Was ein Quotenvergleich in der Schweiz leisten kann — und was nicht
Ladevorgang...
Wer in der Schweiz nach dem Sportwettenanbieter mit den höchsten Quoten sucht, vergleicht genau zwei Namen: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Die interkantonale Vereinbarung von 2019 legt fest, dass nur diese beiden Grossspiele veranstalten dürfen — eine dritte Schweizer Konzession existiert nicht und ist im geltenden Recht nicht vorgesehen. Wer einen ausländischen Anbieter mit einer höheren Quote sieht, sollte verstehen, was dieser fehlende Schweizer Rechtsrahmen konkret bedeutet: keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn, dafür im Streitfall keine Schweizer Rekursmöglichkeit, kein Anschluss an die Schweizer Spielsperre und das Risiko, dass die Gespa die Domain auf die Sperrliste setzt, über die Provider per DNS blockiert. Der folgende Vergleich zeigt, was innerhalb dieses bewilligten Rahmens geleistet werden kann und wo die Grenzen des Systems liegen.
Stand: Oktober 19, 2026. Lizenzstatus geprüft gegen die Gespa-Aufsicht und die beiden Veranstalterbewilligungen unter dem Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51).
Was ein Quotenvergleich in der Schweiz leisten kann
Die Grundidee eines Quotenvergleichs ist einfach: für dasselbe Ereignis mehrere Anbieter nebeneinanderstellen und dort den höchsten Preis nehmen, wo die eigene Wette liegt. In einem Markt mit zehn oder zwanzig lizenzierten Marken ist das ein tägliches Geschäft. In der Schweiz ist die Liste sehr kurz. Swisslos Sporttip deckt die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein ab, Jouez Sport die sechs Westschweizer Kantone. Wer im Raum Bern wohnt, sieht nur Sporttip online; wer in Lausanne wohnt, nur Jouez Sport. Der «Vergleich» heisst dann oft genug: zwei Produkte, zwei Spielregeln, derselbe Markt — was durchaus Aufschluss gibt, aber keine Auswahl zwischen zwölf Apps.

Was die Quoten sind und was sie nicht sind
Eine Quote ist kein subjektiver Tipp eines Buchmachers, sondern das Ergebnis einer kleinen Rechnung. Sie besteht aus zwei Teilen: der impliziten Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis eintritt, und der Marge, die der Veranstalter einbehält. Eine Quote von 2.00 entspricht rechnerisch einer Wahrscheinlichkeit von 50 % plus Marge. Eine Quote von 1.90 entspricht 52.6 % plus Marge. Eine Quote von 1.50 entspricht 66.7 % plus Marge. Wer das verstanden hat, schaut Quoten mit anderen Augen an: nicht als Versprechen, sondern als Preisschild mit eingebauter Marge.
Was die Quote nicht sagt: wer gewinnt. Sie sagt nur, was die Mehrheit der Marktteilnehmer und der Buchmacher zusammen für wahrscheinlich halten — und welchen Preis der Anbieter dafür verlangt. Eine Quote kann sich bewegen, eine Wette kann verlieren, ein Spiel kann kippen. Die Quote ist eine Verhältniszahl, kein Orakel.

Wie Quoten entstehen
Hinter jeder Quote steht ein Prozess. Trader beobachten die Märkte, die eigene Risikoabteilung definiert Limite, und die Quotenmaschine addiert über alle Ausgänge eines Marktes eine Marge. Bei einem klassischen Drei-Wege-Markt im Fussball (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) gibt es drei Quoten; das Produkt der Kehrwerte minus 100 % ist die Marge. Bei einem Zwei-Wege-Markt (zum Beispiel über/unter 2.5 Tore, Handicap −1) sind es zwei Quoten, und die Formel ist einfacher.
Die Marge ist das Einkommen des Veranstalters. Sie ist keine versteckte Gebühr, sondern Bestandteil jeder Quote. Wer bei sehr niedrigen Quoten wettet (Favoritenwetten), bezahlt diese Marge mit einem überproportionalen Anteil des Einsatzes; wer bei hohen Quoten wettet (Aussenseiterwetten), spürt sie weniger deutlich, trägt aber das höhere Risiko, dass das Ereignis nicht eintritt. Das ist der Handel, den jeder Wettende mit dem Veranstalter macht.
Quoten lesen: die Rechnung hinter der Zahl
Wer eine Quote in eine Wahrscheinlichkeit zurückübersetzen will, teilt 100 durch die Quote. Eine Quote von 2.50 entspricht 40 %, eine Quote von 1.67 entspricht rund 60 %, eine Quote von 5.00 entspricht 20 %. Diese rückübersetzten Wahrscheinlichkeiten ergeben — über alle Ausgänge eines Marktes summiert — mehr als 100 %. Die Differenz zu 100 % ist die Marge.
Ein Rechenbeispiel mit zwei Quoten
Nehmen wir einen Zwei-Wege-Markt mit den Quoten 1.90 und 1.90 — vereinfacht, beide Seiten gleich bepreist. Wer für jede Seite 100 Einheiten setzt, gewinnt 90 Einheiten (100 × 0.90), die andere Seite verliert 100. Der Veranstalter behält 10 Einheiten von 200 Einsatz, das sind 5 % Marge. Senkt der Veranstalter beide Seiten auf 1.85, bleiben 15 Einheiten Marge von 200 Einsatz, also 7.5 %. Hebt er auf 2.00, bleiben null — was bei lizenzierten Veranstaltern nicht vorkommt, weil das Geschäftsmodell die Marge braucht.
