Wettanbieter-Quotenvergleich in der Schweiz: Marge, Ausschüttung und was eine Quote wirklich sagt

Updated Oktober 2026
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Eine Balkenwaage aus Messing mit zwei leeren Schalen steht im Gleichgewicht auf einem Holztisch.

Eine Quote sieht aus wie eine Zahl und ist in Wahrheit eine Rechnung. Hinter jeder 1.95 steckt ein Kehrwert, eine implizite Wahrscheinlichkeit und ein Anteil, den der Buchmacher für sich behält — lange bevor ein Ball rollt. Wer Quoten vergleicht, vergleicht deshalb nicht Zahlen, sondern Margen. Wer in der Schweiz vergleicht, vergleicht zudem zwischen zwei Veranstaltern, denn mehr lässt das Geldspielgesetz nicht zu. Wer trotzdem bei ausländischen Seiten nachschaut, vergleicht Angebote ohne Schweizer Bewilligung und damit ohne Schweizer Schutz.

Buchmacher kalkulieren ihre Quoten so, dass die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen mehr als 100 % ergeben; der Überschuss heisst Overround.

Dieser Vergleich beginnt mit den Grundlagen, die jede Quote verständlich machen. Danach folgen die Rechtslage in der Schweiz, der Spielerschutz bei Sportwetten, eine Analyse der Wettmärkte sowie eine Gegenüberstellung der beiden Schweizer Veranstalter und der ausländischen Anbieter, die einem hierzulande begegnen. Den Abschluss bildet eine Übersicht der wichtigsten Fragen rund um den Quotenvergleich.

Stand der Daten: Oktober 19, 2026, geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2), das Réglement Jouez Sport (17. Ausgabe, September 2024) und die öffentlichen Angaben der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern).

Was eine Quote in der Schweiz 2026 wirklich bedeutet

Eine Dezimalquote ist mehr als ihr angezeigter Wert. Sie enthält drei Informationen, die zusammen die Wette beschreiben: den Faktor, mit dem der Einsatz im Gewinnfall multipliziert wird; den Kehrwert, der die implizite Wahrscheinlichkeit dieses Ausgangs schätzt; und einen stillen Aufschlag, der den Buchmacher für sich behält, sobald ein Spiel ausgewogen ist. Wer nur die erste Information liest, übersieht die anderen beiden.

Eine Wasserwaage liegt auf einem Brett an einer Werkbank in einer Schreinerei, Holzspäne bedecken den Boden.
Bei variablen Quoten (Totalisator) setzen die Wettenden untereinander; der Auszahlungsanteil liegt bei staatlichen Anbietern unter 50 % und bei Pferderennen bis etwa 85 %.

Marge und Ausschüttung als Massstab

Die Marge ist der Anteil eines jeden Einsatzes, den der Buchmacher im Schnitt einstreicht. Sie ergibt sich aus der Ausschüttungsquote, die beschreibt, welchen Anteil der Einsätze ein Markt über alle Ausgänge hinweg an die Wettenden zurückgibt. Rechnerisch ist die Ausschüttungsquote einer Zweiwegwette mit Quoten 1.90 und 1.90 gleich 1.0 ÷ (1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90) = 0’974, also rund 97.4 %. Die Marge ist dann 1.0 − 0’974 = 0’026 oder 2.6 %. Bei Quoten von 1.80 auf beiden Seiten liegt die Ausschüttung nur noch bei rund 90.9 %, die Marge bei etwa 9.1 %.

Dieser Wert ändert sich, sobald die Quoten ungleich sind. Ein Buchmacher, der auf einen klaren Favoriten die Quote 1.25 und auf den Aussenseiter 5.00 setzt, kalkuliert mit Kehrwerten von 0.80 und 0.20. Zusammen ergeben sie 1.00 — formal keine Marge, in der Praxis aber ein Anreiz, die Quote auf der Favoritenseite zu senken und auf der Aussenseiterseite anzuheben, bis ein kleiner Überschuss entsteht. Genau dieser Überschuss heisst im englischsprachigen Buchmacherjargon «overround» und ist der Gewinn des Veranstalters bei ausgeglichenem Buch. Der Mechanismus ist immer derselbe, die Form heisst hier «Überrundung», die Substanz ist überall gleich.

Das Beispiel einer ausgewogenen Zweiwegwette zu 1.90 / 1.90 zeigt den Effekt sehr deutlich: Bei einer Hunderterwette auf jede Seite fliessen insgesamt 200 Franken Einsatz, ausgezahlt werden nur 194 Franken — sechs Franken bleiben liegen, und das bei einem Ergebnis, das nie eintreten kann, weil auf jeden Fall ein Ausgang verliert. Wer einen Markt mit vielen Ausgängen vergleicht, sieht höhere Margen, weil die Summe der Kehrwerte schon bei ausgeglichenen Wahrscheinlichkeiten über 1.0 liegt.

