Schweizer Bewilligung und einem ohne ist das, was beide bieten: die Quote, das Wettprogramm, die Limits. Alles andere ist nicht vergleichbar.
Rollbit
Rollbit hat keine Schweizer Bewilligung. Die Marke wirbt im deutschsprachigen Internet, unter anderem mit Krypto-Zahlungen; in der Schweiz ist die Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen nach VGS-Standard nicht garantiert, und das Schweizer Sperrregister greift hier nicht. Wer ein Konto eröffnet, tut dies auf eigenes Risiko.
Bruce Bet
Bruce Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Lizenz und Aufsichtsbehörde sind unbekannt, ein Eintrag im Gespa-Sperrregister besteht nicht (was fehlt, wenn die Seite blockiert wird). Schweizer Spielerinnen, die ein Konto führen, sind nicht durch das BGS geschützt, und die Werbung auf Schweizer Domains ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS problematisch.
BetLabel
BetLabel hat keine Schweizer Bewilligung. Der Anbieter bewirbt ein grosses Sportprogramm, ist aber in der Schweiz über die Sperrliste blockiert; wer via VPN oder alternative Domains spielt, fällt nicht unter das BGS, und die Spielsperre gilt dort nicht.
Betscore
Betscore hat keine Schweizer Bewilligung. Auch hier ist die Sperrliste massgebend, und die ausländische Lizenz hat in der Schweiz keinen Wert.
Betovo
Betovo hat keine Schweizer Bewilligung. Lizenzangaben auf der eigenen Seite haben in der Schweiz keine Wirkung; ein Spieler, der hier spielt, hat keinen Schweizer Schutz.
ZotaBet
ZotaBet hat keine Schweizer Bewilligung. Die Seite kann von Schweizer ISPs blockiert sein; eine Erreichbarkeit ist kein Zeichen einer Schweizer Bewilligung.
N1 Bet
N1 Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Wer hier spielt, verlässt sich auf eine ausländische Aufsicht, die in der Schweiz nicht greift.
AmunRa
AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Die Marke wirbt aggressiv im deutschsprachigen Werbenetz; Schweizer Spielende sind auf die Sperrliste angewiesen, um die Seite nicht zu erreichen, und auf eigenes Risiko, falls sie es doch tut.
Berechnung: was die Marge konkret kostet
Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter im Durchschnitt von jedem Franken Einsatz behält. Sie lässt sich für jeden Markt aus den Quoten rechnen, und sie hängt vom Markt und vom Zeitpunkt ab, nicht von der Mannschaft, die am Ende gewinnt. Eine faire Quote ohne Marge würde bei einem Zwei-Wege-Markt 2.00 / 2.00 stehen, was 100 % Auszahlung entspricht. Tatsächlich liegen die Quoten tiefer, etwa bei 1.90 / 1.90, weil der Anbieter seinen Anteil einpreist.
Für ein illustratives Zwei-Wege-Markt mit Quoten 1.90 / 1.90 sieht die Rechnung so aus:
Payout Share = 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) = 1 ÷ 1.0526 ≈ 95.00 %
Die Marge ist damit 1 − 95.00 % ≈ 5.00 %. Auf einer Seite ausgedrückt: Von jedem eingesetzten Franken zahlt der Markt im Durchschnitt 95 Rappen zurück; 5 Rappen behält der Anbieter. Bei einem längeren Markt, etwa einem Drei-Wege-Markt mit Quoten 1.80 / 3.40 / 4.20, liegt die Marge wie oben gerechnet bei rund 8 %; bei einem Turniermarkt mit vielen Ausgängen ist die Marge höher, weil die Summe der Kehrwerte grösser wird.
Was das für eine Wette auf den EM-Sieger heisst: Eine typische Siegerquote von 6.00 für ein mittleres Team trägt eine implizite Wahrscheinlichkeit von 16.67 %, aber die Summe der Kehrwerte aller Siegerquoten liegt über 100 %, was die Marge des Marktes ergibt. Wer eine Siegerwette platziert, wettet gegen eine Quote, die der Anbieter mit Marge gestellt hat. Die Marge ist es, die das Geschäftsmodell trägt, und sie ist der Grund, warum auf Dauer die meisten Spielenden verlieren.
Beispielrechnung mit dem Kombiboost
Eine typische Sporttip-Kombiwette auf den Turniersieger kombiniert die Sieger verschiedener Wettbewerbe. Angenommen, eine Spielerin setzt CHF 10 auf vier Voraussagen mit Einzelquoten von je 1.50 (das Minimum für den Kombiboost). Die Gesamtquote ist 1.50⁴ = 5.0625. Der Bruttogewinn ist CHF 10 × 5.0625 = CHF 50’625, was bei Sporttip zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet wird, also CHF 50.60.