Diese 5 % sind eine Bandbreite, kein exakter Wert für jeden Schweizer Markt. Wer mehrere Sporttip- und Jouez-Sport-Quoten über die gleiche Partie sammelt, sieht meist einen engeren Spread zwischen 4 und 6 % auf Hauptmärkten wie 1X2 im Fussball. Bei Nischenmärkten oder Livewetten liegt die Marge oft spürbar höher, bei überlebensgrossen Ereignissen (Finalspiele, WM-Endspiele) auch mal niedriger. Die Rechnung zeigt das Prinzip: jede Quote trägt einen Preisaufschlag mit, der die Hausmarge ist.
Warum keine Quote dauerhaft die beste ist
Wer auf einer Plattform den höchsten Preis sieht, sieht ihn für diesen Moment. Beide Schweizer Veranstalter reagieren auf Bewegungen am Markt, auf Volumen, auf Live-Situationen. Quotenboosts sind kurzfristige Aktionen und gelten typischerweise nur einmal pro Wettendem. Profitboosts wirken ähnlich, nur auf den Nettogewinn. Wer dauerhaft auf «die höchste Quote» baut, vergleicht in jedem Fall die falsche Zahl — die Marge im Hintergrund unterscheidet sich weniger, als die Optik der angezeigten Quote suggeriert.
Was bleibt, ist ein Vergleich auf Veranstalterebene: Wer hat die höhere durchschnittliche Quote auf Bundesliga-Spiele? Wer bietet auf unterklassige Ligen eine breitere Marktliste an? Welche Livewetten-Tiefe gibt es für die Schweizer Super League? Diese Fragen beantwortet der Quotenvergleich sinnvoll. Welche Schweizer Marke heute 17 Cent mehr auf eine Wimbledon-Wette zahlt als die andere, ist am Folgetag schon wieder anders.
Geldspielaufsicht: was in der Schweiz erlaubt ist
Die Rechtslage zu Sportwetten in der Schweiz ruht auf zwei Säulen. Das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) regelt, was ein Grossspiel ist, wer es veranstalten darf und unter welchen Bedingungen. Die interkantonale Geldspielaufsicht, kurz Gespa, beaufsichtigt die bundesrechtliche Einhaltung. Für die Kantone tritt zusätzlich das Geldspielkonkordat seit 1. Januar 2021 in Kraft.
Zwei Veranstalter, zwei Bewilligungen
Die zentrale Weichenstellung: Online-Sportwetten sind ein Grossspiel. Der Bund hat die Zahl der Veranstalter mit eidgenössischer Konzession für Lotterien und Sportwetten auf zwei beschränkt. Diese zwei sind Swisslos (mit Sitz in Basel) und Loterie Romande (mit Sitz in Lausanne). Beide brauchen zusätzlich zur Veranstalterbewilligung je eine Spielbewilligung pro Spielart. Sporttip und Jouez Sport sind die entsprechenden Produkte.
Die Vertragsgebiete überschneiden sich nicht. Swisslos bedient die Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Loterie Romande bedient die Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Wer in einem dieser Gebiete wohnt, kann online bei genau einem der beiden Veranstalter ein Konto eröffnen. Wer umzieht, muss das Konto schliessen und im neuen Vertragsgebiet ein neues eröffnen oder ganz auf die Verkaufsstelle ausweichen.
Was die Gespa genau kontrolliert
Die Gespa überwacht die Einhaltung der Bewilligungen, prüft Testkäufe an Verkaufsstellen, genehmigt Gratisspielguthaben und Freebets, führt die Sperrliste geblockter ausländischer Domains und beaufsichtigt das Spielsucht-Frühwarnsystem. Eine Lizenz der ESBK ist hier nicht relevant — die ESBK beaufsichtigt Spielbanken, nicht die Lotterie- und Sportwettenveranstalter.
Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, fällt in eine andere Kategorie. Eine Lizenz aus Curaçao, Malta, Gibraltar oder anderswo hat in der Schweiz keine Rechtskraft. Wer dort gewinnt, zahlt keine Schweizer Verrechnungssteuer, unterliegt aber je nach Kanton der Einkommenssteuer; der Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Im Streitfall gibt es keine Schweizer Rekursmöglichkeit. Die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen — Schweizer Provider sperren sie über DNS, und die Liste umfasste Ende 2025 rund 671 Domains.
Was beworben werden darf — und was nicht
Werbung für bewilligte Schweizer Sportwetten unterliegt dem BGS (Art. 74): sie darf nicht aufdringlich oder irreführend sein, sie darf sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für nicht in der Schweiz bewilligtes Glücksspiel ist verboten und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft. Gratisspielguthaben und Freebets brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa. Wer ein Bonus-Angebot sieht, hat es zuvor mit dieser Behörde zu tun — was den Werbecharakter der Offerte dämpft und den eigentlichen Geschäftszweck der beiden Veranstalter betont: nicht Marketing, sondern ein gesetzlicher Auftrag zur Mittelbeschaffung für gemeinnützige Zwecke.