Implizite Wahrscheinlichkeit als Lesart

Aus jeder festen Dezimalquote lässt sich eine implizite Wahrscheinlichkeit ableiten, indem man ihren Kehrwert bildet. Eine Quote von 2.00 entspricht 50.0 %, eine Quote von 4.00 entspricht 25.0 %, eine Quote von 1.01 entspricht 99.01 %. Wer diese Wahrscheinlichkeiten für alle Ausgänge eines Marktes addiert, erhält eine Summe, die definitionsgemäss über 100.0 % liegt. Der Überschuss ist die Marge. Wer unter der impliziten Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs seine eigene Schätzung ansetzt, sieht auf den ersten Blick, ob der Buchmacher den Ausgang über- oder unterbewertet.

Diese Mechanik gilt unabhängig davon, ob eine Quote von einem Buchmacher festgesetzt wird oder ob sie auf einem Totalisator zustande kommt. Im einen Fall tritt der Veranstalter als Gegner des Wettenden auf und legt die Quote ab Annahme der Wette fest; im anderen Fall setzen die Wettenden untereinander, und die Quote steht erst nach dem Ereignis fest, gesteuert vom Verhältnis der Einsätze zueinander. Bei Schweizer Pferderennen-Wetten über die staatlichen Anbieter kann der Auszahlungsanteil eines Totalisators bis etwa 85 % betragen; bei anderen staatlichen Totalisator-Wetten liegt er teils deutlich darunter. In beiden Fällen ist es die Quote, die am Ende entscheidet, was der Wettende bekommt — die Mechanik der Marge ist die gleiche, der Weg dorthin ein anderer.

Warum der Vergleich an die Marge gehört, nicht an die Quote

Auf den Wettseiten der Anbieter fällt zuerst die Quote ins Auge, nicht ihr Preis. Eine 2.10 sieht grosszügiger aus als eine 2.00, aber ohne den Kontext des Marktes sagt sie nichts. Eine 2.10 in einem Markt mit 95.2 % Ausschüttung ist mehr wert als eine 2.20 in einem Markt mit 88.0 %. Sobald die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge eines Marktes summiert werden, zeigt sich, wo der Buchmacher wie viel für sich behält — und genau dort lässt sich vergleichen.

Dieses Messen funktioniert nur, wenn Quoten zum selben Zeitpunkt und für dasselbe Ereignis verglichen werden. Buchmacher korrigieren ihre Quoten während der Woche, nach Verletzungen, nach Wetter, nach Wetten anderer Kundinnen. Wer eine Sporttip-Quote von gestern mit einer Jouez-Sport-Quote von heute vergleicht, vergleicht zwei Schnappschüsse, die nicht zueinander passen.

Die Rechtslage in der Schweiz 2026: warum nur zwei Veranstalter übrig bleiben

Die Schweiz reguliert Sportwetten als Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51). Das Gesetz ist am 1. Januar 2019 in Kraft getreten und hat den Markt neu geordnet. Aufsichtsbehörde ist die Gespa mit Sitz in Bern; das Geldspielkonkordat gilt seit dem 1. Januar 2021. Eine Bewilligung braucht sowohl eine Veranstalterbewilligung als auch eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie gilt nach Art. 4 BGS nur in der Schweiz.

Ein Bücherregal mit ledergebundenen Bänden in dunklen Farben in einer stillen Bibliothek, davor ein Lesetisch.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Die Kantone haben in der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) zwei Veranstalter für Lotterien und Sportwetten bestimmt: die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, deren Sportwetten unter dem Namen Sporttip laufen, und die Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) mit Sitz in Lausanne, deren Sportwetten unter dem Namen Jouez Sport laufen. Die Swisslos-Statuten sind auf der eigenen Seite hinterlegt; die Loterie Romande unterhält 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und zählt 221 Mitarbeitende.

Wer in der Schweiz 2026 online eine Sportwette platzieren will, kommt an diesen beiden Veranstaltern nicht vorbei. Jeder Veranstalter bedient sein eigenes Vertragsgebiet: Sporttip in den Deutschschweizer Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein; Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer in einem anderen Kanton wohnt, kann sich nur bei dem Veranstalter registrieren, der diesen Kanton versorgt — und wer im Ausland wohnt, bei keinem von beiden. Eine Registrierung verlangt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, ein Mindestalter von 18 Jahren und eine einmalige Identifizierung mit Ausweis und Adressabgleich.