Mit dem Kombiboost von 5 % auf den Nettogewinn (Bruttogewinn − Einsatz = CHF 40.60) erhöht sich der Gewinn um 5 % × CHF 40.60 = CHF 2.03, der Auszahlungsbetrag also auf CHF 52.63. Ohne den Boost wäre es CHF 50.60. Der Boost ist also ein kleiner Aufschlag, kein grosser Vorteil, und er ist auf Einsätze und Gewinn erhöhung gedeckelt.
Besteuerung von Gewinnen
Gewinne aus Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt ausdrücklich auch Sportwetten — sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und werden erst darüber besteuert. Der Bund hat die Schwelle per 1. Januar 2026 auf CHF 1’071’000 festgelegt (2025: CHF 1’070’400). Die kantonale Schwelle weicht davon ab; der Artikel verwendet deshalb den Ausdruck «je nach Kanton», nicht eine einzelne kantonale Zahl. Über der Schwelle behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die durch Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Eine typische Siegerwette auf den EM-Turniersieger zahlt damit keinen Rappen Einkommensteuer, solange der Gewinn unter dem Freibetrag bleibt, und auch keine Verrechnungssteuer.
Gewinne aus ausländischen Grossspielen sind nach kantonalem Steuerrecht anders zu behandeln. Der Kanton Thurgau etwa besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als Einkommen. In anderen Kantonen gilt eine andere Praxis. Wer in einem Kanton mit anderer Praxis wohnt und einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung nutzt, erkundigt sich vor einer Auszahlung bei der kantonalen Steuerverwaltung oder einem Steuerberater. Die Schweiz kennt keine Wettsteuer auf den Einsatz; die einzige Belastung an der Quelle ist die Verrechnungssteuer oberhalb des Freibetrags.
Häufige Fragen
Wie wird die Siegerquote für die EM berechnet, und was bedeutet die Marge?
Die Quote ist Einsatz mal Faktor; der Faktor setzt sich aus der impliziten Wahrscheinlichkeit und der Marge des Anbieters zusammen. Die implizite Wahrscheinlichkeit ist 1 ÷ Quote; bei 6.00 sind das 16.67 %. Die Marge ergibt sich aus der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes minus 100 %. Wer die Quote liest, sieht den Bruttogewinn und die eingepreiste Marge in einem.
Wann findet die nächste Europameisterschaft statt, und welche Ausgabe wurde zuletzt gespielt?
Die letzte Ausgabe war die EM 2024 in Deutschland, die am 14. Juni begann und am 14. Juli 2024 mit dem 2:1-Sieg Spaniens über England im Berliner Olympiastadion ihren Abschluss fand. Die nächste Ausgabe ist die EM 2028, die vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland ausgetragen wird; das Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Eine EM 2026 gibt es nicht.
Bieten Sporttip und Jouez Sport Wetten auf den Europameister an, und was regelt die Gespa-Liste?
Ja, beide Anbieter führen Siegerwetten auf internationale Fussballturniere, soweit die Wettbewerbe in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten stehen. Die Liste (Stand 10.09.2026) legt fest, was angeboten werden darf; was nicht auf der Liste steht, darf nicht bewettet werden. Eine Siegerwette auf den EM-Sieger ist zulässig, weil die UEFA-Europameisterschaft in der Liste geführt wird.
Wie liest sich aus einer Quote wie 6.00 die implizite Wahrscheinlichkeit?
Die implizite Wahrscheinlichkeit einer einzelnen Quote ist 1 ÷ Quote; bei 6.00 sind das 16.67 %, bei 2.50 sind es 40 %, bei 1.50 sind es 66.67 %. Die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes ergibt die Payout Share und damit die Marge: was über 100 % liegt, ist die Marge des Anbieters.
Wie lange bleibt ein Einsatz auf den Turniersieger gebunden, und kann er vorzeitig ausbezahlt werden?
Eine Siegerwette bleibt bis zum Turnierende gebunden, weil die Wette erst mit dem letzten Spiel entschieden ist. Cash-Out ist bei Sporttip grundsätzlich möglich, wird aber nicht für jeden Markt garantiert; eine Teilauszahlung gibt es nicht. Bei Jouez Sport ist Cash-Out in den Reglementen weniger prominent beschrieben. Wer vorzeitig aussteigen will, sollte im Wettschein beobachten, ob die Option angeboten wird, statt sie vorauszusetzen.
Wie wird ein Gewinn besteuert, und gilt der Steuerfreibetrag überall gleich?
Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn, der auf Bundesebene CHF 1’071’000 beträgt (Stand 1.1.2026); die kantonale Schwelle weicht davon ab und gilt «je nach Kanton». Über der Schwelle behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein. Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen der kantonalen Steuerpraxis; im Kanton Thurgau etwa werden sie unabhängig vom Betrag als Einkommen besteuert. Wer spielt, fragt vor einer Auszahlung die kantonale Steuerverwaltung oder einen Steuerberater.
Turniere – rasentenniswetten
Inhalt erstellt vom Team «rasentenniswetten»