Spielerschutz und Verlustlimiten
Beide Schweizer Veranstalter bauen Spielerschutzfunktionen ein, die das Bundesgesetz verlangt — und ergänzen sie um eigene Regeln. Wer diese versteht, kann den Kostenrahmen einer Wette realistisch einschätzen.
Verlustlimiten: das eigene Sicherheitsnetz
Vor der ersten Online-Teilnahme bei Swisslos müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000 (relevant ist hier zwar das Mindestalter, aber das Limit gilt für alle Spielenden unter dieser Schwelle, sollte sie je teilnehmen). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage ist zusätzlich möglich.
Diese Limite sind Schutzmechanismen, die der Veranstalter vorschreibt — der Bund setzt keinen festen Betrag, sondern verlangt nur, dass solche Grenzen existieren und funktionieren. Die 72-Stunden-Frist bei Erhöhungen soll Spontanentscheidungen verhindern. Wer sie senkt, kann sofort wieder online spielen — was sinnvoll ist, wenn die erste Limite zu hoch angesetzt war.
Spielsperre und Sperrregister
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt zugleich für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie für das Fürstentum Liechtenstein. Die Gespa führt dieses Register; eine erteilte Spielsperre wird über die gleichen Kanäle kontrolliert, über die ein neues Konto eröffnet würde — wer gesperrt ist, kann sich nicht einfach bei der anderen Schweizer Marke anmelden.
Im Gesetz gilt: eine freiwillige Spielsperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, mit Einbezug einer Fachstelle. Wer sich für längere Zeit selbst aussperrt, schaltet eine unabhängige Stelle ein, die den Schritt prüft. Diese Schwellen sollen verhindern, dass eine Sperre im Affekt gelöst wird.
Was ein ausländischer Anbieter an Schutzmechanismen nicht bietet
Ausländische Buchmacher haben keinen Zugang zum Schweizer Sperrregister und sind nicht verpflichtet, eine hier ausgesprochene Spielsperre zu respektieren. Eine in der Schweiz verhängte Spielsperre ändert nichts an einem Konto bei einem offshore-Anbieter, das parallel besteht. Wer über beide Anbieter hinweg spielt, umgeht seinen eigenen Schutz. Hinzu kommt: offshore gibt es keine Schweizer Testkäufe, keine Schweizer Kontrolle der Limite und keine Schweizer Instanz, die im Konfliktfall entscheidet.
Wettarten, Märkte und Quote je nach Sportart
Welche Wetten überhaupt angeboten werden, ist in der Schweiz nicht freie Wahl der Veranstalter. Das Bundesgesetz verlangt, dass nur die Veranstaltungen, Wettbewerbe und Wettarten bewilligt werden, die auf der Liste der Gespa stehen. Diese Liste definiert den Spielraum.
Was die Gespa-Liste zulässt
Die Gespa führt eine abschliessende Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Auf der Liste stehen klassische Sportarten und grosse Wettbewerbe; Qualifikationsrunden nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe ebenso nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn das Ranking über die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe dürfen nicht gewettet werden.
Die Liste zeigt weder Ecken- noch Kartenmärkte im Fussball und keinen Esports-Bereich. Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind im BGS ausdrücklich ausgeschlossen. Das schränkt das Angebot deutlich ein gegenüber dem, was ein internationaler Anbieter zeigt. Dafür ist die Liste stabil: wer weiss, was drauf steht, kann sich auf die Wettmärkte verlassen, ohne befürchten zu müssen, dass ein Spiel überraschend zurückgezogen wird.
Wie sich Quote nach Markt unterscheidet
Innerhalb der bewilligten Märkte unterscheiden sich die Quoten je nach Art der Wette. Hauptmärkte im Fussball (1X2, also Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) tragen typischerweise eine Marge von rund 4 bis 6 %. Über/Unter-Märkte (zum Beispiel über 2.5 Tore) liegen ähnlich, Asian Handicap leicht darüber. Langzeitwetten (Sieger einer Meisterschaft, Torschützenkönig) sind margenträchtiger, weil das Risiko aus Sicht des Veranstalters schwerer zu kalkulieren ist. Livewetten haben häufig eine höhere Marge, weil der Veranstalter kurzfristig reagieren und sich absichern muss. Wer Quoten vergleicht, sollte wissen, welchen Markt er anschaut — eine Differenz von 0.10 auf Quote 1.50 ist etwas anderes als eine Differenz von 0.10 auf Quote 4.00.
Wettmärkte und Spielregeln bei Sporttip und Jouez Sport
Beide Veranstalter bieten Einzelwetten, Kombiwetten und Systemwetten an. Bei Sporttip gilt die reguläre Spielzeit als 90 Minuten im Fussball plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Cash-Out ist bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, und nicht für jeden Markt garantiert.
Kombiboost und Quotenboosts sind veranstalterseitige Aufschläge, die unter den jeweiligen Bedingungen laufen. Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von 1.50 pro Voraussage; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Diese Booster sind Werbeaktionen, die von der Gespa vorgängig zu genehmigen sind. Sie sind nicht kostenloses Geld, sondern Quotenaufschläge unter Bedingungen — die Mindestquote von 1.50 bei Kombibostern ist eine echte Schwelle, die das Angebot auf realistische Wetten einschränkt.