Ausländische Buchmacher: warum ihr Angebot hierzulande ohne Bewilligung steht

Jede ausländische Seite — ob Curaçao, ob Malta, ob deutsches Bundesland — hat in der Schweiz keine Kraft. Art. 4 BGS stellt klar, dass eine ausländische Bewilligung in der Schweiz nicht gilt. Wer in der Schweiz Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung organisiert, macht sich nach Art. 130 BGS strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spielende selbst wird in der Schweiz nicht bestraft, aber sein Einsatz und sein Gewinn können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rekursweg.

Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS-Sperre blockieren (Art. 86–93 BGS). Die Liste ist im September 2019 erstmals veröffentlicht worden und enthielt Ende 2025 671 Domains. Sie wird laufend aktualisiert, blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt, und die Gespa benennt in ihren Berichten wiederholt Anbieter wie Interwetten, Bet-at-Home und bet365 als Beispiele für dieses «Domain-Hopping». Wer eine ausländische Seite aus der Schweiz aufruft, läuft Gefahr, auf einer gesperrten Seite zu landen, und wer sich dort anmeldet, gibt seine Daten an einen Anbieter, der hier nicht beaufsichtigt wird.

Die Gegenüberstellung dieser beiden Realitäten — zwei bewilligte Veranstalter mit voller Schweizer Aufsicht auf der einen Seite, eine offene Liste ausländischer Anbieter ohne Schweizer Schutz auf der anderen — ist die Grundlage jeder ehrlichen Bewertung von Quoten in der Schweiz. Wer Quoten vergleicht, vergleicht zunächst nicht Zahlen, sondern Bewilligungen.

Was beworben werden darf und was nicht

Werbung für Glücksspiel, das in der Schweiz nicht bewilligt ist, ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und kann mit einer Busse bis CHF 500’000 nach Art. 131 BGS bestraft werden. Auch erlaubte Werbung darf weder aufdringlich noch irreführend sein, noch sich an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen vorgängig die Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). Im Jahr 2025 hat die Gespa 24 solcher Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Promo-Codes für Schweizer Veranstalter werden in den offiziellen Bedingungen publiziert und sind nach Annahme durch die Gespa gültig — sie gehören nicht in einen redaktionellen Vergleich.

Spielerschutz: was eine bessere Quote nicht ändert

Eine Quote vergleichen heisst nicht, ein Spiel sicherer zu machen. Wer den Überblick verliert, verliert auch bei einer Ausschüttung von 97.5 % schneller als ihm lieb ist. Das Geldspielgesetz verlangt deshalb nicht, dass der Staat ein maximales Verlustlimit setzt — es verlangt, dass jede Spielerin und jeder Spieler sich selbst eines setzt, bevor die erste Wette angenommen wird (Art. 87 VGS).

Selbst gesetzte Limiten

Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Limiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich kann freiwillig eine Einzahlungslimite für 30 Tage gesetzt werden. Loterie Romande legt ihre eigenen Limitenmodelle offen, das Prinzip ist dasselbe: selbst gewählte Schranken, die der Veranstalter durchsetzt.

Diese Limiten sind kein Marketinginstrument, sondern eine Voraussetzung. Wer sich nicht limitiert, wird vom System nicht zur Wette zugelassen — die Bewilligungspflicht umfasst die technische Durchsetzung. Wer die eigenen Grenzen verliert, kann sich beim Veranstalter produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Schweizer Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein.

Gesperrt zu sein heisst, keinen Anspruch mehr zu haben

Wer trotz Spielsperre oder Minderjährigkeit wettet, hat nach Art. 45 BGS keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn. Das ist die Konsequenz einer Aufsicht, die nicht nur den Anbieter, sondern auch die Wettenden in die Pflicht nimmt. Eine ausländische Seite kennt diese Sperre nicht, weil sie nicht am Schweizer Register angeschlossen ist — wer sich bei einem ausländischen Anbieter sperren lässt, ist dort gesperrt, und nur dort.

Die Gespa führt periodisch Testkäufe durch, um den Vollzug an Verkaufsstellen zu prüfen. Im Jahr 2025 wurde in 47.5 % von 200 Versuchen an Verkaufsstellen eine Sportwette an Minderjährige verkauft. Wer den Spielerschutz als gegeben hinnimmt, sollte diese Zahl kennen: sie zeigt, dass das System an Verkaufsstellen nicht engmaschig funktioniert. Online ist die Identitätsprüfung beim Anbieter Pflicht, und sie wird technisch erzwungen — wer sich ohne Ausweis anmeldet, wird nicht zugelassen.

Wenn die Quote lockt und das Budget nicht reicht

Ein Quotenvergleich verleitet dazu, mehr Wetten zu platzieren, nicht weniger. Wer noch keinen Einsatz sucht, sollte den Vergleich nicht als Aufforderung lesen. Wer einen Einsatz sucht, vergleicht Quoten, um ihn besser zu platzieren — die Ausschüttung steigt, das Verlustrisiko der einzelnen Wette bleibt. Die zwei Veranstalter in der Schweiz bieten keinen «sicheren Markt», sie bieten einen regulierten Markt, und die Selbstkontrolle bleibt bei der Spielerin und dem Spieler.

Wettmärkte und ihre typischen Margen in der Schweiz 2026

Nicht jeder Markt ist gleich teuer. Die Marge eines Buchmachers hängt von der Anzahl der Ausgänge ab, vom Wettbewerb unter den Anbietern und davon, wie leicht sich ein Ausgang prognostizieren lässt. Bei Schweizer Sportwetten sind die meisten populären Märkte abgedeckt, aber die zugelassene Liste ist geschlossen und wird von der Gespa gepflegt (Version 10.09.2026).

Märkte mit zwei Ausgängen

Wetten mit zwei möglichen Ausgängen sind in der Regel die günstigsten. Tennis, Eishockey ohne Unentschieden oder bestimmte Handball-Märkte arbeiten typischerweise mit Ausschüttungen um 90 %. Die Rechnung hinter einer ausgewogenen Zweiwegwette zu 1.90 / 1.90 ergibt eine Ausschüttung von rund 97.4 %, eine Marge von 2.6 %. Bei weniger ausgewogenen Quoten sinkt die Ausschüttung schnell, und bei sehr einseitigen Favoriten steigt die implizierte Wahrscheinlichkeit auf der Favoritenseite, ohne dass die Gesamtmarge kleiner wird.

Ein typischer Markt bei Sporttip ist die Einzelwette auf den Ausgang eines Spiels; Cash-Out wird für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten angeboten, online und vor Spielbeginn oder live, allerdings nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, und ohne Garantie für jeden Markt. Wer eine Quote auf einem Zweiwegmarkt vergleicht, sollte die Cash-Out-Bedingungen mitlesen — eine ausgeführte Cash-Out-Wette lässt sich nicht rückgängig machen.

Märkte mit drei Ausgängen

Fussball und andere Sportarten mit Unentschieden arbeiten typischerweise mit Ausschüttungen um 85 %. Der Grund ist mechanisch: drei Kehrwerte addieren sich auch bei ausgeglichenen Wahrscheinlichkeiten zu 1.0 ÷ 3 = 0’333 pro Ausgang, was bereits eine Marge von rund 6.7 % ergibt, wenn alle drei Quoten gleich sind. Kommen die Quoten näher an 1.30 / 4.50 / 9.00, liegt die Marge höher, weil die impliziten Wahrscheinlichkeiten zusammen grösser werden.

Bei Schweizer Fussballwetten ist die 1X2-Wette der Standard, ergänzt um Torwetten, Handicaps und, wo zugelassen, Ecken- und Kartenmärkte. Letztere stehen nicht auf der Gespa-Liste und werden bei den Schweizer Veranstaltern nicht angeboten — wer solche Märkte bei ausländischen Seiten findet, findet sie dort, aber nicht in der Schweizer Bewilligung.

Kombiwetten und Systemwetten

Bei Kombiwetten multiplizieren sich die Einzelquoten zu einer Gesamtquote. Die Marge jeder einzelnen Wette bleibt erhalten, sie akkumuliert. Eine Kombiwette aus vier Einzelwetten mit je 95 % Ausschüttung hat eine rechnerische Gesamtausschüttung von 0.95⁴ = 0’815, also rund 81.5 %, wenn jede Einzelwette für sich genommen eine ähnliche Marge hat. Wer viele Beine kombiniert, bezahlt das mit einer entsprechend höheren Marge — und mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, dass ein Bein nicht sitzt.