Gewinnberechnung und Gesamtquote
Die Rechnung zwischen Einsatz und Gewinn ist einfach zu verstehen — und sie ist die Grundlage jeder seriösen Wettabschätzung. Wer sich auf diese Rechnung verlässt, weiss, was er riskiert und was er erwarten kann.
Einzelwette: Gewinn = Einsatz × Quote
Bei einer Einzelwette mit Einsatz CHF 10 und Quote 2.50 ist der Bruttogewinn CHF 25; der Nettogewinn (Gewinn über den Einsatz hinaus) ist CHF 15. Der Einsatz geht nicht zurück, weil der Gewinn bereits den Einsatz enthält. Der Rückzahlungsbetrag eines Wettsiegs ist immer Einsatz + Nettogewinn, was sich rechnerisch als Einsatz × Quote ausdrücken lässt.
Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Praktisch heisst das: ein rechnerischer Gewinn von CHF 12.3467 wird zu CHF 12.35 aufgerundet und dann auf CHF 12.35 belassen (weil die Endung auf 5 Rappen bereits genau ist). Ein rechnerischer Gewinn von CHF 12’353 wird zu CHF 12.36 aufgerundet, dann auf CHF 12.35 abgerundet. Diese Rundung ist klein, aber sie ist im Spielregelwerk so vorgesehen — und sie ist Teil dessen, was die Veranstalter offenlegen.
Kombinationswette: Gesamtquote = Produkt der Einzelquoten
Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten. Eine Wette mit zwei Voraussagen zu Quoten 1.80 und 2.20 hat die Gesamtquote 3.96. Einsatz × 3.96 ist der Bruttogewinn. Bei Sporttip gelten für den Kombiboost definierte Schwellen (mindestens 1.50 pro Voraussage); ab vier Voraussagen kommt der Boost auf den Nettogewinn zum Tragen.
Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Systemwette: mehrere Kombinationen parallel
Eine Systemwette ist eine Kombination aus mehreren Teilwetten mit gemeinsamem Einsatz. Bei Sporttip ist der Höchsteinsatz für eine Systemwette CHF 10’000, bei Einzel- und Kombinationswetten CHF 1’000. Systemwetten verteilen das Risiko, aber sie kosten auch mehr Einsatz und tragen die Marge jedes einzelnen Teils. Wer Systemwetten nutzt, sollte die einzelnen Quoten sorgfältig prüfen — die kombinierte Verlustwahrscheinlichkeit ist höher als die jeder Einzelwette.
Limits, Höchstgewinne und Mindesteinsätze
Quoten sind die eine Seite der Wette; Limits und Höchstgewinne sind die andere. Wer eine Quote auf eine Quote 50.00 setzt, sollte wissen, was maximal herauskommen kann — und was der Veranstalter ablehnt, bevor die Wette überhaupt angenommen wird.
Mindest- und Höchsteinsätze
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limits jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über dem Limit wird nicht angenommen.
Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2). Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Diese engeren Limits sind Ausdruck des unterschiedlichen Geschäftsmodells: Loterie Romande operiert stärker über das Verkaufsstellennetz und setzt auf die lokale Präsenz.
Höchstgewinne
Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Bei Sporttip sind die Höchstgewinne über die Maximaleinsätze und die Quotenstruktur definiert; eine fixe Obergrenze pro Wettschein ist nicht in den Spielregeln ausgewiesen, ergibt sich aber aus dem Produkt von Höchsteinsatz und zulässiger Quote. Wer plant, mit hohen Quoten und hohen Einsätzen zu spielen, sollte prüfen, wo die Deckelung tatsächlich greift — und das ist im Schweizer Markt eine Frage an den Veranstalter, nicht an die Plattform.
Auszahlungen, Spielkonto und Sicherheitsmechanismen
Wer gewinnt, will sein Geld. Wie das in der Schweiz läuft, hängt von der Höhe des Gewinns und vom gewählten Zahlungsweg ab. Beide Veranstalter zahlen ausschliesslich auf ein Konto im eigenen Namen aus — anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen gibt es im lizenzierten Schweizer Sportwettengeschäft nicht.
Wallet und Auszahlungswege
Bei Swisslos kann Spielguthaben auf dem Wallet per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. Innerhalb von 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay ist eine Zahlungsart, die direkt in der PostFinance App bestätigt wird.
Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus, das auf den eigenen Namen lauten muss. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar — der Boost, der eine Wette begünstigt, wird beim Cash-Out oder bei der Auszahlung nicht zu einem auszahlbaren Gewinn.
Gewinnauszahlung an Verkaufsstelle oder online
Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto überwiesen. Wer über der Schwelle liegt, muss also nicht aktiv werden — die Auszahlung erfolgt automatisch. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.
Bei Loterie Romande laufen die Gewinne über die Verkaufsstellen und das Online-Konto; die genauen Modalitäten sind mit den Spielregeln von 2024 abgestimmt. Was hier wie bei Swisslos gilt: die Auszahlung erfolgt auf den Namen des Kontoinhabers, das Verfahren ist im Spielregelwerk festgelegt.
Die zwei bewilligten Veranstalter im Vergleich
| Anbieter | Bewilligung | Veranstalter und Sitz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Schweizer Sportwetten-Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung unter dem BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa) | Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Produkt Sporttip |
| Loterie Romande Jouez Sport | Schweizer Sportwetten-Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung unter dem BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa) | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne; Produkt Jouez Sport |
Die Tabelle zeigt die Grundlage, auf der beide operieren: dieselbe bundesrechtliche Bewilligung, dieselbe Aufsichtsbehörde, unterschiedliche Veranstalter und Vertragsgebiete. Wer in der Deutschschweiz wohnt, hat Swisslos vor sich; wer in der Romandie wohnt, hat Loterie Romande vor sich.
Swisslos Sporttip — Bewilligung, Limits und Spielregeln
Swisslos ist die interkantonale Landeslotterie mit Sitz in Basel und organisiert Lotterien und Sportwetten gestützt auf die interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Sporttip ist das Produkt für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein. Eine Online-Teilnahme ist nur mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet möglich; ohne diese Voraussetzung lässt sich kein Konto eröffnen.
Die Limits sind eng definiert: CHF 1 Mindesteinsatz, CHF 1’000 Höchsteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 10’000 für Systemwetten. Wer mit höheren Einsätzen spielen will, ist bei Sporttip an der Decke. Das ist kein Zufall — das BGS verlangt, dass Einsätze begrenzt werden, und die Veranstalter setzen die Schwelle dort, wo der Spielerschutz greift.
Cash-Out ist verfügbar, aber eingeschränkt: nur online, nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, vor Spielbeginn und live, und nicht für jeden Markt garantiert. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden. Wer auf Cash-Out baut, sollte das nicht als Muss verstehen — der Anbieter kann ihn verwehren.
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt der Anbieter irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann er die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist eine Regel, die getroffene Wetten im Nachhinein auflösen kann — und eine, die im Wettschein genau zu prüfen ist, weil die Grenze zwischen «abhängig» und «unabhängig» im Einzelfall unklar sein kann.
Livewetten bei Sporttip gelten unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 — was einer Rückzahlung gleichkommt. In spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer in der Hektik einer Live-Situation klickt, läuft Gefahr, eine Wette zu platzieren, die nicht zählt — das System sperrt diese Wetten mit Zeitversatz, aber das Zeitfenster ist schmal.
Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Das ist im Turnier-Kontext (Euro, WM, Olympia) regelmässig relevant: verschobene Spiele werden oft innerhalb der Turnierfrist nachgeholt, fallen also nicht unter die 48-Stunden-Regel.
Das Urteil. Sporttip ist der einzige Anbieter für die Deutschschweiz und damit der einzige Punkt, an dem diese Wettenden ihre Quoten innerhalb der Schweizer Bewilligung vergleichen können. Die Spielregeln sind eng definiert, die Limits sind niedrig, Cash-Out ist möglich, aber nicht garantiert. Wer einen engen Marktrahmen akzeptiert und auf Sicherheit setzt, findet hier ein klares Angebot; wer hohe Einsätze oder volle Marktbreite sucht, ist an den Limits dieses Anbieters gemessen.
Loterie Romande Jouez Sport — Bewilligung, Limits und Spielregeln
Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande, die ihren Sitz in Lausanne hat und in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis tätig ist. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende — was das Vertriebsmodell zeigt: ein dichtes Netz an Verkaufsstellen, das den Online-Kanal ergänzt.
Die Limits sind enger als bei Sporttip: Online-Mindesteinsatz CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3), Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500, ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Höchstgewinne sind fix definiert: CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen — was besonders bei langen Kombis eine harte Schranke ist.
Das Verkaufsstellennetz prägt die Spielmechanik: wer im Westschweizer Alltag unterwegs ist, kann an jeder Tankstelle, jedem Kiosk und jeder Lotto-Annahmestelle spielen, ohne online zu gehen. Die Quoten sind zwischen Online- und Verkaufsstelle grundsätzlich gleich, aber die Mindesteinsätze unterscheiden sich — Multiples beginnen auch online erst ab CHF 2.
Das Urteil. Jouez Sport ist der einzige bewilligte Anbieter für die Romandie und Tessin-relevante Westschweiz. Die Limits sind enger, das Verkaufsstellennetz ist dichter, die Höchstgewinne sind klar definiert. Wer mit kleineren Einsätzen spielt und die lokale Präsenz schätzt, hat hier einen vollständig regulierten Zugang; wer online aus der Deutschschweiz stammt und während eines Aufenthalts in Genf spielen will, kann das tun, sofern die übrigen Voraussetzungen passen.
Ausländische Anbieter im Schweizer Kontext
Wer in der Schweiz wohnt und einen anderen Namen als Swisslos oder Loterie Romande in seinem Browser eingegeben hat, spielt ausserhalb der Schweizer Bewilligung. Das muss nicht illegal sein (Spieler werden in der Schweiz nicht bestraft), aber die Spielregeln sind andere. Ein Quotenvergleich kann Anbieter formal nebeneinanderstellen, aber die Schweizer Bewertung läuft immer über dieselben Kriterien — Bewilligung, Spielerschutz, Sperrregister, Sperrlistenzugriff, Rekursfähigkeit.