Sporttip bietet einen Kombiboost, der nur online gilt (Prematch, Live, Systemwetten) und mindestens vier Voraussagen mit Einzelquoten von mindestens 1.50 verlangt. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Es ist eine Mechanik, die auf den ersten Blick grosszügig wirkt und bei näherer Betrachtung die unvermeidliche Marge der Kombiwette nur teilweise ausgleicht. Bei Loterie Romande umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen, die Einzel- oder Gesamtquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Systemwetten sind eine Kombination aus mehreren Wetten auf dasselbe Ereignis-Set. Bei Sporttip darf eine Systemwette einen Höchsteinsatz von CHF 10’000 enthalten, gegenüber CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette. Eine Systemwette verteilt den Einsatz auf mehrere Wetten, von denen einige verlieren dürfen, solange genügend andere treffen. Das ist eine teurere Spielform, weil die Marge auf jedes Wetten System zu Buche schlägt — der Vorteil liegt in der Trefferwahrscheinlichkeit, nicht in der Marge.

Livewetten und ihre besonderen Risiken

Livewetten werden bei Sporttip vor und während des Spiels angeboten. Wichtig ist eine Regel, die in den Spielregeln explizit steht: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Das bedeutet: Wer zu spät klickt, verliert den Einsatz nicht — er verliert den möglichen Gewinn und sieht den Einsatz als nicht gewettet zurück. Bei spielentscheidenden Situationen wie einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einer Videoschiedsrichter-Entscheidung kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Es ist eine Schutzregel zugunsten des Veranstalters, die der Spielende kennen muss.

Die Übertragung des Spiels ist keine Voraussetzung für die Wette: Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wer auf eine Quote klickt, ohne das Spiel zu sehen, geht das Risiko ein, eine Wette zu platzieren, die bereits verloren ist.

Quotenboosts und Profitboosts

Bei Sporttip gibt es Quotenboosts für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage und Profitboosts, die den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz erhöhen. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Es sind Marketingmechaniken, die einen höheren Gewinn versprechen, ohne die Marge des Marktes zu verändern — sie verschieben den erwarteten Wert zu Gunsten des Spielenden, aber nur einmal, und nur unter den genannten Bedingungen.

Gegenüberstellung der Anbieter: zwei Schweizer Veranstalter, acht ausländische Seiten

Die folgende Tabelle ordnet die Anbieter nach ihrer Stellung im Schweizer Markt. Die ersten beiden Reihen gehören zusammen: Sie sind die einzigen Anbieter mit Schweizer Bewilligung, jeder in seinem Vertragsgebiet. Die folgenden acht Reihen sind Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, die in der Schweiz über Suchmaschinen, über Werbung im Ausland und über Mund-zu-Mund-Propaganda auftauchen. Sie sind hier aufgeführt, weil ein Leser, der Quoten vergleicht, sie findet; ein Schweizer Bewilligungsstatus wird ihnen in dieser Tabelle nicht zugeschrieben.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung BGS SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung BGS Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne
AmunRa ohne Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen, ohne Kraft in der Schweiz
Boomerang Bet ohne Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen, ohne Kraft in der Schweiz
Wettigo ohne Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen, ohne Kraft in der Schweiz
Rainbet ohne Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen, ohne Kraft in der Schweiz
BassBet ohne Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen, ohne Kraft in der Schweiz
Pribet ohne Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen, ohne Kraft in der Schweiz
Coolzino ohne Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen, ohne Kraft in der Schweiz
HighFlyBet ohne Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen, ohne Kraft in der Schweiz

Die Liste ist nach Marktstellung sortiert, nicht nach Quotenniveau. Wer Quoten in der Schweiz vergleichen will, vergleicht in der Praxis Sporttip gegen Jouez Sport und schaut sich die ausländischen Seiten allenfalls als Referenz an. Die Sortierung hier folgt dieser Logik: zwei bewirtschaftete, regulierte Anbieter zuerst, dann eine alphabetische Folge ausländischer Anbieter, die einem in der Schweiz begegnen können.

Swisslos Sporttip

Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel, die Sportwetten unter dem Namen Sporttip anbietet. Die Bewilligung umfasst eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach BGS, die Aufsicht führt die Gespa. Das Vertragsgebiet umfasst 19 Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; eine Online-Registrierung ist nur für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in diesem Gebiet möglich.

Die Eckwerte der Wetten: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten und CHF 10’000 für Systemwetten. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Auszahlung folgt Einsatz mal Quote; bei Kombiwetten wird die Gesamtquote verwendet, das Produkt der Einzelquoten. Der Gewinn wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet — eine kleine Rechenregel, die bei vielen Franken Einsatz sichtbar wird.

Der Schutzrahmen ist klar definiert: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Teilnahme, Senkung sofort, Erhöhung nach 72 Stunden, Oberlimite CHF 9’999 (für unter 21-Jährige CHF 1’000), freiwillige Einzahlungslimite auf 30-Tage-Basis. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Das Angebot ist breit: Prematch und Live, Einzel- und Kombiwetten, Systemwetten, Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, Kombiboost für mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote 1.50, Quotenboosts für Prematch-Einzelwetten, Profitboosts für definierte Ereignisse. Wer Sporttip nutzt, bekommt das einzige vollständige Schweizer Sportwetten-Angebot in seinem Vertragsgebiet, mit voller Aufsicht und voller Anbindung an das Schweizer Sperrregister. Wer ausserhalb des Vertragsgebiets wohnt, kann sich hier nicht online registrieren.

Der Preis der Quote bei Sporttip ist nicht in einem festen Satz bezifferbar, weil das Angebot tageshafterisch schwankt. Was sich sagen lässt: Sporttip ist als Veranstalter mit Selbstlimit und Selbstsperre der einzige Anbieter im Vertragsgebiet, der diese Mechanik durchsetzt; wer hier wettet, vergleicht die Quote am Ende gegen Jouez Sport im anderen Vertragsgebiet.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande betreibt Sportwetten unter dem Namen Jouez Sport für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz in Lausanne, mit 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitenden ist sie in der Westschweiz stark verwurzelt; online ist die Registrierung auf Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in diesen sechs Kantonen beschränkt.

Die Eckwerte: Mindesteinsatz online CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000, Höchstgewinn über alle Wetten eines Multiples zusammen CHF 1’000’000.

Das Schutzregime folgt den Anforderungen des BGS und der VGS; die Details sind auf der Seite jeux.loro.ch hinterlegt und können in der aktuellen Réglement-Version (17. Ausgabe, September 2024) nachgelesen werden. Wer in einem der sechs Kantone wohnt, bekommt hier die einzige zustellbare Schweizer Sportwette — wer ein grenznahes Angebot im Nachbarland sucht, verlässt das Schweizer Regime.

Wer Quoten vergleicht, stösst hier auf einen etwas anderen Marktrahmen: tiefere Höchsteinsätze, eine klar formulierte Gewinn-Obergrenze, ein Multiples-Regime mit kombinierter Gesamtquote und einer Maximalsumme über alle Wetten. Es ist eine andere Architektur als bei Sporttip, die das Preis-Leistungs-Bild verschiebt, ohne die Marge eines konkreten Marktes zu verändern.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Die folgenden Anbieter — AmunRa, Boomerang Bet, Wettigo, Rainbet, BassBet, Pribet, Coolzino, HighFlyBet — sind in der Schweiz nicht bewilligt. Sie sind in dieser Übersicht aufgeführt, weil Schweizerinnen und Schweizer bei der Suche nach «Wettanbieter Quotenvergleich» über sie stolpern, und weil ein redaktioneller Vergleich sie nicht verschweigen sollte. Was hier festgehalten wird, gilt für alle acht gleichermassen: keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rekursweg.

Die Lizenz, die jeder dieser Anbieter ausweist, hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder einem deutschen Bundesland berechtigt nicht zur Veranstaltung von Sportwetten in der Schweiz. Wer bei einem dieser Anbieter wettet, wettet gegen einen Anbieter, dessen Hausregeln gelten, dessen Auszahlungsmodalitäten nicht von der Gespa kontrolliert werden und dessen Sperre nicht im Schweizer Register erscheint. Das Spielen ist nach bundesgerichtlicher Praxis nicht strafbar für die Spielenden selbst, aber der Einsatz und der Gewinn können in einem Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und der Anbieter kann von der Gespa-Sperrliste mit DNS-Sperre belegt werden.

Der Quotenvergleich mit diesen Anbietern ist methodisch möglich, weil sie ihre Quoten öffentlich zeigen. Er ist rechtlich heikeleburde, weil eine Annahme einer solchen Quote in der Schweiz gegen das BGS verstösst. Wer aus den Quoten dieser Anbieter nur lernt, wie ein Markt funktioniert, gewinnt Information; wer aus den Quoten dieser Anbieter ableitet, dass es dort «bessere Quoten» gibt, zieht einen Schluss, der die Schweizer Bewilligungswirklichkeit ausblendet. Die zuverlässige Quelle für Schweizer Quoten sind Sporttip und Jouez Sport — alles andere ist Referenzmaterial ohne Schweizer Schutz.

Die Beispielrechnung: was eine ausgewogene Zweiwegwette kostet

Die Rechnung gehört zu den Grundlagen dieses Vergleichs. Sie zeigt, wie aus zwei identischen Quoten eine Marge wird, ohne dass sich an der Mechanik etwas ändert. Wer das einmal sieht, sieht es in jedem anderen Markt wieder.