Was fehlt, wenn keine Schweizer Bewilligung vorliegt
Eine Lizenz aus Curaçao, Malta, Gibraltar oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Rechtskraft (Art. 4 BGS). Wer dort spielt, hat im Streitfall keine Schweizer Rekursmöglichkeit, ist nicht an die Schweizer Spielsperre angeschlossen und ist nicht durch das Schweizer Sperrregister geschützt. Die Gewinne unterliegen je nach Kanton einer anderen Steuerregel: der Thurgau zum Beispiel behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen — was bei einem grossen Gewinn ein erheblicher Unterschied ist.
Die Gespa kann die Domain solcher Anbieter auf die Sperrliste setzen. Schweizer Provider sperren sie über DNS, und die Liste umfasste Ende 2025 rund 671 Domains. Geblockte Domains werden oft in Stunden durch neue ersetzt (Domain-Hopping), was die Sperre weniger lückenlos macht, als sie sein könnte. Wer den Anbieter schon kennt und über einen Direktlink spielt, kann so die Sperre umgehen — was dann juristisch den Werbecharakter der Aktion ändert und für den Anbieter selbst zum Problem wird.
N1 Bet, Fezbet, AmunRa, Betify, 1Bet, Rollbit, Unibet, 1xBet gehören zur Gruppe ausländischer Anbieter, die in der Schweiz keine Bewilligung haben. Sie zeigen oft höhere Quoten, weil sie auf einem anderen Markt operieren und an andere Margenregeln gebunden sind. Was sie nicht zeigen, ist die Schweizerische Spielsperre, das Schweizer Sperrregister und der Schweizer Rechtsweg.
Lesefassung: was ein Blick nach draussen bedeutet
Wer in der Schweiz nach Quoten schaut, sieht sehr schnell ein breites internationales Feld. Die Versuchung ist plausibel: dort stehen Quoten, die 5 bis 15 % höher sind als bei den Schweizer Veranstaltern, und dazu eine breitere Marktpalette. Wer den Schritt geht, akzeptiert vier Punkte: erstens gibt es im Streitfall keinen Schweizer Rechtsschutz, zweitens keine Anbindung an die Schweizer Spielsperre, drittens eine andere Steuerregel je nach Kanton, viertens eine mögliche DNS-Sperre in den nächsten Tagen oder Wochen. Was als «bessere Quote» verkauft wird, ist meist nichts anderes als eine andere Geschäftsgrundlage — mehr Marge, mehr Marktfreiheit, weniger Schutz.
Das Urteil zum Feld. Ausländische Anbieter sind keine Alternative zur Schweizer Bewilligung — sie sind ein anderer Markt mit anderen Regeln. Wer sie nutzt, sollte die Voraussetzungen bewusst akzeptieren und im Wettprogramm prüfen, was für den eigenen Markt freigegeben ist.
Kostenrechnung: was eine Wette tatsächlich kostet
Ein Quotenvergleich sagt nichts, wenn nicht klar ist, was die Marge ist. Der Blick auf eine einzelne Quote verführt dazu, isolierte Preise zu vergleichen — was bei einem Zwei-Wege-Markt schon zu kurz greift.
Was eine Marge in Franken heisst
Eine Marge von 5 % heisst: von 100 Franken Einsatz, die über alle Ausgänge eines Marktes gesetzt werden, behält der Veranstalter 5 Franken, die anderen 95 werden ausgeschüttet (sofern das Ergebnis im entsprechenden Ausgang liegt). Bei einer Marge von 7 % sind es 7 Franken. Bei 10 % sind es 10 Franken. Das ist der Preis, den jeder Wettende bezahlt — nicht pro Wette, sondern statistisch über alle Wetten.
Wer das versteht, schaut Quoten anders an. Eine Quote 1.90 auf einer Seite gegenüber 1.85 auf einer anderen ist über alle Ausgänge eines Marktes typischerweise ein Unterschied in der Marge von 2 bis 3 %. Wer jedes Wochenende 100 Franken setzt, bezahlt im einen Fall vielleicht 7 Franken Veranstaltergewinn, im anderen 5 Franken. Auf das Jahr gerechnet, ist der Unterschied spürbar — auch wenn keine einzelne Wette teurer aussieht.
Die Rechnung im konkreten Beispiel
Nehmen wir einen Zwei-Wege-Markt, beide Seiten mit Quote 1.90. Wer 100 Franken auf jede Seite setzt (insgesamt 200 Franken), gewinnt auf der Siegerseite 190 Franken. Der Veranstalter behält 10 Franken. Das sind 5 % Marge.
Bei einem anderen Veranstalter liegt die gleiche Wette bei Quote 1.85 auf jeder Seite. Wer 100 Franken pro Seite setzt, gewinnt 185 Franken; der Veranstalter behält 15 Franken. Das sind 7.5 % Marge.
Bei Quoten 1.95 auf jeder Seite gewinnt der Wettende 195 Franken; der Veranstalter behält 5 Franken — das sind 2.5 % Marge.
Die Marge ist also nicht eine Zahl, die in den Wettbedingungen steht — sie ist das Ergebnis der Quote, die der Veranstalter festlegt, gemessen über alle Ausgänge. Wer eine einzelne Quote niedrig sieht, hat nur einen Teil des Bildes; wer die Gegenquote mitdenkt, sieht die Marge.
Warum die Marge nicht überall gleich ist
Die Marge ist nicht statisch. Sie hängt vom Markt, vom Zeitpunkt und vom Anbieter ab. Hauptmärkte haben die niedrigsten Margen, weil dort das Volumen am höchsten ist und der Wettbewerb am grössten — auch wenn der Wettbewerb in der Schweiz nur zwischen zwei Veranstaltern stattfindet. Nischenmärkte, Livewetten und Langzeitwetten haben höhere Margen, weil das Risiko für den Veranstalter schwerer abzusichern ist. Die Gespa-Liste der bewilligten Märkte bestimmt, was überhaupt angeboten werden darf, und innerhalb dieser Liste sind die Margen unterschiedlich.
Was die Marge im Schweizer Markt nicht ist: ein verstecktes Entgelt. Sie ist Teil der Quote, und sie wird in der Regel nicht separat ausgewiesen. Wer sie berechnet, rechnet sie aus den angezeigten Quoten aus. Wer sie schätzen will, nutzt eine grobe Faustregel: 1 minus die Summe der Kehrwerte der Quoten aller Ausgänge ergibt die Marge in Prozent. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit 1.90 / 1.90 ist die Rechnung 1/1.90 + 1/1.90 = 1’053, also eine Auszahlungsquote von 95.0 % und eine Marge von 5.0 %. Bei 1.85 / 1.85 ist die Summe 1/1.85 + 1/1.85 = 1’081, die Auszahlungsquote 92.5 %, die Marge 7.5 %.
Was ein höherer Gewinn bei höherer Quote tatsächlich kostet
Wer eine Wette mit Quote 10.00 abschliesst, gewinnt bei einem Einsatz von CHF 10 das Zehnfache — CHF 100 Bruttogewinn, CHF 90 Nettogewinn. Auf den ersten Blick sieht das nach mehr aus als eine Wette mit Quote 2.00, die bei gleichem Einsatz CHF 20 Bruttogewinn und CHF 10 Nettogewinn bringt. Aber: die Wette mit Quote 10.00 trägt eine implizite Wahrscheinlichkeit von 10 %, die mit Quote 2.00 eine von 50 %. Über hundert Wetten gerechnet, gewinnt die 10.00er Wette zehnmal und verliert neunzigmal — der durchschnittliche Verlust ist höher als bei der 2.00er Wette, die fünfzigmal gewinnt und fünfzigmal verliert.
Diese Durchschnittsrechnung ist die Grundlage der Bewertung: hohe Quoten sind Ausdruck hoher Wahrscheinlichkeitsunsicherheit, niedrige Quoten Ausdruck hoher Sicherheit. Wer nur auf hohe Quoten setzt, gewinnt selten, verliert oft, und die wenigen Gewinne überkompensieren die vielen Verluste über lange Sicht nicht. Wer auf niedrige Quoten setzt, gewinnt oft, verliert selten, aber der Gewinn pro Wette ist klein. Das ist der Kern des Wettgeschäfts: nicht die Quote allein entscheidet, sondern die Beziehung zwischen Quote, impliziter Wahrscheinlichkeit und realer Wahrscheinlichkeit — und diese Beziehung kennt niemand vollständig.
Steuern auf Wettgewinne
Die Schweiz besteuert Wettgewinne aus Grossspielen unter dem Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer. Was genau passiert, hängt von der Gewinnhöhe ab und davon, ob die Quelle ein bewilligter Schweizer Veranstalter ist.
Freibetrag und Verrechnungssteuer
Bei lizenzierten Schweizer Grossspielen (Sporttip, Jouez Sport) sind Gewinne aus Sportwetten bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Bund setzt die Schwelle per 1. Januar 2026 auf CHF 1’071’000 (im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400); die Kantone haben eigene Freibeträge, die teils darunter, teils darüber liegen. Liegt ein Einzelgewinn über dem Freibetrag, behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer direkt ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann.
Für die meisten Wettenden ist die Frage praktisch belanglos: ein typischer Sportwettgewinn liegt weit unter dem Freibetrag, und die Steuer fällt nicht an. Die Ausnahme sind grosse Kombiwetten oder Aussenseiterwetten, bei denen der Bruttogewinn in sechsstellige Höhen gehen kann — dann greift die Verrechnungssteuer.
Gewinne von ausländischen Anbietern
Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt und gewinnt, hat keine Schweizer Verrechnungssteuer — der ausländische Anbieter ist nicht zum Einbehalt verpflichtet. Was bleibt, ist die kantonale Einkommensteuer. Der Thurgau zum Beispiel behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Andere Kantone haben mildere Regelungen. Wer mit grossen Gewinnen aus dem Ausland rechnet, sollte das vorab mit einer Steuerfachperson klären — pauschal Aussagen lassen sich hier nicht machen.
Was es nicht gibt
Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz. Kein prozentualer Abschlag bei der Wettabgabe, keine separate Besteuerung pro Wette. Was besteuert wird, ist der Gewinn oberhalb des Freibetrags, nicht die Wette selbst. Wer im Wettschein einen Abschlag sucht, der nicht erscheint, sucht vergebens — es gibt ihn in der Schweiz nicht.
Wer in der Schweiz legal spielt und wer nicht
Wer in der Schweiz mit Wohnsitz ist und online Sportwetten abschliesst, kann das bei Swisslos (mit Wohnsitz im Swisslos-Gebiet) oder bei Loterie Romande (mit Wohnsitz in der Romandie) tun. Wer einen anderen Anbieter wählt, bewegt sich ausserhalb der Schweizer Bewilligung — was nicht strafbar ist für den Spieler, aber den Schutzrahmen verschiebt. Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist in der Schweiz verboten und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft — der Anbieter trägt das Risiko, nicht der Spieler.