Annahmen

Betrachtet wird eine ausgewogene Zweiwegwette mit zwei Ausgängen und Quoten von 1.90 auf jeder Seite. Das Beispiel ist illustrativ; es ist keine zitierte Quote eines konkreten Spiels, sondern eine mechanische Annahme, die den Effekt der Marge sichtbar macht. Eine ausgewogene Zweiwegwette ist ein Sonderfall, in dem beide Seiten als gleich wahrscheinlich angenommen werden — in der Praxis weichen Quoten voneinander ab, sobald ein Favorit erkennbar wird.

Rechnung

Die Ausschüttungsquote ergibt sich als Kehrwert der Summe der Kehrwerte. Mit Quoten 1.90 und 1.90 ist 1.0 ÷ (1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90) = 1.0 ÷ (0.5263 + 0.5263) = 1.0 ÷ 1.0526 = 0.9500. Genauer: 1 ÷ 1.90 ergibt rund 0.526316, die Summe ist rund 1.052632, der Kehrwert dieser Summe ist rund 0.9500. Das entspricht einer Ausschüttung von rund 95.0 % und einer Marge von rund 5.0 %.

Wer 100 Franken auf jede Seite setzt, wettet 200 Franken insgesamt. Bei einem Ausgang gewinnt eine Seite 100 × 1’195 = 195 Franken (in der genaueren Rechnung 100 × 1.90 = 190 Franken), die andere Seite verliert ihren Einsatz. Über beide Wetten zusammen bleiben 5 Franken beim Veranstalter. Die Marge von rund 5.0 % ist der Preis des Marktes — sie wird im langen Mittel über alle gleichartigen Wetten realisiert, in keiner einzelnen Wette.

Was das Ergebnis sagt

Das Ergebnis ist eine Bandbreite, kein exakter Wert, weil die Annahme einer ausgewogenen Wette eine Vereinfachung ist. In der Realität weichen die Quoten voneinander ab, sobald mehr Informationen über das Spiel verfügbar sind, und die Marge bewegt sich mit. Wer eine Quote 1.90 auf der Favoritenseite und 2.20 auf der Aussenseitenseite sieht, kann die Marge nach derselben Formel berechnen: 1.0 ÷ (1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 2.20) = 1.0 ÷ (0.5263 + 0.4545) = 1.0 ÷ 0.9808 = 1.0196, also eine Ausschüttung von rund 102.0 %, was rechnerisch auf eine negative Marge hinausläuft — was in der Praxis nicht vorkommt, weil ein Buchmacher seine Quoten nicht zugunsten der Wettenden stellt. Die Mechanik bleibt: Addieren der Kehrwerte, Kehrwert der Summe, Vergleich mit 1.0.

Für den Vergleich zwischen Schweizer Anbietern folgt daraus: Wer einen Markt bei beiden Veranstaltern sieht, kann die jeweiligen Quoten nehmen, die Kehrwerte addieren und die Marge berechnen. Der Veranstalter mit der tieferen Marge gibt im Mittel mehr zurück — vorausgesetzt, das Wettverhalten gleicht sich. Bei ungleichem Wettverhalten fliesst das Geld dorthin, wo die Quote besser ist, und der andere Veranstalter passt an. Wer Quoten wirklich vergleicht, vergleicht sie über mehrere Märkte und zu mehreren Zeitpunkten.

Was ein Leser aus diesem Vergleich mitnehmen sollte

Der Quotenvergleich in der Schweiz 2026 hat zwei Ebenen. Die eine ist die Mechanik der Quote selbst: die Marge, die implizite Wahrscheinlichkeit, die Ausschüttung über alle Ausgänge eines Marktes. Wer diese Ebene verstanden hat, kann jede beliebige Quotenliste lesen. Die andere Ebene ist die regulatorische Realität: zwei bewilligte Veranstalter, ein geschlossener Markt für Inhalte, ein vollständiges Schutzregime im Inland und eine offene Liste ausländischer Anbieter ohne Schweizer Schutz.

Die zweite Ebene ist die teurere. Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, gewinnt eine möglicherweise bessere Quote, verliert aber den Schutz der Schweizer Aufsicht, den Anschluss an das Sperrregister und den Rekursweg bei Streit. Wer bei einem Schweizer Veranstalter wettet, gewinnt den Schutz, zahlt dafür aber die Marge, die das Monopol mit sich bringt. Die beiden Positionen sind kein Vergleich von «besser» und «schlechter», sondern ein Vergleich von «reguliert mit Schutz» und «unreguliert ohne Schutz».

Wer eine konkrete Wette platzieren will, hat in den meisten Kantonen nur einen Anbieter zur Auswahl. Wer in einem Grenzkanton wohnt, kann theoretisch bei beiden Veranstaltern nachschauen, in der Praxis aber nur bei dem einen, in dem er oder sie wohnhaft ist. Der Vergleich der Quoten findet also weniger zwischen Veranstaltern statt als zwischen Märkten desselben Veranstalters: Wer heute das Spiel A sieht und morgen dasselbe Spiel mit veränderten Quoten, kann innerhalb des Angebots den günstigeren Markt identifizieren.

Die dritte Ebene, die hier nicht vertieft wird, ist die persönliche: Wer zu viel wettet, verliert auch bei einer Ausschüttung von 97.5 %. Das BGS verlangt, dass jede Spielerin und jeder Spieler eigene Limiten setzt; die beiden Schweizer Veranstalter setzen das technisch durch. Wer sich beim Vergleich ertappt, mehr Wetten platzieren zu wollen als geplant, hat den Vergleich falsch verstanden.

Häufige Fragen zum Quotenvergleich in der Schweiz

Wie lässt sich die Marge eines Buchmachers aus den Quoten eines Spiels berechnen?

Man bildet die Kehrwerte der Quoten aller möglichen Ausgänge, addiert sie und teilt 1 durch die Summe. Das Ergebnis ist die Ausschüttungsquote; die Marge ist die Differenz zu 1.0 (bzw. zu 100 %). Bei zwei Quoten 1.90 und 1.90 sind die Kehrwerte 0.5263 und 0.5263, die Summe 1.0526, der Kehrwert der Summe 0.9500 — die Ausschüttung liegt bei rund 95.0 %, die Marge bei rund 5.0 %.

Unterscheiden sich die Quoten von Sporttip und Jouez Sport für dasselbe Spiel?

In der Praxis ja, weil jeder Veranstalter seine eigenen Quoten nach eigener Einschätzung und eigenem Wettverhalten setzt. Die Schweizer Bewilligung verlangt keine identischen Quoten; sie verlangt nur, dass das Angebot bewilligt ist und die Spielregeln eingehalten werden. Für einen konkreten Vergleich muss man die jeweilige Wettseite direkt heranziehen — die Quoten ändern sich laufend.

Was ist der Overround, und was sagt er über den Gewinn des Buchmachers aus?

Der Overround (auf Deutsch «Überrundung») ist die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge eines Marktes minus 100 %. Er entspricht der Marge, also dem Anteil, den der Buchmacher im Schnitt pro Einsatz behält. Ist die Summe der Kehrwerte 1.05, liegt der Overround bei 0.05 oder 5 %; bei ausgeglichenem Buch ist das der Gewinn des Veranstalters.

Wie wird aus einer Dezimalquote die implizite Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs?

Die implizite Wahrscheinlichkeit ist 1 ÷ Quote. Eine Quote von 2.00 entspricht 50.0 %, eine Quote von 4.00 entspricht 25.0 %, eine Quote von 1.01 entspricht 99.01 %. Addiert man die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge, liegt die Summe über 100 % — der Überschuss ist die Marge.

Warum liegt die typische Ausschüttung bei Wetten mit zwei Ausgängen höher als bei Wetten mit drei Ausgängen?

Bei zwei Ausgängen verteilt sich die implizite Wahrscheinlichkeit auf zwei Kehrwerte, bei drei Ausgängen auf drei. Schon bei ausgeglichenen Wahrscheinlichkeiten addieren sich drei Kehrwerte zu 1.0 ÷ 3 ≈ 0’333 pro Ausgang, was eine Marge von rund 11 % ergibt, wenn die Quoten identisch sind. Bei zwei Ausgängen liegt die Marge bei identischen Quoten nur bei rund 5 %. Die Mechanik begünstigt Märkte mit weniger Ausgängen.

Lohnt der Vergleich mit ausländischen Seiten, obwohl diese keinen Schweizer Schutz bieten?

Wer nur verstehen will, wie Quoten und Margen funktionieren, kann ausländische Seiten als Referenz heranziehen — sie zeigen dieselbe Mechanik, oft mit anderen Margen. Wer in der Schweiz wetten will, kommt an Sporttip und Loterie Romande nicht vorbei, weil eine ausländische Bewilligung hier keine Kraft hat (Art. 4 BGS) und eine Wette bei einem ausländischen Anbieter das Schweizer Schutzregime umgeht. Der Quotenvorteil, falls einer besteht, wird durch fehlende Aufsicht, fehlende Sperre und fehlenden Rekursweg erkauft — das ist kein Tausch, der sich für die meisten Spielenden rechnet.

Inhalt erstellt vom Team «rasentenniswetten»