Die Gespa führt die Sperrliste geblockter ausländischer Domains. Schweizer Provider sperren sie per DNS. Das ist kein vollständiger Schutz, weil die Anbieter Domains wechseln (Domain-Hopping), aber es ist ein Anfang. Wer einen geblockten Anbieter nutzt, tut das in dem Wissen, dass der Schutz eingeschränkt ist.
Die Spielsperre gilt im bewilligten Bereich — wer sich bei Swisslos oder Loterie Romande selbst sperrt, ist im ganzen Register eingetragen und kann sich nicht beim jeweils anderen Schweizer Anbieter anmelden. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, ist dort nicht eingetragen, und die Sperre wirkt dort nicht.
Was eine legale Wette ausmacht
Eine legale Wette in der Schweiz ist eine Wette, die bei einem bewilligten Veranstalter platziert wird, deren Sportart und Wettbewerb auf der Gespa-Liste stehen, deren Einsatz innerhalb der vom Veranstalter gesetzten Limits liegt und deren Spieler im Vertragsgebiet des Veranstalters wohnt. Quoten, Limits, Mindestalter (18), Identitätsprüfung und Spielsperre sind Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen.
Häufige Fragen
Welcher Wettanbieter hat in der Schweiz die besten Quoten, und warum ist der Vergleich auf zwei Namen begrenzt?
Die interkantonale Vereinbarung von 2019 lässt nur zwei Veranstalter für Sportwetten zu: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Jeder ist für sein Vertragsgebiet zuständig — die Deutschschweiz und Liechtenstein bei Swisslos, die Romandie bei Loterie Romande. Ein Quotenvergleich innerhalb der Schweizer Bewilligung läuft deshalb zwischen genau diesen beiden Produkten. Ausländische Anbieter mit höheren Quoten haben keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsschutz.
Wie liest man eine Quote, und wie leitet man die implizite Wahrscheinlichkeit ab?
Eine Quote ist das Verhältnis, in dem der Einsatz zurückgezahlt wird. Der Kehrwert der Quote (100 geteilt durch die Quote in Prozentform) entspricht der impliziten Wahrscheinlichkeit zuzüglich der Veranstaltermarge: 2.00 → 50 %, 1.50 → 66.7 %, 4.00 → 25 %. Die Summe der Kehrwerte über alle Ausgänge eines Marktes ist grösser als 100 %; die Differenz zu 100 % ist die Marge, die der Veranstalter einbehält.
Wie entstehen Quoten bei Sportwetten, und welche Marge ist eingebaut?
Quoten werden von Tradern und Modellen in den Häusern der Veranstalter gesetzt; sie spiegeln die Wahrscheinlichkeitseinschätzung plus einen Aufschlag für die Marge. Hauptmärkte im Fussball tragen typischerweise 4 bis 6 % Marge, Nischen- und Livewetten mehr, Langzeitwetten ebenfalls mehr. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit Quoten 1.90 / 1.90 ergibt sich eine Marge von rund 5.3 %; bei 1.85 / 1.85 sind es etwa 7.5 %. Wer die Quoten vergleicht, vergleicht eigentlich die Margen.
Wie berechnet sich der Gewinn bei Einzel- und Kombinationswetten?
Bei einer Einzelwette ist der Bruttogewinn der Einsatz multipliziert mit der Quote. Bei CHF 10 Einsatz und Quote 2.50 ist der Bruttogewinn CHF 25; der Nettogewinn über den Einsatz hinaus beträgt CHF 15. Bei Kombinationen multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote; der Gewinn ist Einsatz × Gesamtquote. Bei Swisstip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet; bei Jouez Sport muss die Gesamtquote zwischen 1.10 und 100’000 liegen.
Welche Wettarten und Sportarten stehen auf der Gespa-Liste, und warum unterscheiden sich Quoten je nach Markt?
Die Gespa führt eine abschliessende Liste bewilligter Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Auf der Liste stehen klassische Sportarten und grosse Wettbewerbe; Frauenwettbewerbe und Qualifikationsrunden nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Ecken- und Kartenmärkte, Esports und Wetten auf Wetter oder Politik sind nicht zugelassen. Die Marge variiert: Hauptmärkte (1X2, Über/Unter) tragen sie am niedrigsten, Langzeitwetten und Livewetten am höchsten.
Was ist bei ausländischen Seiten mit höheren Quoten zu beachten, wenn keine Schweizer Bewilligung vorliegt?
Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder Gibraltar hat in der Schweiz keine Rechtskraft. Wer dort spielt, hat im Streitfall keinen Schweizer Rechtsschutz, ist nicht an die Schweizer Spielsperre angeschlossen und unterliegt der kantonalen Steuerregel — der Thurgau etwa behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen voll als steuerbares Einkommen. Die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen, was Schweizer Provider per DNS umsetzen. Was ausländische Quoten an Mehrwert bieten, bezahlen sie an Schutz und Sicherheit wieder zurück.
Quoten – rasentenniswetten
Inhalt erstellt vom Team «rasentenniswetten»
